Sicher knapp unter die Wolken: ThyssenKrupp-Aufzüge laufen mit Microsofts „Internet der Dinge“


Die Zukunft der Menschheit findet in Städten statt: Bis zum Jahr 2050 werden sieben von zehn Menschen in Städten leben, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – drei Milliarden mehr als heute. Um diesen Menschen Wohnraum bieten zu können, müssen die Städte wachsen, oft in immer höhere Wolkenkratzer.

Damit die städtischen Infrastrukturen von morgen in der Höhe funktionieren, braucht es unter anderem schnelle, verlässliche, energieeffiziente und intelligente Aufzüge. ThyssenKrupp Elevator aus Essen baut und wartet solche Aufzüge – mehr als 1,1 Millionen Stück in der ganzen Welt, darunter in Gebäuden wie dem One World Trade Center, das auf den Trümmern des World Trade Centers in New York entsteht, dem 384 Meter hohen CMA-Tower im saudi-arabischen Riad oder dem Bayshore-Hotel im chinesischen Dalian, das an das Burj al Arab in Dubai erinnert.


Das New Yorker "One World Trade Center" (Mitte) verfügt insgesamt über 73 Aufzüge von ThyssenKrupp, von denen einige zu den schnellsten in der westlichen Hemisphäre zählen.

Cloud und Internet der Dinge stellen die Zuverlässigkeit der Systeme sicher
Allein im 541 Meter hohen One World Trade Center werden jedes Jahr mehr als dreieinhalb Millionen Menschen die Aufzüge von ThyssenKrupp benutzen. Da ist es absolut notwendig, dass sie auf die Zuverlässigkeit dieser Technologien vertrauen können. Um die Verlässlichkeit der Systeme weiter zu erhöhen, setzt das Unternehmen auf die Cloud und das Internet der Dinge: Für die Wartung sammelt ThyssenKrupp Sensor- und Systemdaten, analysiert die gewonnenen Daten mit Methoden der Business Intelligence und erreicht damit die gewünschte Zuverlässigkeit. Dabei arbeitet ThyssenKrupp eng mit Microsoft und der CGI Group zusammen, einem multinational tätigen, kanadischen IT-Dienstleister.

Die Aufzüge unterscheiden selber zwischen Alarm- und Systemmeldungen
CGI entwickelte für ThyssenKrupp auf der Basis von Microsoft Azure ein vernetztes und intelligentes Monitoring System für die vielen tausend Sensoren einer Aufzuganlage, die Motortemperatur, Ausrichtung der Achsen oder Wellen, die Kabinengeschwindigkeit und die Türfunktionen messen und überwachen. Alle Daten wandern zur Analyse und Überwachung in die Cloud, werden mit Microsoft Azure Intelligent Systems Service dort verwaltet und für den Zugriff von PCs und mobilen Geräten aufbereitet.

ThyssenKrupp nutzt das System für zwei Arten von Berichten: Alarmmeldungen, die ein sofortiges Eingreifen nötig machen, und Ereignisberichte, die Grundlage für die Wartung der Aufzuganlagen sind. „Die Berichtsarten unterscheiden sich in der Dringlichkeit, aber das intelligente System weiß zwischen den Ereignissen sehr genau zu unterscheiden“, sagt John Hicklin, IoT-Spezialist bei CGI.

ThyssenKrupp repariert Aufzüge, bevor es zu Störungen kommt
Die Diagnosen werden mit Power-BI von Office 365 ausgewertet und für aussagekräftige Datenvisualisierungen in Echtzeit aufbereitet. Das versetzt Techniker in die Lage, nicht bloß auf Alarmmeldungen zu reagieren, sondern auf der Basis der Echtzeitdaten schon vor einem Ausfall notwendige Reparaturen vorzunehmen. Und – weil die Datenübertragung in beide Richtungen funktioniert: Die Techniker können einen Aufzug von außen in einen Diagnose-Modus versetzen oder ihn zur Wartung in ein bestimmtes Stockwerk schicken. Das alles ist am Ende schneller, kostengünstiger, effizienter und eben verlässlicher.

