Unterrichten mit dem Surface Pro 4 – #besserlernen durch besseres Lehren


Ein Jahr mit dem Surface Pro 4

Rückblickend auf das vergangene Jahr mit dem Surface Pro 4 kann ich sagen, dass meine Entscheidung, auf diese Plattform zu wechseln, genau richtig war. Auch, wenn ich vom iPad als Tablet überzeugt bin, kann das iPad nicht überzeugen, wenn es um handschriftliche Notizen geht. Zudem ist es schwierig mit dem iPad modernen, cloudbasierten Unterricht mit verschiedenen, multimedialen Inhalten zu präsentieren. Dies ist die große Stärke einer Windowsplattform und damit des Surface. Das erste, was sich bemerkbar machte war, dass die Unterrichtsorganisation und das effiziente Klassenmanagement viel, viel einfacher wurde.

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Ich habe für jedes Unterrichtsfach ein OneNote-Notizbuch, dass in die Kategorien Vorbereitung, Unterrichtsfolien, Prüfungen und Sitzpläne unterteilt ist. Zudem habe ich alle Unterlagen in meinem OneDrive, so dass ich auch darauf zugreifen kann, wenn das Surface mal nicht in der Nähe ist, z.B. über das iPhone in der Bahn oder vom PC am Arbeitsplatz. Jede Unterrichtseinheit hat eine eigene Seite im entsprechenden Notizbuch, so dass ich diese am Ende der Stunde einfach eine PDF exportiere und in das Studenten-Netzwerk zu meiner Veranstaltung einstellen kann. Die Studenten sind also nach dem Verlassen des Unterrichts bereits in der Lage, die präsentierten Folien runterzuladen und nachzuvollziehen.

Auch in meinem Hauptberuf hat sich das Surface etabliert. Notizblöcke sind passee und in Besprechungen werde ich immer gefragt, ob das ein dienstliches Gerät ist, was ich lächelnd verneine. Genau dafür wurde das Surface geschaffen – weg mit den Notizblöcken und Stiften dieser Welt!

Mehr Zeit für die Studenten - Besser Lernen

Wie soll das alles nun dazu führen, dass die Studenten besser lernen können? Nun, als wirtschaftlich denkender Mensch bin ich davon überzeugt, dass mehr Zeit für eine Tätigkeit auch mit besserer Leistung einhergeht. Dadurch, dass die Studenten im Unterricht Ihre Zeit nicht mit Abschreiben verbringen, kann der Unterricht von dieser „befreiten“ Zeit profitieren. Natürlich ist dies ganz stark vom jeweiligen Lerntyp abhängig, der man ist. Ist man ein auditiver oder visueller Lerntyp und lernt durch zuhören oder zuschauen, kann man durchaus auf die Phase des (Ab-)Schreibens verzichten und hat hier den Benefit, die gesparte Zeit mit weiterem Lernen in Unterrichtssituation zu verbringen. Ist man der taktile Lerntyp und ist auf das Abschreiben der Informationen angewiesen, hat man zwar nicht den unmittelbaren Vorteil, mehr Lernzeit im Unterricht zu erhalten, aber zumindest hat man keinen direkten Nachteil und kann von den weiteren Vorteilen dieser Unterrichtsart zehren.

Einen weiteren Vorteil für die Studenten ergibt sich direkt aus der Nutzung von OneNote für die Visualisierung der Unterrichtsinhalte an der Wand. Dadurch, dass die Folien im Anschluss an den Unterricht unverändert an die Studenten weitergegeben werden, haben die Studenten die Sicherheit, dass alle die gleichen Informationen zur Verfügung haben und nichts vergessen werden kann.

Zusehens wurde der Einsatz der verschiedenen Elemente im Unterricht einfacher und die Verwendung der verschiedenen Medien komplexer. Ob man nun ein Thema mit einem kleinen YouTube-Filmchen einführt oder schwierigen Stoff mit einer Filmchen-Pause unterbricht und kurz über den Inhalt diskutiert oder einen Zeitungsausschnitt austeilt und den Inhalt mit verschiedenen Artikeln oder Facebookposts aus dem Internet von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. All das lässt sich während des Unterrichts individuell auf das Publikum anpassen. Wikipedia aufrufen und auf der Website malen? Kein Problem – Windows 10 macht‘s möglich.

