Unterrichten mit dem Surface Pro 4 - #besserlernen durch besseres Lehren


Ich schätze das Unterrichten mit dem Surface Pro 4 sehr und meine Studenten tun dies ebenfalls. Woher ich das weiß? Aus den Evaluationen – auf den Bögen steht unter „was mir am Unterricht besonders gefällt“ mit wiederkehrender Regelmäßigkeit einfach nur „Surface Pro 4“.

Die Vergangenheit

Die Unterrichtstätigkeit an der Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen ist eigentlich nur ein Nebenjob. Hauptberuflich bin ich Netzwerk- und Systemadministrator und kann auf eine lange Geschichte mit Computern zurückblicken, denn ich begann meine „Karriere“ mit dem Sinclair ZX81 vor vielen, vielen Jahren. Letztlich haben mein Job und meine Technikaffinität immer dazu geführt, dass ich nicht nur ein „early adopter“ bin, sondern auch stets meine Umwelt mit technischen Neuerungen verbessern wollte und aktiv beeinflusst habe. Mobile Computing war und ist als Thema immer ganz vorne mit dabei – kein Wunder, denn ist es nicht viel effizienter, Probleme vor Ort zu lösen, als immer wieder zum Arbeitsplatz und zum Desktop-Computer zurückzukehren? Gut, dass Palm den Organizer m100 rausbrachte. Endlich hatte ich einen programmierbaren Computer für die Westentasche. Schnell stellte sich leider heraus, dass dieses Gerät nur bedingt zur Informationsverarbeitung vor Ort geeignet war, denn die Dateneingabe über die Bildschirmtastatur war mühselig – Rückkehr zum Notizblock und Stift. Mist, wird es jemals ein Gerät geben, mit dem man schnell und ohne sich umzugewöhnen Informationen aufnehmen kann? Ohne mit einem Stift auf dem Bildschirm zu schreiben, wohl kaum. Viele Organizer kamen und wir spulen die Zeit ein wenig vor – Toshiba brachte den e740 PocketPC raus. Ich war vom Palm zum PocketPC gewechselt, um Synchronisationsprobleme zwischen Outlook und dem PDA zu lösen. Der e740 kam mit einem aufsteckbaren VGA Ausgang als Zubehör – Perfekt – an den Beamer gestöpselt konnte man Powerpoint-Präsentationen auf dem Beamer wiedergeben, mit dem Gesicht zum Publikum stehen und die handschriftlichen Notizen darstellen – leider nur in VGA-Auflösung. Besser, aber dennoch ungeeignet für den Unterricht, denn die nächsten Probleme machten den Nutzen zunichte: Leider war der Bildschirm einfach zu klein, um gegen das Schreiben auf den Overheadprojektor anzukommen und jedes Mal einen Beamer mitschleppen war unbequem – Rückkehr zu Notizblock und Stift. Letztlich schaffte ich mir ein Netbook an, um nicht immer ein Fullsize-Notebook mit mir rumschleppen zu müssen.

Das Tablet – noch nicht perfekt, aber praktisch nutzbar

Dann passierte es: der Tablet-Markt explodierte. Sicher, von Siemens gab es bereits Windows CE Geräte mit Stift, aber denen fehlte die Anbindungsmöglichkeiten an Beamer. Mit dem Archos 9 Tablet PC kam nach der Netbookära ein Tablet mit Netbooktechnik und Touchscreen. Hier machte ich erste Versuche mit OneNote und lernte das Programm lieben. Leider hatte der Archos zwar eine Ausreichende Akkulaufzeit, aber unzureichende Prozessorleistung für flüssige handschriftliche Notizen. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass der Einsatz im Unterricht davon abhing, Handschrift ohne Verzögerung auf die Wand zu bringen und dabei den Formfaktor des Overheadprojektors oder eines Notizblocks abzubilden. Dazu war der Archos nicht in der Lage. Ich brauchte also ein Gerät, das einen Formfaktor von 4:3 oder A4 hatte und Handschrift ohne Verzögerung über den Beamer auf die Wand bringen konnte. Zu dieser Zeit gab es nur ein Produkt, das diese Anforderungen erfüllen konnte. So zog das iPad in meinen Unterricht ein. Mit einer Notizblock App und der Möglichkeit die Notizen via VGA-Adapter über die mittlerweile in den Unterrichtsräumen fest installierten Beamer wiederzugeben, wurde das iPad fester Bestandteil meines Unterrichts. Aber etwas störte noch kolossal: Das Schreibgefühl war nicht das Gewohnte und gelegentlich nahm sich das iPad eine Auszeit um die Striche hinter dem Stylus herzuführen. Verbesserung kam nach einem weiteren iPad-Modell erst mit der Rückkehr zur Windowsplattform.

 

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