Bildungsoffensive


Logbucheintrag 171024:

Lange Zeit haben wir uns unsere eigene Meinung zu künstlicher Intelligenz gemacht. Sie galt als reine Laborwissenschaft ohne nennenswerten Bezug zur Realität. Sie war kostspielig, zeitintensiv, verlangte Programmierkenntnisse abseits des Mainstreams, und ihre Ergebnisse waren alles andere als überzeugend. Selbst Marvin Minsky, auf den der Begriff Artificial Intelligence zurückging, staunte über die grenzenlose Dummheit der Computer: Wir können ihnen beibringen, den Highschool-Abschluss in Mathematik zu machen, aber sie können keinen Hund von einer Katze unterscheiden…

 

Das hat sich inzwischen fundamental gewandelt: Bild-, Sprach- und Videoerkennung sind so weit fortgeschritten, dass wir heute beliebige Szenarien umsetzen können, bei denen Mustererkennung das zentrale Lösungselement ist. Wir können Massendaten auswerten und vorausschauende Analysen anstoßen, mit denen wir beispielsweise erkennen können, welche Produkte in der kommenden Zeit eine besondere Nachfrage genießen, oder welche Maschinen         in den nächsten Tagen wahrscheinlich ihren Geist aufgeben können. Wir können regelbasierte Systeme Routineaufgaben erledigen lassen und uns den wirklich wichtigen Dingen zuwenden. Wir können die Automatisierung bis hin zu autonomen Systemen vorantreiben, bei denen Autos selbständig fahren, Co-Bots sich auf die Bewegungen ihres menschlichen Kollegen einstellen und Finanzsysteme eigenständig Transaktionen auslösen.

Und wir können das tun, weil wir immer mehr KI-Funktionen als Cloud-basierte Dienste im Azure Solution Stack anbieten. Satya Nadella nennt das die Demokratisierung der künstlichen Intelligenz. Mit einem Mal haben wir diese Funktionen per APIs zur Verfügung und können sie einbauen, wo wir wollen. Das einzige, was wir nicht mehr können, ist diese Entwicklungen weiterhin zu ignorieren.

Dazu brauchen wir eine Bildungsoffensive. Wir müssen mehr und mehr Microsoft Partner in die Lage versetzen, aus diesen Optionen auch Umsätze zu generieren. Schon der Weg ins Cloud Computing zeigt uns, dass es für viele schwierig ist, mit der Dynamik der technischen Entwicklung mitzuhalten. Derzeit kann Microsoft auf durchschnittlich mehr als zwei ausgebildete Azure Professionals pro Cloud Partner zurückgreifen. Bei unseren KI-Services ist die Dichte der zertifizierten Professionals or KI-Partner ähnlich – aber wir wollen mehr. Der Satz vom lebenslangen Lernen hat noch nie so sehr gestimmt wie heute.

Wir haben uns deshalb für 2018 das Ziel gesetzt, eine Bildungsoffensive rund um Cloud- und KI-Technologien aufzusetzen. Wir wollen erreichen, dass sich rund eine Viertelmillion Mitarbeiter unserer Partner im kommenden Jahr für einen Online-Kurs anmelden. Und wir wollen erreichen, dass etwa die Hälfte diesen Kurs auch beendet. Am Ende des Jahres wollen wir eine stattliche fünfstellige Zahl an zusätzlichen Zertifikate ausgestellt haben.

Dabei werden wir die Inhalte weiter ausbauen – vor allem in Richtung Cloud-Nutzung, aber auch mehr und mehr in Richtung künstlicher Intelligenz. Im zweiten Quartal 2018 bieten wir neuen Content zu den Themen Managing Azure on IaaS, Security, Business Intelligence und Data Analytics, Backup, Archive und Desaster Recovery sowie schließlich Azure for Government. Im dritten Quartal werden wir schließlich Kurse zu den Themen Customer-Facing Apps, Internal Business Apps, Artificial Intelligence und Machine Learning sowie Big Date und Data Warehouse anbieten. Und bis zum Jahresende folgen dann noch Lerneinheiten zu den Themen Advanced Threat Analytics, High-Performance Computing, IoT Predictive Maintenance und Remote Monitoring, Azure Stack, Azure for VMware Admins und schließlich SAP on Azure.

Jeder dieser Kurse bietet das Potential für Partner, zusätzliche Umsatzquellen rund um die Cloud und künstliche Intelligenz zu erschließen. Und dabei kann jeder sein eigenes Lerntempo selbst bestimmen. Wir vermitteln entweder durch Lehrpersonen oder über selbstbestimmtes Lernen praktische Erfahrungen mit den Themen. Und am Ende winken rollenspezifische Zertifikate, die nicht nur die eigene Qualifizierung weiter dokumentieren, sondern auch das Beratungsportfolio der Partner kontinuierlich ausbaut.

Denn das muss uns allen klar sein: Die Bereitstellung der Technologie im Azure Solution Stack ist eine Seite der Medaille. Die andere ist die Befähigung, diese Technologien auch sinnvoll für unsere Kunden einzusetzen. Wir können uns nicht mehr zurücklehnen. Wir brauchen eine Bildungsoffensive.


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