Die Welt – ein Computer


Logbucheintrag 180626:

Unfassbare 340 Sextillionen – das ist 2 hoch 128 oder eine 3,4 gefolgt von 38 Nullen – IP-Adressen stehen der Welt nach dem aktuellen Standard IPv6 zur Verfügung. Die Zahl ist so unvorstellbar groß, dass auch der Hinweis, jeder Quadratmeter der Erdoberfläche könne mit 665.570.793.348.866.944 – das sind 665,5 Billiarden! – digitalen Ansprechpunkten vermessen werden, kaum zur Klarheit beiträgt. Es reicht vielleicht, wenn man sich bewusst macht, dass es mehr potentielle IP-Adressen gibt als Sandkörner an den Stränden dieser Welt…

Und selbst wenn auch nur ein Bruchteil davon jemals durch Maschinen oder Gegenstände genutzt wird, um Daten über den eigenen Status und die eigene Umgebung zu senden – das dabei entstehende Datenvolumen dürfte die Sextillionen-Grenze noch einmal bei weitem übertreffen. Die ganze Welt, so formulierte es Microsoft CEO Satya Nadella, ist dann ein einziger Computer. Die Vision aus Douglas Adams´ „Hitchhiker´s Guide to the Galaxy“ kann also schneller Wirklichkeit werden als wir denken. Doch während dort am Ende aller Rechenoperationen lediglich die Zahl „42“ als Antwort auf die Frage aller Fragen erschien, erwarten wir detaillierte Auskunft aus den großen Datenmengen, die die Maschinen erzeugen. Ohne künstliche Intelligenz geht das nicht.

„Digitaltechnologien werden überall eingebunden sein – in jedem Gegenstand, jeder Person. Jeder Lebensschritt wird durch digitale Technologie gestaltet – das passiert in unseren Heimen, bei der Arbeit, an jedem Ort, an dem wir uns unterhalten und aufhalten“, meinte Satya Nadella kürzlich bei einem Besuch in London. Kein Wunder also, dass sich Microsofts Business-Fokus vom Personal Computer zum „Welt-Computer“ wandelt: Die Umsätze mit Azure wachsen schneller als der Rest der Company. Und mit unserem Investment in KI-Lösungen treiben wir diese Technologie voran.

Dazu haben wir neben den Investitionen in die eigenen Entwicklungen auch zahlreiche Zukäufe in den letzten Wochen getätigt – die Investitionen reichen dabei an rund zehn Milliarden Dollar alleine in der ersten Hälfte dieses Jahres heran:

  • Die jüngste Akquisition ist dabei Flipgrid, eine „Social Learning Video Plattform“. Das vor drei Jahren in Minneapolis gegründete Unternehmen hat sich auf Erklär-Videos spezialisiert, mit deren Hilfe die Art und Weise, wie wir lernen und lehren revolutioniert wird. Je stärker wir erklärungsbedürftige KI-Tools über die Azure Plattform anbieten, desto notwendiger wird auch hier die Möglichkeit, Einsatz und Nutzen für alle verständlich zu machen.
  • Als Plattform für das Training von Machine Learning-Systemen haben wir wiederum das KI-Startup Bonsai übernommen. Das in Berkeley angesiedelte Unternehmen hat sich auf ML-Modelle für industrielle Steuerungssysteme spezialisiert. Bonsai ist somit ein wichtiger Baustein für den Ausbau von künstlicher Intelligenz im Internet der Dinge. In Kombination mit den Lösungen von Microsoft Research wollen wir eine umfangreiche KI-Toolchain für das Training autonomer Modelle schaffen. Dazu nutzen wir Azure Machine Learning auf der Brainwave-Plattform in der Azure Cloud.
  • Ebenfalls in Berkeley sitzt Semantic Machines, das sich auf die Entwicklung von Conversational AI spezialisiert hat. Unsere Motivation für die Übernahme dieses Startups besteht unter anderem darin, Sprachassistenten wie Cortana oder Microsoft Cognitive Services weiter zu verbessern. So entstehen Systeme, die menschliche Sprache auch semantisch besser verstehen, darauf reagieren und entsprechend handeln können.
  • Entsprechend Satya Nadellas Überzeugung, dass jedes Business über kurz oder lang ein softwaregetriebenes Geschäft ist, haben wir die Entwickler-Plattform GitHub für 7,5 Milliarden Dollar erworben. Denn SaaS-Entwickler stehen im Zentrum der Digitalwirtschaft. Und das ist auch der Grund, warum wir GitHub als Open Source Plattform unabhängig belassen werden. Wir unterstützen Entwickler auf GitHub mit aller Professionalität, die wir auf der Azure Plattform bereitstellen können.

Diese vier Investitionen aus den vergangenen Wochen und Monaten sollen zeigen, wie intensiv sich Microsoft auf eine Welt einstellt, die ein einziger großer Computer ist, der sieben Milliarden Menschen, 50 Milliarden Geräte und in Zukunft Sextillionen IP-Adressen versorgt. Die Welt – ein Computer. Und Azure als Plattform.


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