Warum ein Mix aus Büro und mobiler Arbeit glücklich macht


Die langfristigen Veränderungsprozesse, die die digitale Transformation in Gang gesetzt haben, schreiten seit einigen Jahren fort. Dennoch stehen wir noch immer am Anfang dieser Entwicklung. Einen Zwischenstand zur Digitalisierung in Unternehmen und dem Wandel der Arbeitswelt zeigt nun eine neue Studie. Da wir uns bei Microsoft sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen, möchte ich heute die Kernergebnisse und meine Sicht darauf vorstellen.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, und die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) haben gemeinsam einen Report veröffentlicht, der sein Augenmerk auf die Auswirkungen von mobilem Arbeiten auf Mensch und Unternehmen legt. Herangezogen haben die Forscher dazu die Daten bestehender Studien aus verschiedenen Ländern, darunter Finnland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und Deutschland. Ausgewertet wurde zum einen, wie verbreitet mobiles Arbeiten, also das Arbeiten mit mobilen Endgeräten an anderen Orten als dem klassischen Büro, in diesen Ländern bereits ist. Zum anderen betrachten die Forscher auch, welchen Einfluss diese Arbeitsweise auf Arbeitszeit, Performance, Work-Life-Balance, Gesundheit und Wohlbefinden hat.

Die Kernergebnisse der ILO-Studie im Überblick

Wie auch in vielen anderen Bereichen der digitalen Transformationen, sind Schweden und Finnland im europäischen Vergleich besonders weit entwickelt. Hier arbeiten 32 bzw. 28% der Beschäftigten zumindest gelegentlich mobil. In Deutschland sind es nur 12% der Arbeitnehmer, der EU-Durchschnitt liegt bei 17%.

Die Forscher befanden, dass die Auswirkungen des mobilen Arbeitens stark davon beeinflusst werden, wie häufig Arbeitnehmer ihren Aufgaben von anderen Orten als dem Büro nachkommen. Dazu werden drei Gruppen unterschieden: Personen,

  1. die gelegentlich von zu Hause oder einem anderen Ort arbeiten,
  2. die immer im Büro arbeiten, oder
  3. die ausschließlich mobil arbeiten.

Bei Microsoft ist das Konzept der Vertrauensarbeitszeit und des Vertrauensarbeitsort seit vielen Jahren wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die meisten Menschen nicht langfristig auf dieselbe Weise arbeiten und diese Aufteilung entsprechend nicht starr sein kann. Wir beschreiben diesen Umstand mit dem Begriff #worklifeflow. Denn wie und vor allem wo wir arbeiten, hängt maßgeblich von unseren Lebensumständen ab und ändert sich immer wieder.

Höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter durch Selbstbestimmung

Als positive Effekte der mobilen Arbeit nennt der ILO-Report geringe Pendelzeiten, die mitunter als stressig wahrgenommen werden, Arbeitszeitautonomie, eine ausgewogene Work-Life-Balance und höhere Produktivität. Diese Einflüsse ließen sich vor allem bei Beschäftigten finden, die gelegentlich mobil arbeiteten. Für den Arbeitgeber ergeben sich daraus ebenfalls Vorteile: Eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter, beispielsweise durch Selbstbestimmung, kann zu höherer Motivation zu führen. Darüber hinaus sind bei regelmäßiger mobiler Arbeit weniger Büroplätze notwendig, was zu Kosteneinsparungen führen kann.

Hingegen fanden die Forscher bei Beschäftigten, die ausschließlich außerhalb des Büros arbeiteten, eher negative Effekte: Sie fühlen sich gestresster, was sich negativ auf ihr Wohlbefinden und die Work-Life-Balance auswirkte, und neigten zu mehr Überstunden.

Was wir daraus lernen können – und unsere Antworten bei Microsoft

Unsere wichtigste Erkenntnis aus diesen Ergebnissen: Die Mischung macht‘s. Wir fühlen uns durch die Ergebnisse in unserem neuen Büro- und Arbeitskonzept im #OfficemitWindows bestätigt. Dieses beruht auf der Überzeugung, dass Technologie und Raum nicht Treiber für einen Wandel im Unternehmen sind, sondern diesen unterstützen müssen. Im Fokus muss immer der Mensch und die zentrale Frage stehen: Wie wollen wir arbeiten?

Durch Vertrauensarbeitszeit und -ort und eine moderne technische Ausstattung geben wir unseren Mitarbeitern alle Instrumente an die Hand, die sie für selbstbestimmte Arbeit benötigen. Auf diese Weise ermöglichen wir allen Beschäftigten, ihren persönlichen #worklifeflow zu leben. Flexibilität ist dafür die oberste Prämisse und gilt für alle Mitarbeiter gleichermaßen: Wir können so arbeiten, wie wir möchten. Das gilt sowohl für diejenigen, denen mobiles Arbeiten gefällt, als auch für die, die lieber ins Büro kommen ­– das mit dem „Smart Workspace“ Konzept ebenfalls auf die Bedürfnisse der Beschäftigten und Teams zugeschnitten ist. Auf diese Weise lassen sich auch, den Forschungsergebnissen folgend, gelegentliche mobile Arbeit und Anwesenheit in unserer Deutschlandzentrale in Schwabing gut miteinander verbinden. Wir sehen uns damit auf einem guten Weg ­und hoffen, dass noch viele weitere Unternehmen und Organisationen nachziehen werden.

Wer mehr dazu erfahren mag, dem empfehle ich unsere aktuelle #worklifeflow-Podcast-Serie auf Soundcloud, den Podcast findet ihr hier auch auf iTunes!

 

Ein Beitrag von Markus Köhler
Senior Director Human Resources & Mitglied der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland

Markus_Koehler

 

Comments (1)

  1. Vertrauensarbeitszeit und Vertrauensarbeitsort, "Hut ab" Ich hoffe doch das noch mehr Unternehmen diesen Weg gehen werden.

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