"Windows Internal Database" – die Datenbank im Hintergrund


Viele nutzen sie, die wenigsten wissen etwas über sie: die sogenannte "Windows Internal Database" aka "SQL Server Embedded Edition (SSEE)". Das liegt vermutlich auch daran, dass die offizielle Microsoft Information im Web über diese Datenbank im Hintergrund sehr spärlich gesät ist.

Welchem Zweck dient die SSEE und wer verwendet sie?

Die Windows Internal Database dient als Microsoft internes Datenbankservice für diverse Microsoft Produkte/Services und wird unter anderem von den Windows SharePoint Services 3.0, Windows Server Update Services 3.0 und dem Windows Server 2008 verwendet. SSEE wird bei der Installation eines entsprechenden Produktes mit ausgeliefert.

Verwendbarkeit und Verwaltung

Die SSEE kann ausschließlich von Microsoft Produkten/Services verwendet werden, andere Produkte können sich nicht auf die Datenbank verbinden. Standardmäßig wird keine Verwaltungsoberfläche installiert, die "Windows Internal Database" kann aber über das (kostenfreie) SQL Server Management Studio Express verwaltet werden.

Einschränkungen/Limits

Die SSEE entspricht im Grunde einem "normalen" SQL Server (Standard Edition), das heißt es gibt keine Einschränkungen hinsichtlich der maximalen Größe der Datenbank oder des Hauptspeichers. Nachdem die SSEE aber eine SQL Server Spezialversion ist gibt es die folgenden Beschränkungen:

  • SSEE hat einen fixen Instanznamen und eine fixe Instanz ID.
  • SSEE beinhaltet keine Enterprise Management Tools wie sie mit SQL Server 2005/2008 zur Verfügung stehen (z.B. SQL Server Management Studio) um die Datenbank beispielsweise zu sichern oder wiederherzustellen.
  • SSEE kann nur lokal gemanaged werden. Ein Remotezugriff ist nicht möglich.
  • SSEE kann nicht in Web Farmen oder im Cluster Betrieb eingesetzt werden. Diese Lösung kann nicht beliebig skaliert werden und unterliegt daher bestimmten Limitierungen. Der SSEE ist aus diesem Grund als kritischer Ausfallpunkt ("single point of failure") zu sehen.
  • Nur speziell zugelassene Microsoft Windows Komponenten können diesen Service nutzen.

Unter Zuhilfenahme des SQL Server Management Studio Express kann also die "Windows Internal Database" administriert werden und zum Beispiel Sicherungen und Backups sowie Indexoptimierungen, Datenbank Verkleinerungen usw. durchgeführt werden.

Wichtig: es dürfen keinerlei Veränderungen an und in dieser Datenbank vorgenommen werden. Durch geringste Modifikationen von zum Beispiel Datenbank Schemata oder -Eigenschaften erlöschen sämtliche Supportansprüche. Also Finger weg von manuellen Modifikationen!

Zu guter letzt noch ein paar nützliche Links zu diesem Thema:

TechNet Überblick:
http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc754405.aspx

Migration von "Windows Internal Database" auf SQL Server 2005 (TechNet):
http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc708558.aspx

"HowTo" manage "Windows Internal Database" mit SQL Server Management Studio Express (Achtung - kein Microsoft Inhalt!):
http://www.mssqltips.com/tip.asp?tip=1577

 

Martin Pöckl
Martin.Poeckl@microsoft.com

Comments (2)

  1. Anonymous says:

    Aus aktuellem Anlass noch eine Zusatzinfo bezüglich Sharepoint (WSS/MOSS):

    – WSS verwenden die Windows Internal Database (SSEE) – es gibt daher kein Größenlimit der Datenbank

    – MOSS installiert und verwendet standardmäßig SQL Server Express -> damit ist die Datenbank auf 4 GB limitiert.

    Guter Blog Beitrag zu den Größenbeschränkungen inkl einem "Workaround" für MOSS (kein Microsoft Inhalt!): http://blogs.itacs.de/Consulting/Lists/Beitraege/Post.aspx?ID=8

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