Sechs Perspektiven für eine vernetzte Arbeitswelt – mein Fazit aus dem Jahr 2016


2016 war ein spannendes Jahr für Microsoft und unsere digitalisierte Arbeitswelt. Die Diskussion um Arbeiten 4.0 ist aktueller denn je, das „Weißbuch“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist frisch veröffentlicht. Heute möchte ich mein persönliches Fazit ziehen und die vernetzte Arbeitswelt aus sechs Perspektiven beleuchten.

 

1. Durchlässigkeit und Vernetzung sind die neuen Erfolgsfaktoren

In unserer Arbeitswelt ist alles im Fluss. Es gibt keine starren Grenzen mehr, weder zwischen Teams oder einzelnen Abteilungen noch zwischen Hierarchie-Ebenen. Und selbst traditionelle Branchengrenzen verschwimmen. Erfolgreiche Unternehmen agieren nicht mehr als geschlossene Ökosysteme, sondern als interdisziplinäres Labor der besten Ideen.

Sie schöpfen Know-how und Inspiration aus einem weiten Netz von Kunden, Lieferanten und externen Experten. Silodenken und Abschottung haben ausgedient. Wissen muss fließen, damit es jeder jederzeit nutzen kann. Durchlässigkeit und Vernetzung sind die neuen Erfolgsfaktoren.

 

2. Keine Angst vor dem #Schichtwechsel

Nach der Digitalisierung folgt die Automatisierung, ein vermeintlicher #Schichtwechsel. Werden uns Roboter unsere Jobs wegnehmen? Wann arbeiten wir Seite an Seite mit schlauen Maschinen zusammen? Sind es Fabrikarbeiter oder Büroangestellte, die der Automatisierung zum Opfer fallen?

Fakt ist: Bisher hat der technologische Fortschritt stets mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet. Das gilt auch für die Digitalisierung. Fakt ist auch: Maschinen haben uns im Lauf der letzten 200 Jahre vor allem monotone, zumeist schlecht bezahlte, körperlich belastende und oft sogar gesundheitsschädliche Arbeiten abgenommen. Jobs werden nicht durch Roboter vernichtet, sondern von Entscheidern, die ihr Unternehmen nicht auf die Digitale Transformation vorbereiten.

 

3. Traditionelle Bürokonzepte haben in einer digitalisierten Welt keinen Platz

Steigende Komplexität von Arbeit, der Bedeutungszuwachs von Wissen und Kompetenzen – Unternehmen agieren mehr und mehr als offene Plattform, um Innovationen zu treiben. Immer mehr Arbeitgeber kommen zu dem Schluss: Traditionelle Bürokonzepte passen nicht mehr in die digitalisierte Welt. Das Ziel: Arbeitsumgebungen, die die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung integrieren und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit mehr Flexibilität fördern.

Mit unserer neuen Deutschland-Zentrale in München-Schwabing verwirklichen wir unsere Vision einer neuen Arbeitswelt. Wir lösen räumliche Grenzen auf und setzen auf Teamwork – auch über Hierarchieebenen hinweg. Denn die Quellen des Neuen liegen dort, wo Menschen diskutieren, ihr Wissen teilen und gemeinschaftlich an Ideen arbeiten – der „Smart Workspace“ bietet uns Raum für diese Kultur auf Augenhöhe und einen Wir-Faktor, der Innovationen fördert.

 

4. Flexibilität als gewolltes Prinzip

Flexibilität darf in unserer Arbeitswelt nicht zum bloßen Buzzword verkommen. Eine neue Generation von Wissensarbeitern fordern und fördern hohe Selbstbestimmung bei gleichbleibender Sicherheit. Wer seine Arbeit flexibel und selbstbestimmt gestalten kann, erreicht nicht nur eine bessere Work-Life-Balance mehr Motivation und eine höhere Leistungsfähigkeit, (vgl. Fraunhofer Studie, Office 21, Forschungsphase 2014-2016), sondern befindet sich einem kreativen #worklifeflow. Flexible Arbeitsformen erhöhen die Innovationskraft und Produktivität im Unternehmen.

Bei Microsoft ist Flexibilität ein gewolltes Prinzip. So kann jeder Kollege basierend auf den Prinzipien von #Vertrauensarbeitsort und -zeit selbst entscheiden wo und wann er arbeitet. Zudem ermöglicht unser Konzept des „Smart Workspace“ frei zu bestimmen, wie wir arbeiten und in welcher Art wir zusammenarbeiten – es bietet vier Arbeitsbereiche, von Rückzugsorten für Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, bis hin zu Büroflächen, die bewusst auf Teamarbeit und Kollaboration ausgelegt sind.

 

5. Arbeiten 4.0 braucht Führung 4.0

Wenn wir über Veränderungen in der Arbeitswelt sprechen, gilt es auch neue Anforderungen an Führung zu diskutieren. Organisationen müssen ihre Strukturen und ihren Führungsstil überdenken, denn Digitalisierung verlangt neue Fähigkeiten von Führungskräften. Den einen richtigen Weg gibt es sicher nicht, aber es gibt Leitplanken, die wir im Rahmen einer Umfrage gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS im Juni dieses Jahres eruiert haben und die bei der Orientierung helfen: Agilere Teams und kürzere Entscheidungswege, eine Führungskultur, die die Zusammenarbeit stärkt, regelmäßige und schnelle Feedbackprozesse ermöglicht, die Fehler toleriert und individuelle Stärken fördert. Manager sollten ein ganz neues Selbstverständnis von Führung entwickeln – die digitale Arbeitswelt forciert diese Notwendigkeit.

 

6. Vielfalt zählt!

Come as you are and do what you want. Vielfalt statt Einfalt, Kreativität statt Einfallslosigkeit. Ein global agierendes Technologieunternehmen wie Microsoft muss sich auf die unterschiedlichsten Anforderungen, Kundenwünsche und Kulturkreise einstellen. Vor diesem Hintergrund gilt es ein Klima der Wertschätzung und des Vertrauens zu schaffen, in dem Menschen unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Alter miteinander arbeiten können und sie selbst sein können. Gelebte Vielfalt und gemischte Teams spielen bei uns eine zentrale Rolle.

Diversity ist nicht nur ein Schlagwort, sondern fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und unseres Wertesystems. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Teams erst dann wirklich kreativ und effizient arbeiten, wenn sie sich aus Mitarbeitern mit unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und Qualitäten zusammensetzen. Nur im bunten Miteinander entsteht ein Klima, in dem Ideen und Innovationen wachsen und gedeihen können.

 

Unsere Arbeitswelt befindet sich permanent im Beta-Status. Trends aus dem Jahr 2016 sind auch 2017 noch gültige Grundsätze, an denen wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern weiterarbeiten müssen. Ein agiles System und die Arbeit als Netzwerkorganisation sind dabei unerlässlich. Ich freue mich darauf!

 

Ein Beitrag von Markus Köhler

Senior Director Human Ressources und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland

Markus_Koehler

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