Urlaub „gebucht“


Logbucheintrag 180817:

Ab in den Urlaub! Das alte Finanzjahr ist abgeschlossen, die Pläne für das neue sind schon im Kasten. Auf der Inspire haben wir das olympische Feuer für die kommenden Monate entfacht und weitgereicht. Jetzt heißt es, Kräfte sammeln für die nächsten Aufgaben.

Urlaub heißt Abschalten. Doch wir sind keine Maschinen, die man einfach so auf „Stand-by“ schalten kann. Wir nehmen unsere Pläne, unsere Inspirationen und unsere Erwartungen mit in den Urlaub, ventilieren sie, wenden sie und verwenden sie für Neues. Diese Muße muss sein!

Nur so gelingt der Blick über den Tellerrand. Der ist Sabine Bendiek, der Vorsitzenden der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, in ihrem Urlaubs-Blog ganz hervorragend gelungen. Wie die Angst vor dem Neuen überwunden werden kann, wie Fakten eine Renaissance erleben und wie wir die Zukunft gestalten können – davon handelt ihr Streifzug durch die Sommer-Lektüre dieses Jahres. Der Blog ist wirklich lesenswert.

Er hat mich dazu angeregt, das aktuelle Buch von Richard David Precht „Jäger, Hirten, Kritiker“ mit an den Strand zu nehmen: „Die Zukunft kommt nicht“, schreibt er, „sie wird von uns gemacht! Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?“

Das ist nicht nur eine Frage der Philosophie, es ist auch eine Frage der Mittel, die wir für unsere Zukunft einsetzen. Und genau damit beschäftigen wir uns bei Microsoft. Wir wollen den Einsatz von künstlicher Intelligenz so gestalten, dass wir Menschen nicht von Maschinen abgelöst werden, sondern von dumpfer, wiederkehrender und deshalb kräftezehrender Arbeit erlöst werden.

Dazu ist es wichtig, von Zeit zu Zeit innezuhalten, wie man das im Urlaub tun sollte. Die Auszeit ist dafür da, den Reset-Button zu drücken. „Hit Refresh“ nannte das Microsoft-CEO Satya Nadella in seinem Ende 2017 erschienenen Buch. Ich habe es mir noch einmal in die Urlaubstasche gepackt, um die faszinierende Transformation, die wir bei Microsoft erlebt haben und noch immer durchlaufen, noch einmal Revue passieren zu lassen. In der Strandtasche befindet sich auch das nachdenkliche Buch von Microsoft Research Fellow Jaron Lanier: „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“. Social Media, sagt er, „ist ein allgegenwärtiger Käfig geworden, dem wir nicht entfliehen können.“ Doch können wir – und sollten wir vor allem im Urlaub.

Wir haben mit Intelligent Cloud und Intelligent Edge fantastisches geleistet in den vergangenen zwei, drei Jahren. Und wir werden weitergehen auf dieser Reise in eine Welt, in der alles und jedes Teil eines Computers sein wird. Dass damit genau jene Ängste angesprochen sein können, die wir im Precht´schen Sinne richtig einordnen müssen, werde ich mir mit einem Klassiker des Science Fiction noch einmal vor Augen führen. Ich habe – anders als Sabine Bendiek – nicht den neuen Schätzing im Gepäck, sondern die gute alte Cyberpunk-Trilogie von William Gibson: „Neuromancer“, „Biochips“ und „Mona Lisa Overdrive“. Willkommen zurück im Sprawl, der gedanklichen Vorwegnahme der Cloud.

Und welche Lektüre beschäftigt Sie im Urlaub? Schreiben Sie mir einen Kommentar – ich freue mich auf weitere Anregungen.


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