Unterrichten mit dem Surface Pro 4 – #besserlernen durch besseres Lehren


Ich legte mit einen Lenovo Thinkpad Tablet 2 wieder ein Windowsgerät zu. Was mich dazu gebracht hat? Die Verbindung von kapazitivem Touchscreen mit aktivem Digitizer. Es stellte sich heraus, dass das genau das ist, was ich vor Jahren als Schwelle für den praktischen Einsatz definiert hatte. Und tatsächlich es ließ sich genauso einsetzen, wie ich mir das gedacht hatte. Leider gab es immer noch kleine Probleme. Der Atom-Prozessor, den das Gerät hatte, war zwar leistungsstärker als früher, konnte aber die Handschrift noch nicht perfekt umsetzen. Auch das Lenovo nahm sich zur Belustigung meiner Studenten gelegentlich eine Auszeit, um nach einer Überlegungspause das Geschriebene in einen dicken Krakelblock wiederzugeben. Der Formfaktor war 16:10 – toll für Medien, aber nicht gut für Notizen oder Wandprojektion. Und der Stift war noch zu weit vom gewohnten Folienschreiber weg. Zudem hatte das Tablet nur einen HDMI-Ausgang und in vielen Räumen waren noch VGA-Beamer.

Makerfair 2014 – erster Blick auf das Surface

Auf der Makerfair 2014 hatte ich dann die erste Gelegenheit, ein Surface unter Windows 10 auszuprobieren und war beeindruckt. Formfaktor, Stift und sogar das Schreibgefühl passte. Perfekt – wirklich perfekt. Keine Eierlegende-Wollmilch-Sau, aber für meine Zwecke wie geschaffen. Sollte es wirklich soweit sein, dass die Technologie endlich soweit war, dass die Vorzüge eines Net- bzw. Ultrabooks gepaart mit den Vorzügen eines perfekt angepassten Tablets und Stylus vereint werden konnten?

Wegen der ersten Surface-Modelle war ich skeptisch, wurde aber in der halben Stunde, in der ich die Surface-Windows 10-Kombo ausprobieren konnte, optimistisch gestimmt. Nun stand ich wieder an einem Scheidepunkt. Apple hat das iPad Pro angekündigt und ich musste mich entscheiden, ob ich lieber wieder zurück zu Apple gehen wollte oder ob ich nun bei der Windowsplattform bleibe. Diese Entscheidung war wirklich nicht leicht, da ich die Apple-Produkte sehr zu schätzen weiß, allerdings wusste ich auch, dass es auf den Stylus ankommen würde. Hier wollte ich keine Kompromisse machen und griff auf Altbewährtes zurück. In der Windowsumgebung ist die Nutzung eines Stylus bereits seit mehr als zwei Jahrzenten präsent, während Apple gerade die Einstellung Steve Jobs „die Welt braucht keinen Stylus“ über Bord geschmissen hat. Und der Stylus des Surface Pro 3 war schon von der Haptik her perfekt. Das Schreibgefühl gleicht exakt dem Schreiben mit einem Folienstift auf dem Overheadprojektor und zwar direkt auf der Glasfläche, ohne das Rumgezuckel der Folie auf der man schreibt.

Damit war die Entscheidung klar – kein iPad Pro – nun galt es noch zu entscheiden, ob ich es mit einem Surface 3 probiere oder ob ich auf das Surface Pro 4 warte und am Erscheinungstag versuche eines zu bekommen. Gut, dass der große Computerhändler bei mir in der Nähe die Geräte vorrätig hatte. Welches Modell soll es sein? Das Kleinste mit Core M Prozessor sollte zwar schon für meine Zwecke ausreichen, aber entsprechend meiner Erfahrung, müsste es schon ein Modell mit mindestens Core i5 sein, um genug Leistung vorzuhalten, um flüssig und ohne stocken zu arbeiten – sicher ist sicher. Tja, nächste Frage 4GB oder 8GB Arbeitsspeicher? Der SSD-Platz war nicht so wichtig, ich komme mit 128 GB aus und zur Not kann man ja mit Speicherkarten und USB-Sticks nachhelfen, aber Arbeitsspeicher? Naja, Ende 2015 waren 4GB noch genug – auch Anfang 2017 sind 4GB noch genug für den Unterricht, aber für andere Gelegenheiten sollten es nun schon 8GB Ram sein. Vielleicht beim nächsten Modell.

 

Comments (1)

  1. Diesen Beitrag möchte ich mit einer Kleinigkeit ergänzen.
    Dass der Einsatz von Endgeräten in Hochschulen und mittlerweile auch allgemeinbildenden Schulen Einzug erhalten hat, spricht in erster Linie für die Hersteller und Entwickler der großen IT-Firmen.
    Und dennoch muss ergänzt werden, dass vor allem Schulen einem Schulträger unterliegen, welcher das Preis-Leistungsverhältnis abwägen und konkrete Einsatzszenarien prüfen muss.
    Bei letzterem ist es von zentraler Bedeutung, dass sich IT-Dienstleister an Schulen deren Bedürfnissen und Wünschen annehmen. Ohne jene würde weder Microsoft noch ein anderer Hersteller auch nur ein einziges dieser tollen Geräte an Schulen verkaufen. (https://schultech.de)
    Zudem sind oftmals die geforderten Produkteigenschaften der Schulen nicht kongruent mit denen, die Microsoft in ihre “Schul-Hardware” verbaut. Dies führt selbst im Bildungsmarkt für zu hohe Preise – was wiederum zur Ablehnung für die Beschaffung eines Surface an Schulen führt.

    Wird Microsoft an diesen Punkten ansetzen, können deutlich mehr SchülerInnen an deutschen Schulen von den Möglichkeiten dieser Produktreihe profitieren.

    Lukas Gerthofer
    schultech GmbH

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