Die Aufzüge wissen selber am besten, was ihnen fehlt
Mit Microsoft Azure Machine Learning hat auch das Rätselraten über die Ursachen von Störungen ein Ende. Rory Smith, Direktor für strategische Entwicklungen bei ThyssenKrupp in Amerika, nennt das „seinen virtuellen Troubleshooter“, denn das Aufzugsystem brieft praktisch die Techniker selber: Wenn die Aufzüge ein Problem melden, schicken sie einen von insgesamt rund 400 Fehler-Codes und gleichzeitig die drei oder vier wahrscheinlichsten Ursachen raus. Je mehr dieses System mit der Zeit aus Fehlern lernt und je größer die Datenbasis für die Analysen künftig sein wird, desto effizienter wird es in Zukunft arbeiten. Rory Smith freut sich schon jetzt auf deutlich besserte Laufzeiten seiner Aufzüge. Mehr dazu im Video.

Auch Nicht-Spezialisten können Datenanalysen vornehmen
Mit seinen Vorhersagemodellen auf der Basis von Azure Machine Learning liegt ThyssenKrupp Elevator im Wettbewerb weit vorne. Wo andere Unternehmen noch überlegen, wie sie Spezialisten („Data Scientists“) mit der Auswertung immer größerer Datenmengen betrauen können, sorgt Azure Machine Learning bei ThyssenKrupp dafür, dass die anfallenden Gerätedaten auch von Nicht-Datenspezialisten verarbeitet und genutzt werden können. CGI vertraut voll auf die Zuverlässigkeit der Microsoft-Technologien: Azure halte verlässlich Technologien und Daten in der Cloud vor, während die Intelligent Systems Services – die unter anderem auch bei der London Underground zum Einsatz kommen – bei der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Geräten und Quellen eine gute Figur machen. So entsteht eine sehr wertvolle Cloud-Umgebung, die in der Lage ist, mit der echten Welt und einer Vielzahl unterschiedlicher Geräte und Anwendungen umzugehen.

Die Microsoft-Cloud arbeitet mit einer Vielzahl unterschiedlicher Geräte zusammen
Das wiederum passt gut zur Spezialität von ThyssenKrupp Elevator: Die Wartungen beziehen sich typischerweise auf eine Vielzahl von Einheiten, die nicht alle von ThyssenKrupp Elevator hergestellt werden, sondern in signifikanter Menge von anderen Herstellern stammen. Das ist nicht typisch in der Aufzugbranche, aber mit die Spezialität von ThyssenKrupp Elevator, diese Vielzahl unterschiedlicher Einheiten warten zu können. Die Microsoft Cloud unterstützt diese Spezialisierung mit großer Interoperabilität. Am Ende erleichtern sie es ThyssenKrupp, den mit CGI gemeinsam entwickelten Service mit unterschiedlichen Aufzügen, Modulen und Modellen zu nutzen. Durch die Flexibilität des Systems ergeben sich für ThyssenKrupp also zusätzliche Möglichkeiten, über eine herstellerunabhängige Wartung Geschäfte zu generieren.


Über mobile Endgeräte wie dem Microsoft Surface Pro 3 erhalten Techniker Zugriff auf die Daten der Aufzüge, einschließlich Fehlercodes, deren mögliche Ursachen sowie Empfehlungen zur Problembehebung.

Mit unseren intelligenten, selbst lernenden und offenen Technologien werden wir unseren Beitrag zur Sicherheit und Verlässlichkeit der Aufzugsysteme in der ganzen Welt leisten. Und das wird erst der Anfang unserer „Internet of Things“-Stories sein, von denen wir Ihnen hier regelmäßig berichten werden.

Schauen Sie sich das Ganze doch mal „live“ an: im Video und die Demo im Rahmen der WPC Keynote ab Minute 29. Die Pressemeldung von ThyssenKrupp Elevator finden Sie hier.

Posted by Barbara Steiger
Communications Manager Cloud, Entwicklungsplattform und Innovation

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