Mittelstands-Studie: Deutsche KMUs bei der Digitalisierung noch zögerlich


In der Theorie sind deutschen Mittelständlern die Potenziale der Digitalisierung durchaus bewusst. In der Umsetzung hapert es allerdings noch an der einen oder anderen Stelle, wie eine Umfrage im europäischen Mittelstand zeigt, die Ipsos MORI für Microsoft durchgeführt hat. Hierbei wurden auch 300 Mitarbeiter und 30 Entscheider deutscher KMUs befragt.

Aus der Studie habe ich vier Erkenntnisse zusammengestellt:

1. Mehr Produktivität durch flexible Zusammenarbeit
Bisher glaubt lediglich einer von vier Mitarbeitern in mittelständischen deutschen Unternehmen, dass er seine Arbeit mit den entsprechenden technologischen Hilfsmitteln auch außerhalb des Büros erledigen kann. Während nur knapp ein Drittel der Mitarbeiter der Technologie eine wesentliche Rolle für flexiblere Arbeitsbedingungen beimessen, hat die Mehrheit der Entscheider in deutschen KMUs die Bedeutung von Technologie für flexible Arbeitsbedingungen bereits erkannt. 43 Prozent der Entscheider in kleinen und mittelständischen deutschen Unternehmen gehen davon aus, die Produktivität ihres Unternehmens steigern zu können, indem sie ihre Teams dazu befähigen, sich auf technischer Grundlage zu verbinden und so von überall aus zusammen zu arbeiten. 40 Prozent der Entscheider empfinden es zudem als produktiver, wenn sie alle Geräte und Anwendungen des Unternehmens leicht verwalten können.

Microsoft Lösungen wie beispielsweise Office 365, das auf allen mobilen Endgeräten funktioniert, Skype for Business oder das Social Network Yammer, helfen, die Zusammenarbeit in und außerhalb von Büros über die Cloud voran zu treiben.

2. E-Mail und Telefon sind nach wie vor beliebteste Arbeitsmittel
Das Telefon bleibt für die deutschen KMUs das Kommunikationsmittel der Wahl – trotz der zunehmenden Digitalisierung empfinden 64 Prozent der Befragten das Telefon nach wie vor am nützlichsten. Für die Arbeit außerhalb des klassischen Büros setzen 37 Prozent auf die gute alte E-Mail. In der Praxis schicken sich die Mitarbeiter Dateien auf ihren privaten E-Mail-Account, um dann von zuhause aus daran arbeiten zu können. Immerhin 32 Prozent nutzen bereits Cloud-Services wie Office 365. Nur etwa ein Viertel der Mitarbeiter allerdings nutzt zuhause einen Computer, der über eine Remote Desktop Verbindung zum Rechner im Büro verfügt. Insgesamt geben 52 Prozent der Befragten an, dass ihnen digitale Hilfsmittel bei der Arbeit geholfen haben, neue Fähigkeiten zu entwickeln.

3. Kaum qualifizierte Trainings technologischer Skills
Eine Erklärung für die teils veralteten Praktiken in deutschen KMUs dürfte dem relativ banale Umstand geschuldet sein, dass die Mitarbeiter kaum in den Genuss fachgemäßer Fort- oder Ausbildungen in Sachen neue Technologien kommen. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) geht autodidaktisch ans Werk, während sich 24 Prozent von Kollegen helfen lassen und 14 Prozent auf Handbücher oder Online-Tutorials zurückgreifen. In Sachen Schulung und Fortbildung sind die Mittelständler mit 25 Prozent etwas weiter als Kleinstunternehmen, wo nur 17 Prozent der Mitarbeiter angaben, dass sie eine fachgerechte Einweisung bekommen hätten.

4. Wissensmanagement wird immer wichtiger
Für den zukünftigen Geschäftserfolg von besonderer Bedeutung ist das Thema Wissensmanagement. 43 Prozent der befragten KMUs beschäftigen bereits einen Mitarbeiter, der Daten des Unternehmens systematisch sammelt und verknüpft. Dazu passen auch die Ergebnisse einer HAUFE Umfrage, nach der 71 Prozent der Befragten angaben, dass für ihre Arbeit benötigtes Wissen vorhanden, aber nicht auffindbar sei, da man nicht wisse, wo es abgelegt oder die Suche zu kompliziert sei. Diese Probleme zu beheben, wird für viele KMUs in den kommenden Jahren zu einer zentralen Aufgabe werden. 90% der von Haufe Befragten sehen einen entscheidenden Zusammenhang zwischen Wissens-Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Mittelständler die Potenziale der Digitalisierung vor allem in produktiverer, flexiblerer Wissensarbeit und modernem Wissensmanagement sehen. Die Technologie hierfür ist bereits vorhanden. Im nächsten Schritt muss demzufolge ein Kulturwandel stattfinden, damit Mitarbeiter in Zukunft nicht mehr E-Mails an sich selbst schicken müssen, sondern ganz selbstverständlich in der Cloud arbeiten. Hierbei können 7 unentdeckte Wissensschätze helfen, die meine Kollegin Ellen Kuder im Rahmen der CeBIT zusammengetragen hat.

Unser Angebot
Auf der Plattform Pinpoint findet jedes Unternehmen – egal welcher Größe – einen passenden Lösungsanbieter. Zusammen mit unseren 31.500 Partnerunternehmen in Deutschland bieten wir auf der Basis von Standardprodukten oder Microsoft Azure individuelle Lösungen, die beim Einstieg in die digitale Transformation helfen und die analogen Werkzeuge um digitale ergänzen.

U.a. auf der Deutschen Partnerkonferenz, der #DPK16, die vom 18.-19. Oktober 2016 in Bremen stattfindet, geben wir praktische Hilfestellungen, wie klein und mittelständische Unternehmen die Digitale Revolution nutzen können.

Ein Beitrag von Christoph Heiming (@cheiming)
Director Partner Business & Development

 

Christoph Heiming

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