Hands on Hannover Messe 2017: Industrie 4.0 zum Anfassen


„Digitalisiert euch!“, habe ich euch in meinem letzten Blogpost zugerufen. Warum? Das aktuelle Whitepaper Unternehmen zwischen Tradition und Wandel von IDC zeigt, dass zwar die meisten Unternehmen in Deutschland begonnen haben, in digitale Technologien zu investieren, allerdings wird der Status-quo der Digitalisierung der Unternehmen in Summe von ihnen überschätzen.

„Unternehmen müssen jetzt handeln, um den Anschluss nicht zu verpassen“, sagt IDC. Und: „Schnelligkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der digitalen Welt. Dies ist umso wichtiger, da die Unternehmen auf den oberen beiden Stufen beginnen, sich vom Rest abzusetzen.“

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Auf der Hannover Messe 2017 haben wir unter dem Motto „Delivering Excellence in Digital Manufacturing, Today” und gemeinsam mit Partnern und Kunden gezeigt, wie Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größe die digitale Transformation heute schon erfolgreich leben. Wie Menschen und Maschinen ideal zusammenarbeiten, um die Produktion effizienter und nachhaltiger zu machen. Wie sie digitale Fabriken aufbauen und mit Hilfe von Robotik, Mixed Reality (MR), dem Internet der Dinge (IoT) und Künstlicher Intelligenz (KI) zukunftsfähige Geschäftsmodelle entwickeln.

Çağlayan Arkan erklärt, was es mit der digitalen Transformation und der „Digital Era“ auf sich hat:

Bisher haben sich die Unternehmen in der Fertigungsindustrie stark auf die Automatisierung der Produktion konzentriert. Mit der Digitalisierung der Produkte fangen sie jetzt erst an.

Auf der Hannover Messe haben wir vom 24. bis zum 28. April 2017 Beispiele präsentiert, in denen Kunden und Partner diesen Schritt bereits erfolgreich umgesetzt haben:

„Star Trek at Volkswagen“: Mixed-Reality-Engineering mit Microsoft HoloLens

Volkswagen hat auf dem Microsoft-Stand gezeigt, wie das Automobilunternehmen mit Hilfe von Mixed Reality die Arbeit von Designern und Ingenieuren revolutionieren könnte: Das Volkswagen Virtual Engineering Lab in Wolfsburg hat eine Software für Microsoft HoloLens entwickelt. Sie projiziert virtuelle Inhalte durch Gestensteuerung und Sprachbefehle auf ein physisches Objekt, etwa ein Fahrzeugmodell wie den Volkswagen Golf. Ein Fingerzeig genügt, und sofort zeigt Microsoft HoloLens eine andere Lackfarbe, baut andere Räder an oder verändert die Stoßfänger: Der Golf wird so zu völlig neuen Versionen.

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Schützt, was gut ist: Der Blick in die Zukunft geht durch Microsoft HoloLens

Ja, wir reden über Milchkartons. Eines der wichtigsten Themen auf der Hannover Messe ist die vorausschauende Wartung, denn hier spielt das Internet der Dinge bereits eine entscheidende Rolle. Das schwedische Unternehmen Tetra Pak ist Hersteller von Getränkekartons, die insbesondere als Verpackung für Milch Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden haben.

Tetra Pak setzt auf Microsoft Azure, um mit vorausschauender Wartung für höhere Maschinenlaufzeiten zu sorgen. Auf der Hannover Messe haben die Schweden gezeigt, wie das in der Praxis funktioniert: Vor einer Monitorwand kontrollieren Techniker weltweit die Produktionsstraßen zur Herstellung von Milchtüten. Sobald es eine Meldung über einen Vorfall gibt, der den Betrieb gefährdet, nehmen sie von der Zentrale aus Kontakt zu den Servicekräften vor Ort auf, die ebenfalls Microsoft HoloLens einsetzen, über die sie in Echtzeit Hinweise zur Wartung oder Reparatur der Maschinen erhalten. Mit den Anweisungen können sie die einzelnen Schritte direkt ausführen. Die Ergebnisse einer sechsmonatigen Testphase im Jahr 2016 mit elf Kunden zeigen, dass die Kunden pro Verpackungslinie bis zu 30.000 Euro sparen konnten.

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Mobil bis ins hohe Alter: „Nächster Halt – Treppenlift 4.0“

Um maßgeschneiderte Home-Mobility-Lösungen liefern zu können, setzt thyssenkrupp auf Microsoft HoloLens. Die Mixed-Reality-Brille ermöglicht Kunden in Echtzeit die Visualisierung eines Treppenlift-Produkts im eigenen Zuhause. Durch die Beschleunigung verschiedener Prozessschritte sind zudem bis zu vier Mal schnellere Lieferzeiten möglich. Microsoft HoloLens wird damit bei thyssenkrupp zu einem wesentlichen Werkzeug bei der Bereitstellung individueller Mobilitätslösungen in den eigenen vier Wänden.

Microsoft HoloLens wird den Kunden maßgeblich helfen, Mobilitätslösungen individuell zu gestalten. Treppen können nun sofort unter der Berücksichtigung von Ergonomie und Hindernissen wie Heizungen, Licht – und Elektrohalterungen oder der Nähe zur Wand usw. vermessen werden. Kunden können bequem auf einem Tablet sehen, wie der Treppenlift auf ihrer Treppe aussehen wird, und Entscheidungen zu Polsterung, Farbe von Stuhl und Schienen sowie maßgeschneiderten Besonderheiten treffen. So erhalten sie ein Produkt, das in das Erscheinungsbild ihres Zuhauses passt.

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Der Weg zum digitalen Wirtschaftswunder ist schon eine breite Straße, die mehr Tempo als bisher erlaubt

Die Beispiele in Hannover zeigen wunderbar, wie Kreativität und Visionen in Verbindung mit modernen Cloud-Technologien und revolutionärer Hardware zu neuen Produkten und Dienstleistungen führen können. Genau das ist es, was andere Unternehmen von diesen Beispielen lernen können. Mut und Offenheit für Veränderungen haben bei unseren Partnern und Kunden dazugehört, denn sie mussten dafür Wege beschreiten, die erst beim Gehen entstanden sind. Den Mut und die Offenheit brauchen die Unternehmen auch heute noch, obwohl aus dem Weg eine breite Schnellstraße geworden ist, die das höhere Tempo erlaubt, das die Analysten von IDC fordern. Jetzt geht es für Unternehmen aller Industrien darum, loszufahren und Gas zu geben!


Ein Beitrag von Katharina Schwarzkopf
Trainee Business Communications

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