Der KI-Faktor


Logbucheintrag 180327:

55 Prozent der Deutschen, das hat jetzt eine Studie aufgedeckt, glauben, noch nie etwas mit künstlicher Intelligenz zu tun gehabt zu haben. Lediglich 15 Prozent sind sich sicher, mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten in den Genuss von KI-Services gekommen zu sein. Erstaunlich! Eine der größten Revolutionen nicht nur in der Informationstechnik, sondern in der gesamten Technikgeschichte vollzieht sich von der Öffentlichkeit unbemerkt.

Dabei hat der Umsatz mit KI-Lösungen laut dem Statistikportal Statista im vergangenen Jahr bereits 2,42 Milliarden Dollar betragen – knapp doppelt so viel wie im Jahr davor. Und wenn man den Forecasts glaubt, die dem Statista-Zahlenwerk zugrunde liegen, dann wird sich dieses Wachstumstempo weiter beschleunigen. Im laufenden Jahr werden vier Milliarden Dollar umgesetzt, Und 2025 werden sich die weltweiten Revenues mehr als verzehnfacht haben: auf dann knapp 60 Milliarden Dollar.

Einer der Gründe dafür, dass sich diese Technologie einerseits so rasant, andererseits so unerkannt entwickelt, dürfte darin liegen, dass KI vor allem als Service aus der Cloud angeboten wird. Also anders als in der öffentlichen Meinung tritt KI nicht in Roboter-Gestalt auf, sondern in freundlichen Apps auf dem Smartphone und in mehr Automation bei Geschäftsprozessen. Für den individuellen Nutzer entstehen in der Regel keine oder kaum Kosten. Er bezahlt mit seinen Daten oder pro Transaktion. Der Nutzen dagegen ist gewaltig.

Die Kosten – aber auch die Gewinne – liegen vielmehr bei den Plattform-Anbietern. Und hier geht der Kampf um Marktanteile gerade erst richtig los. Deshalb baut Microsoft die Azure-Plattform zu einer umfassenden KI-Basis aus, die sowohl Cortana, Bing, Office 365, Dynamics 365 und Microsoft 365 umfasst. Deshalb hat CEO Satya Nadella die Marktführerschaft bei KI-Angeboten zu einem der vorrangigsten Ziele für die nächsten Monate erkoren. Wir stehen im harten Wettbewerb mit den führenden Internet-Anbietern aus den USA, Europa und nicht zuletzt China. Doch es lohnt sich: 50 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2025 ist ein ziemlich großer Kuchen.

Und es ist nicht der einzige Kuchen, nach dem wir auf der Azure-Plattform greifen: Der Markt für Big Data Analytics oder Smart Data ist bereits weiter entwickelt, profitiert aber jetzt zusätzlich vom KI-Faktor: 33 Milliarden Dollar wurden damit nach Statista-Schätzungen 2017 umgesetzt. Im Jahr 2025 werden es 84 Milliarden Dollar Umsatz sein. Dagegen ist der Markt für autonom fahrende Autos, die mit KI-Hilfe durch den Verkehr gelotst werden, noch vergleichsweise klein. Sechs Milliarden Dollar werden hier im Jahr 2025 umgesetzt. Der größte Teil der aktuellen KI-Umsätze kommt bereits jetzt den automatisierten Enterprise Solutions: 2016 haben Unternehmen für den KI-Faktor in ERP-Systemen und Finanzanwendungen bereits 360 Millionen Dollar ausgegeben – das entspricht einem Viertel der gesamten KI-Ausgaben!

Wie der KI-Faktor heute schon die Welt verändern kann, hat Microsoft jetzt zusammen mit dem Audi-Partner EFS – Elektronische Fahrwerksysteme – in Gaimersheim bewiesen. Auf der Basis des Grafikprozessors Tesla P100 von NVIDIA unter Azure NC-Series VM haben wir Deep Learning-Funktionalitäten und Speichersysteme aus der Azure-Cloud beigesteuert, um zu zeigen, dass autonome Fahrzeuge ihr Fahrverhalten selbstlernend optimieren können. Dabei werden die Kamerabilder des Fahrzeugs analysiert und in Fahrbefehle umgesetzt. Damit reduziert sich der Aufwand für digitalisierte Straßenkarten signifikant.

Das Beispiel zeigt, dass in modernen, komplexen KI-Anwendungen mehrere KI-Faktoren zusammenkommen: Azure als hoch-performante VM-Plattform, schnelle Speichermedien, Bilderkennung und Deep Learning. Dieses Zusammenspiel wird mehr und mehr typisch für Projekte, wie wir sie mit Partnern und Kunden zusammen realisieren. Deshalb investieren wir nicht nur in die Technologie und ihre Bereitstellung in neuen regionalen Rechenzentren. Wir investieren auch, um unsere Partner und über sie unsere Kunden zu befähigen, diese KI-Angebote für neue Lösungen zu nutzen – auch wenn dann wieder kaum jemand den KI-Faktor bemerkt…

 

 

 

 

 

 

 


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