Die Kraft der Gemeinschaft


Logbucheintrag 181108:

Cloud Computing lässt sich ohne den Geist der Sharing Community nicht verwirklichen. Denn gerade die Bereitschaft, wichtige Ressourcen zu teilen, ist der Garant für ihre wirtschaftliche Nutzung. Nur in Einzelfällen käme jemand auf die Idee, eine vollständige eigene Versorgungskette für Strom und Wasser zu etablieren. Informationstechnik wird mehr und mehr zu einer Basisversorgung für Unternehmen und private Haushalte. Und Azure ist die ideale Plattform für diese „Utilities“.

Es ist ein weiter Weg von der Maxime „Jedem sein persönlicher Computer“ zu: „Jedem sein persönlicher Zugang“. Aber Microsoft hat sich schon vor der Amtsübernahme von Satya Nadella auf den Weg in die Open Source Community gemacht. Seit drei Jahren aber wird dieser Weg konsequent fortgesetzt. Das ist einer der Gründe, warum Microsoft in den zurückliegenden Geschäftsjahren massiv hinzugewonnen hat – zum Beispiel an Marktanteilen in der Cloud. Zum Beispiel aber auch bei der Anzahl von Patenten, die übrigens mehr und mehr auf Open Source-Technologie beruhen.

Azure lebt ganz besonders von der Kraft der Gemeinschaft. Die Open Source Community trägt entscheidend zur Dynamik bei, mit der Microsoft neue Cloud-Services beim Ressourcen-Management, bei der Sicherheit, bei der künstlichen Intelligenz und im Internet der Dinge bereitstellen kann. Im Ergebnis entscheiden sich nicht nur immer mehr Kunden für Azure als zuverlässige Cloud-Infrastruktur. Sie entscheiden sich auch im Laufe der Zeit, immer mehr Ressourcen in die Cloud zu verlagern und aus der Cloud zu beziehen. Auch das ist ein Beispiel für die Kraft der Gemeinschaft.

Mit dieser Überzeugung haben wir uns auch entschieden, die Open Source-Plattform GitHub zu übernehmen. Seit Jahren wird immer mehr Code aus dem Microsoft-Ökosystem auf dieser Plattform generiert. Insgesamt steht GitHub heute für 28 Millionen Entwickler und 85 Millionen Code Repositories. Sie sind nach wie vor offen und verfügbar für die Gemeinschaft. Ja mehr noch: Microsoft wird seine bewährten Entwicklungsumgebungen für GitHub zur Verfügung stellen. Unsere Open Source-Tools wie Power Shell, Visual Studio und das Dot.Net-Framework warden bereits im großen Stil genutzt. Und auch die Anwendungsentwicklungsumgebung für MicroServices, Azure Service Fabric, ist bereits auf GitHub verfügbar.

Wie ernst es Microsoft mit der Open Source-Community ist, beweist auch der Beitritt zum IOpen Invention Network. Mit dem Zugriff auf 60.000 Patente haben wir hier für eine bessere legale Absicherung bei der Code-Entwicklung gesorgt. Bereits im Jahr davon ist Microsoft der Open Source Initiative beigetreten. Und mit der auf Linux basierenden SONiC-Technology (Software for Open Networking in the Cloud) unterstützten wir Open Source in unseren Rechenzentren.

Dabei gehen wir noch weiter. Mit „App Mirroring“ – also der Möglichkeit, Apps unter Windows zu starten, die nicht über Windows verfügbar sind – eröffnen wir eine Verbindung von Windows 10 mobile und dem Open Source-Betriebssystem Android. So können für Android entwickelte Apps von Windows aus gestartet werden.

Es versteht sich von selbst, dass GitHub eine eigenständige Einheit im Microsoft Ökosystem bleiben wird. Es wäre fatal, die Tore zu schließen und die Kraft der Gemeinschaft auszusperren. Das Gegenteil muss der Fall sein: Microsoft bekennt sich mit diesem Investment zur Open Source Community und der enormen Power, die daraus entsteht. Wie gefährlich es sein kann, von diesem Pfad abzuweichen, hat diese Woche Heinz-Paul Bonn in seinem Bonnblog „Nicht ganz dicht“ deutlich gemacht. Er warnt angesichts der Übernahme von Red Hat durch IBM davor, dass dieser Anbieter – wie er schreibt – „kaputtintegriert“ wird. Deutlicher kann man es nicht sagen.

 

 


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