Mit modernen Technologien die Gesellschaft für alle lebenswert gestalten


Künstliche Intelligenz lässt blinde Menschen ihre Umwelt sehen. Klingt nach Science-Fiction, ist aber beeindruckende Realität – dank meines Microsoft-Kollegen Saqib Shaikh aus London. Saqib ist Softwareingenieur und hat eine App entwickelt, die nicht nur Farben sehen, sondern auch Gefühle in Gesichtsausdrücken erkennen und Text vorlesen kann. Kurz: Saqibs App hilft blinden Menschen, besser zu verstehen, was um sie herum passiert.

 

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Oder erinnern Sie sich noch an die 100-jährige Virginia, die dank eines neuen Tablets trotz ihrer Sehbehinderung wieder Lesen und sogar ein kleines Gedicht schreiben konnte? Das Video war vor allem deshalb eine kleine Sensation, weil vorher niemand darüber nachgedacht hatte, wie besonders Senioren oder Menschen mit Sehbehinderung von neuen Technologien profitieren könnten. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit dem Skype Translator oder der Voice Over Funktion, durch die sich für Menschen mit Sehbehinderung das Internet viel besser erschließen lässt.

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(Digitale) Teilhabe als Follow-Up-Thema der Social Media Week Hamburg
Wie weit eben jene Themenfelder sind, wie viele Zielgruppen, Baustellen und gute Ansätze es bereits zum Thema digitale Teilhabe und der Veränderung der Arbeitswelt gibt, zeigte sich mir auch bei einer Netzwerkveranstaltung im Rahmen der Social Media Week im Februar diesen Jahres in Hamburg, zu der wir gemeinsam mit Digital Mesh, dem Netzwerk digitaler Initiativen in Hamburg, eingeladen hatten.

Angefangen beim Thema Barrierefreiheit und Bedienhilfen für Menschen mit Einschränkungen, über Gliedersätze aus dem 3D-Drucker, die eine erschwingliche Alternative zu High-Tech-Prothesen sind, bis hin zu elektronischer Bürgerbeteiligung per Liquid-Democracy-Softwarelösungen.  Von Coworking für Digital-Nomaden, dem Home-Office als Arbeitsmodell der Zukunft oder dem Phänomen Smartphone als Luxusgegenstand und Fluchthelfer – digitale Technologien eröffnen uns allen neue Beteiligungsmöglichkeiten und bilden für viele Menschen überhaupt erst die Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe.

Verschiedene Perspektiven zeigen Vielfalt der Debatte
In den vergangenen Monaten haben sich auf Basis eines ersten Impulses verschiedene Hamburger Digital-Experten des Themas „Digitale Teilhabe“ angenommen und die Gedanken aus unserer Auftaktveranstaltung aufgegriffen. Unter dem Dach von Digital Mesh entstanden dazu sehr lesenswerte Textbeiträge aus ganz verschiedenen Perspektiven.

 

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In kurzen Interviews geben unter anderem Social-Media-Experten wie Boris Arnold, Gesa Rasch oder Rene Sasse Einblicke in ihr persönliches Arbeitsleben. Als Autoren kommen Birte Stark von „Jugend hackt Nord“ mit einem Beitrag über Inklusion von Jugendlichen im Zuge der Digitalisierung, und der Herausgeber der Online-Zeitung der Agentur Abendfarben Tom T. Köhler zu Wort, der sich mit der Teilhabe von Senioren an der Digitalisierung befasst.

Digitalisierung ermöglicht Teilhabe – und umgekehrt
Die verschiedenen Beiträge haben eines gemeinsam: Sie zeigen, wie vielschichtig sich die Digitalisierung auf uns auswirkt und dass es vor allem um eines geht: den komplexen Wandel nicht nur hinzunehmen, sondern auch in all seinen Facetten zu reflektieren und ihn so für eine lebenswerte und inklusive Gestalt zu nutzen. Denn der Prozess, den unsere Gesellschaft durch die Digitalisierung erlebt, kann nur dann gelingen, wenn alle Teile der Gesellschaft dabei mitgenommen werden.

Deshalb müssen moderne Technologien von Anfang an barrierefrei und inklusiv gedacht werden. Der daraus entstehende Mehrwert, davon bin ich überzeugt, kommt uns allen zugute.


Ein Beitrag von
Ellen Kuder
Skype for Business Lead bei Microsoft Deutschland

Ellen Kuder

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