Was haben wir in Zukunft zu erwarten?

Ich habe mir das Surface und die anderen Geräte zugelegt, weil ich gelernt habe, dass technische Neuerungen nur sehr behäbig in die Klassenräume und Hörsäle vordringen. Wenn ich etwas Derartiges nutzen möchte, schaffe ich mir das selber an. Die neueste Anschaffung der Einrichtung an der ich unterrichte sind Dokumentenkameras, die den Overheadprojektor ersetzen sollen. Für mich ein Schritt in die falsche Richtung, aber wirtschaftlich nachvollziehbar. Ich fänd‘ es besser, wenn alle Dozenten auf etwas, wie das Surface setzen würden, um Medienbrüche zu vermeiden. Ich würde mir wünschen, dass etwas, wie BOYD für Studenten entwickelt werden würde, das es den Schülern ermöglicht, direkt von ihren eigenen Geräten im Unterricht auf das vom Dozenten geschriebene zuzugreifen und gegebenenfalls selber etwas auf die Unterrichtsfolien zu schreiben.

Wichtig ist nur, dass moderne Projektionstechnik in die Räume einzieht und man darauf verzichtet, teure Technik, wie Smartboards anzuschaffen, um antiquierte Technik, wie die Tafel zu „emulieren“. Hier wird immer Software gebraucht, die eventuell nicht so lange hält, wie die Hardware. Öffentliche Schulen und Institutionen müssen aber auf Technik bauen, die langfristig, wirtschaftlich betrieben werden kann und gegebenenfalls kostengünstig ersetzt oder repariert werden kann. Die Technik müsste dabei nicht mal teuer sein – ein Standardbeamer unter der Decke würde heute schon ausreichen.

Das gesparte Geld könnte man dann in Informationsveranstaltungen für die Lehrkräfte stecken und Sie in Präsentationstechniken, OneNote und co fit machen. Zudem ist es zu überlegen, ob man nicht nur die Kleinsten über MINT wieder an Computer und Technik heranführt, sondern vielleicht auch das Lehramtsstudium im Bereich Unterrichtsorganisation etwas aufpeppt. Ich für meinen Teil werde mir bestimmt auch das nächste Modell des Surface zulegen und weiter an meinen Unterrichtskonzepten arbeiten – Danke Microsoft, macht weiter so!


Ein Gastbeitrag von Sebastian Schäfer

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Comments (1)

  1. Diesen Beitrag möchte ich mit einer Kleinigkeit ergänzen.
    Dass der Einsatz von Endgeräten in Hochschulen und mittlerweile auch allgemeinbildenden Schulen Einzug erhalten hat, spricht in erster Linie für die Hersteller und Entwickler der großen IT-Firmen.
    Und dennoch muss ergänzt werden, dass vor allem Schulen einem Schulträger unterliegen, welcher das Preis-Leistungsverhältnis abwägen und konkrete Einsatzszenarien prüfen muss.
    Bei letzterem ist es von zentraler Bedeutung, dass sich IT-Dienstleister an Schulen deren Bedürfnissen und Wünschen annehmen. Ohne jene würde weder Microsoft noch ein anderer Hersteller auch nur ein einziges dieser tollen Geräte an Schulen verkaufen. (https://schultech.de)
    Zudem sind oftmals die geforderten Produkteigenschaften der Schulen nicht kongruent mit denen, die Microsoft in ihre “Schul-Hardware” verbaut. Dies führt selbst im Bildungsmarkt für zu hohe Preise – was wiederum zur Ablehnung für die Beschaffung eines Surface an Schulen führt.

    Wird Microsoft an diesen Punkten ansetzen, können deutlich mehr SchülerInnen an deutschen Schulen von den Möglichkeiten dieser Produktreihe profitieren.

    Lukas Gerthofer
    schultech GmbH

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