Tag der Erfinder: Microsoft feiert den Ideenreichtum


Jedes Jahr zum 9. November, dem Geburtstag der Erfinderin und Hollywoodschauspielerin Hedy Lamarr, feiern wir die Erfinder der Vergangenheit und Gegenwart, die unsere Welt ein Stück besser und einfacher machen. Der Tag der Erfinder soll Menschen ermutigen, eigene Ideen umzusetzen und die Visionen anderer zu wertschätzen. In diesem Jahr gewann der Deutsche Christian Kratky den weltweit ausgeschriebenen „Windows 10 IoT Core Home Automation Contest“ von Microsoft mit einer Entwicklung, die sein Zuhause weitgehend automatisiert. Das beste: Er stellt seine Lösung quelloffen zur Verfügung.


Angefangen hat alles, als der Software-Entwickler Christian Kratky und seine Freundin beschlossen, ihr Haus im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort zu renovieren. Und wenn die Elektroinstallation ohnehin erneuert werden muss, kann auch gleich alles automatisiert werden, so der Gedanke.


Um Kosten und Zeiteinsatz zu reduzieren, setzte er auf Windows 10 IoT, Raspberry Pi 2 und die Azure Cloud. Zudem verwendete er für seine Anlage ausschließlich handelsübliche Geräte, die entweder über ein Relais, per Infrarot oder Funk steuerbar sind.

Heute lassen sich im Haus von Christian Kratky Rollläden, Heizung, Steckdosen, Ventilatoren und Lichtquellen nicht nur per App steuern – das meiste läuft zudem voll automatisch: Sensoren messen im ganzen Haus Temperatur und Luftfeuchtigkeit oder registrieren, ob die Fenster geschlossen oder geöffnet sind. Bewegungsmelder schalten in den Durchgangszimmern bei Dämmerung oder wenn jemand den Raum betritt, das Licht ein. Verknüpft mit den Daten einer Wetterstation weiß das System, wann es dunkel wird oder regnet, und schließt vollautomatisch die Rollläden, damit es zum Beispiel nicht durch ein gekipptes Fenster hereinregnet oder die Wohnräume sich im Sommer zu sehr aufheizen.

Für einige Räume hat sich Christian Kratky Spezialfunktionen einfallen lassen. So steht zum Beispiel das Katzenklo in einer kleinen Kammer ohne Fenster. Um unangenehmer Geruchsentwicklung entgegenzuwirken, hat er eine Art Dunstabzugshaube darüber montiert. Wenn die Katze das Klo benutzt, läuft automatisch der darin verbaute Ventilator an und befördert Gerüche durch einen alten Schornstein nach draußen.


Im Schlafzimmer fährt der Rollladen erst hoch, wenn der Wecker geklingelt hat – selbst wenn es draußen bereits hell ist. Falls nachts die Nachttischlampe eingeschaltet wird, schalten sich die Bewegungsmelder im Schlafzimmer aus, damit Freundin Kathrin nicht durch die Deckenlampe geweckt wird. Es sind die vielen kleinen Details im Hause Kratky, die vom Erfindungsreichtum seiner Bewohner zeugen.

Der Raspberry Pi 2 übermittelt sämtliche Informationen der Sensoren (z.B. Bewegung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit) und Aktoren (wie Licht, Steckdosen, Rollläden) in die Azure Cloud, in der sie auf einer Datenbank abgelegt und anschließend analysiert werden können. Dadurch kann Christian Kratky seinen Energieverbrauch optimieren und seine Anlage weiter verbessern. Die App, die auf jedem browserfähigen Gerät verwendet werden kann, warnt zudem, wenn die Luftfeuchtigkeit in einem Raum über 70 Prozent steigt und damit Schimmelbildung begünstigt.

Für Christian Kratky ist das Projekt noch längst nicht abgeschlossen. Was noch nicht automatisiert abläuft, soll in Zukunft per Sprachsteuerung geregelt werden können, zum Beispiel mit Hilfe der persönlichen Assistentin von Windows 10, Cortana.

Mit seinem Projekt hat Kratky den „Windows 10 Core Home Automation Contest“ gewonnen und wurde kürzlich damit zur Maker Faire in Rom eingeladen. Das von ihm programmierte SDK stellt er auf GitHub frei zur Verfügung, selbst die Konfigurationen für sein eigenes Haus können als Vorlage und Anregung heruntergeladen werden. Alle technischen Details können unter diesem Link auf hackster.io nachgelesen werden.


Christian Kratky wird sein Projekt auch auf dem Technical Summit vom 17. bis 19. November 2015 in Darmstadt vorstellen und sicherlich den/die eine(n) oder andere(n) IT-Experten/in inspirieren, sein/ihr Zuhause ein Stück energieeffizienter zu machen. Ich schaue auf jeden Fall bei ihm vorbei.

Und wer gleich los legen möchte, dem empfehle ich die Channel 9 Serie von Patrick Getzmann und Peter Nowak: https://channel9.msdn.com/Series/Entwickeln-mit-dem-Windows-10-IoT-Core.

 

 

 

 

Ein Beitrag von Peter Jaeger (@_PeterJaeger)
Senior Director Developer Experience and Evangelism DX und
Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Deutschland

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