Merkels Multi-Milliarden-Machtwort


Logbucheintrag: 181127

Gute Zeiten für Deutschland: Rund drei Milliarden Euro will die Bundesregierung investieren, damit Deutschland bei der KI-Forschung ganz vorne mitspielen kann. Dass diese drei Milliarden noch zusätzlich von der Wirtschaft gehebelt und voraussichtlich verdoppelt werden soll, macht die Sache nur umso lukrativer für alle Beteiligten. Denn schon im im Juli verabschiedeten Strategiepapier zur KI-Förderung hat die Bundesregierung darauf bestanden, dass durch praxisnahe Forschungsprojekte vor allem mittelständische Unternehmen einen unmittelbaren Nutzen aus der Initiative ziehen sollen.

Microsoft verfolgt ein ganz ähnliches Konzept zur Demokratisierung von KI mit seinen Partnern und Kunden. Mit neuen Zertifikaten und Qualifizierungsmöglichkeiten, mit einer Vielzahl von Cloud-Services und nicht zuletzt mit den KI-gestützten Security-Features in unseren Azure Rechenzenren haben wir ein komplettes Ökosystem rund um künstliche Intelligenz errichtet, das Unternehmen jeder Größe zugutekommt. Mit den Investments unserer Partner in die eigene Qualifizierung, aber auch durch die Entwicklung zusätzlicher KI-gestützter Lösungen wird das eigene Investment zusätzlich gehebelt.


Dabei haben wir gerade für Neueinsteiger in die Welt der künstlichen Intelligenz eine Roadmap entwickelt, die eine evolutionäre Entwicklung einer eigenen KI-Strategie im Unternehmen erlaubt. Steve „Guggs“ Guggenheimer, Microsofts Corporate Vice President for AI Business, hat diese
Reiseroute entwickelt (siehe Grafik). Sein Ratschlag für den Einstieg: Erst BI, dann AI. Also: erst Business Intelligence-Funktionen ausbauen, ehe man auf einer belastbaren Datenbasis mit KI-Funktionen beginnt.

In einem zweiten Schritt können Anwenderunternehmen dann die KI-Angebote aus der Azure Cloud, aus Dynamics 365 und Office 365 einsetzen, um so neue Erkenntnisse aus dem Datenbestand zu schöpfen. In einem nächsten Schritt sollten die sogenannten AI-Accelerators genutzt werden wie etwa Azure Bot Service oder Azure Cognitive Services, mit denen bestehende Anwendungen um neue Funktionen angereichert werden können. Erst danach sollte man mit der Entwicklung individueller KI-Funktionen auf der Azure-Plattform fortzufahren. So kann jedes neue KI-Projekt auf der Grundlage der erlangten Ergebnisse des Vorprojekts aufbauen.

„Es ist noch zu früh, um alles mit künstlicher Intelligenz auszustatten“, ist eines der geflügelten Worte von Steve Guggenheimer, „aber es ist zu spät, um gar nichts damit zu machen.“

Ich habe auf meinen letzten Reisen und Besuchen bei Partnern, Forschungseinrichtungen und bei Kunden eine echte Aufbruchsstimmung wahrnehmen können. Überall sehen ich KI-Strategien, die auf der Basis einer gesunden und fortgeschrittenen Digitalstrategie aufbauen. Hier entsteht, wie mein Freund Heinz-Paul Bonn in seinem Blog letzte Woche formuliert hat, ein „Kaufhaus des Wissens“.

In diese Aufbruchsstimmung muss sich die gesamte deutsche Wirtschaft eingrooven – und dazu bietet das KI-Programm der Bundesregierung einen guten Anreiz. Offensichtlich hat hier auch die Physikerin Angela Merkel ein Machtwort gesprochen, um Deutschland in diesem Multi-Milliarden-Markt eine nennenswerte Rolle spielen zu sehen. Allein in China entsteht derzeit ein Markt in der Größenordnung von 190 Milliarden Dollar. Zugegeben: Im Vergleich dazu nehmen sich die hier investierten Milliarden klein aus. Aber Deutschland verfügt über Unternehmen, die bereit sind für den Einsatz von KI. Das ist ein Vorsprung, der sich auch in Milliarden Euro kaum beziffern lässt.

 


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