Willkommen zurück in der Zukunft, Doc Brown und Marty McFly!


Sie sind zurück in der Zukunft! „We‘re descending toward Hill Valley, California, at 4:29 p.m., on Wednesday, October 21, 2015. 4:29 pm“ sagt Doc Brown am Ende des Spielfilms „Zurück in die Zukunft II”. Science Fiction Fans in aller Welt treffen sich daher heute um exakt diese Uhrzeit – bei uns wegen der Zeitverschiebung gegen halb zwei morgens –, um die Rückkehr von Doc Brown und Marty McFly zu feiern – übrigens unter anderem mit einer „Marty McFly Welcome Party“ auf Facebook.

Fest steht: Die Bilanz der beiden ist durchwachsen

Die beiden werden sich allerdings wundern, wenn sie aus den späten 80ern kommend in der Zukunft landen. Denn Doc Brown und McFly werden nicht alles zu ihrer Zufriedenheit vorfinden: Schwebende Hoverboards gibt es (noch) nicht, auch wenn wir mit den Segways schon nahe dran sind. Auf Schuhe, die sich selbst zubinden und Jacken, die sich automatisch an die Körpergröße ihrer Träger anpassen, warten wir noch heute. Auch der Mac-Rechner im Antiquitätenladen trifft nicht so ganz den Kern, obwohl diese Idee durchaus Charme hat. 😉

Andere Sachen werden ihnen dagegen bekannt vorkommen: Videotelefonie ist mit Skype for Business auf Geräten, die viel Ähnlichkeit mit den Communicators der 80er haben und heute auf den Namen „Smartphone“ hören, eine Selbstverständlichkeit. Flachbildschirme hängen nicht nur einfach an der Wand, sondern sind längst interaktive Kommunikationsgeräte – zumindest wenn man den interaktiven Surface Hub von Microsoft als Beispiel nimmt. Da wären Doc Brown und Marty McFly bestimmt schwer beeindruckt, ich jedenfalls bin es.


Das erste Bildtelefon ist übrigens schon fast 90 Jahre alt und kommt erstmals im UFA-Klassiker Metropolis von 1927 vor. Headsets, Tablet-Computer und Wearables – beliebte Accessoires bei Star Trek – gehören längst zum Alltag. Die erste SmartWatch kommt eben nicht aus dem Silicon Valley, sondern baumelte am Handgelenk von Captain James Tiberius Kirk. Darüber habe ich mit Raul Krauthausen, der Science Fiction-Filme mindestens genauso liebt wie ich, auf der re:publica 14 ein Panel gestaltet: „Science Fiction: Warum haben es einige Phantasien ins Leben geschafft, andere nicht. Was kommt?“. Das Panel gibt es hier zum Nachhören.

Science Fiction ist stilbildend

Science Fiction wirkt in jeder Generation stilbildend. Viele von uns bestreiten komplette Konversationen mit Sätzen aus Star Wars oder Zurück in die Zukunft. Das Design der Klassiker mag in der Rückschau manchmal ungewollt komisch wirken, aber vom Prinzip her stimmt es, wie uns Tablets und Wearables zeigen.

Stilbildend sind viele Science Fiction-Filme also auch wegen ihres revolutionären Produktdesigns, mit dem sie viele Formfaktoren der Zukunft vorweg nehmen. Meiner Meinung nach ist das Produktdesign u.a. deshalb so gut, weil sie dabei keinerlei technische Restriktionen haben. Sie müssen die Frage nach der Machbarkeit nicht beantworten, sondern können ihren Visionen freien Lauf lassen.

Im Grunde geht es weniger um Technik, als um Menschheitsträume

Obwohl die Technik eine große Rolle in diesen Filmen spielt, ist sie aus meiner Sicht nicht das Entscheidende. Immer spiegeln die dafür erfundenen Gadgets vor allem die Wünsche der Menschen wieder – nach universeller Kommunikation, nach durchgehender Vernetzung, nach guter Arbeit, deren Routine Roboter übernehmen.

Das Spannende der Jetztzeit ist für mich, dass wir heute viele ergonomische Vorstellungen aus den Science Fiction-Filmen der 1980er und 1990er Jahre technisch weitgehend umgesetzt haben. Von unseren Geräten wie modernen Smartphones und Tablets konnten Doc Brown und Marty McFly nur träumen. Für uns sind sie längst Realität. Daher freue ich mich, dass ich anders als die beiden nicht nur Gast im Jahr 2015 bin, sondern im Jetzt wohne, lebe und arbeite. Ganz sicher nicht die schlechteste Zeit, um zu sehen, wie aus Utopien Wirklichkeit wird.

 

 

 

Ein Beitrag von Thorsten Hübschen (@ThorHuebschen)
Verantwortlich für das Office Geschäft bei Microsoft Deutschland

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