Mit dem Surface Pro 3 unterrichten


Wenn man heute einen Lehrer fragt, was ihm im Unterricht am meisten fehlt, hört man fast immer dieselbe Antwort: Zeit!

Der von der Gesellschaft oft als Halbtagsjob titulierte Beruf fordert auch am Wochenende und außerhalb der Schule für vielfältige Aufgaben sehr viel ein. Neue pädagogische Ansätze bleiben da nicht selten auf der Strecke.


Mein Surface Pro 3 2in1-Gerät ist mein ständiger Begleiter. Ich konnte mir die Arbeit erleichtern und habe meinen Unterricht revolutioniert. Dadurch habe ich jetzt mehr Zeit für mein Hauptklientel: Die Schülerinnen und Schüler, die eine wichtige Grundlage für ihr Leben schaffen wollen – einen ordentlichen Schulabschluss.

Alle Tafelbilder sind mit PowerPoint verfasst und werden passend zum Unterrichtsgespräch entwickelt. Mit dem Stift kann fix eine Präsentation schriftlich ergänzt werden. Dank der App ExplainEverything brauche ich nicht einmal die Tafel verwenden, sie ersetzt sogar vollwertig ein Smartboard. Somit benötige ich im Grunde keine anderen Materialien mehr. Die Miracast-Funktion ermöglicht es, den Bildschirm ohne Kabel auf den Beamer zu bringen und so alles an der Wand zu veranschaulichen, was auf meinem Surface passiert. In Mathematik kommt zum Beispiel das dynamische Geometrieprogramm oder der Taschenrechnersimulator zum Einsatz. Mit dem Rücken zu den Schülern stehen ist weder förderlich noch besonders praktisch. Ich stehe jetzt mit dem Gesicht zu den Schülern oder wandere durch das Klassenzimmer. Das demokratisiert und verändert den Unterricht sofort.


Auch die Noten verwalte ich auf dem Surface. So kann ich einerseits direkt nach der Abfrage meine Notizen und Noten digital festhalten und gleichzeitig jederzeit alle Schüler über den aktuellen Leistungsstand informieren.

In einigen Klassen habe ich sogar damit begonnen, aus den PowerPoint-Präsentationen „Erklär Videos“ für YouTube zu machen. Dabei hilft mir unter anderem die Erweiterung PowerPoint Mix. Mein Bildschirm wird abgefilmt, während ich meine Präsentation kommentiere. Diese Videos sehen sich die Schüler dann als Hausaufgabe an und kommen bereits vorbereitet in den Unterricht. Warum sollte ich alles 1.000-mal erklären, wenn sich doch die Schüler mit einem Video jedes Thema so oft anschauen können und so oft zurückspulen können wie sie wollen? Dafür bleibt dann wieder mehr Zeit im Unterricht, um zu üben, zu diskutieren, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten… Dieses Prinzip nennt man Flipped Classroom und stellt wortwörtlich den Unterricht auf den Kopf: Hausaufgabe im Unterricht und Unterricht zu Hause.


Dank des 2in1-Geräts kann ich aber auch all meine Unterrichtsmaterialien über die Cloud abrufen. Zu jeder Zeit ist jede Unterrichtsstunde verfügbar: Ordnersammlungen und Ideenlosigkeit bei spontanen Vertretungsstunden adé. Termine werden natürlich digital erfasst. Mit einer passenden Erinnerung versäume ich keinen Termin mehr.

Über Twitter und Adobe Connect kann ich mich mit den innovativsten Lehrern vernetzen und von ihnen lernen. Über Outlook.com kann ich via Mails Kontakt mit Eltern aufnehmen, Anfragen von Schülern beantworten, die sie im Klassenzimmer nicht stellen wollten und mit Kollegen Unterrichtsmaterialien und Organisatorisches austauschen. Das alles zu jeder Zeit, wenn ich will.

Wenn ich meine Schüler mit einer Lernsoftware arbeiten lasse, kann ich ihren Leistungsstand mit dem Surface überprüfen, auf einer Lernplattform kann ich ihnen alle Unterrichtsmaterialien digital zur Verfügung stellen. Den Klassensprecher haben wir dieses Jahr über das Abstimmungssystem „mentimeter“ gewählt. Mit meiner Kamera kann ich mich sogar ein wenig von dem Papierballast befreien und Mitteilungen direkt als PDF absichern, durch das Verwenden von digitalen Schulbüchern wird selbst meine Schultasche deutlich leichter.

Mit der Kombination aus Tablet und Notebook wird das Surface Pro 3 zu meinem mobilen Arbeitsplatz. Von jedem Ort und zu jeder Zeit kann ich meinen Unterricht planen, organisieren oder ändern. Wegen der Handlichkeit kann ich es aber auch im Klassenzimmer bei mir haben.

Warum es das hochpreisige Surface sein muss? Ich will einfach, dass es funktioniert. Ich kann es mir nicht leisten, auf Updates zu warten, bis mein Tablet-PC in vollem Umfang nutzbar ist: Auf Microsoft und das Surface Pro 3 kann ich mich einfach verlassen!

[View:https://youtu.be/3ticuOEA20g:0:0]

Wireless Smartboard – mit Tablet unterrichten 

 

 

 

Ein Gastbeitrag von Sebastian Schmidt
Lehrer der Fächer Mathematik, Informationstechnologien (IT) und Katholische Religion

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Über den Autor


Sebastian Schmidt wurde am 14.08.1982 geboren und ist seit 2007 Lehrer der Fächer Mathematik, Informationstechnologien (IT) und Katholische Religion. Seit 2011 ist er an der Inge Aicher Scholl Realschule Pfuhl tätig und befasst sich bereits seit rund drei Jahren mit dem Unterrichtseinsatz von selbsterstellten Videos. Von diesem Projekt berichtet er ausführlich auf seiner Homepage: http://www.flippedmathe.de/. In diesem Zusammenhang bietet er auch Vorträge und Workshops an.

 

 

Comments (1)

  1. Anonymous sagt:

    Wohnheimzimmer oder 5er-WG? BWL in der Heimatstadt oder doch das Kunststudium in 700 km Entfernung von

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