Menschen, Orte, Technologien: Was wir für die Arbeit der Zukunft brauchen


Beitrag zur Blogparade von „The New Worker“ von Dr. Elke Frank und Dr. Thorsten Hübschen, Microsoft Deutschland GmbH

„Was ist die perfekte Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter?“ – für Stephan Grabmeier von Innovation Evangelists ist diese Umgebung perfekt, wenn sie mit Offenheit, Transparenz, gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung verbunden ist. Solche Tugenden sind für ihn nicht an physische Räume gebunden. „Auch die virtuellen Räume sind von immenser Bedeutung.“ Zum Beispiel die, die Isabelle Kürschner in ihrem Beitrag beschreibt: „im Sommer oft die Bank im Park gegenüber, im Winter auch mal der Coffee Shop mit dem echten Kaminfeuer und manchmal auch einfach nur das bequeme Sofa“.

Wir haben in unserem kürzlich erschienenen Buch „Out of Office – Warum wir die Arbeit neu erfinden müssen“ drei Aspekte herausgearbeitet, die dabei helfen, eine vernünftige Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter zu schaffen. Es ist die Einheit von Mensch, Ort und Technologie. Im Mittelpunkt stehen für uns die Menschen, die flexibles, selbstbestimmtes und weitgehend hierarchiefreies Arbeiten fordern. Der Ort, an dem die Arbeit künftig stattfindet, liegt oft außerhalb des klassischen Büros: Wissensarbeiter wollen dort produktiv sein, wo sie sich gerade aufhalten. Das kann ein Büro sein, aber auch der Flughafen, das Home Office oder der Spielplatz, auf dem sie sich mit ihren Kindern aufhalten. Technologie unterstützt diesen Wunsch: Mit Office 365, der Cloud, Skype for Business und Yammer ist produktives Arbeiten an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich.

Technologien sind Teil unserer Arbeitswirklichkeit

Wie kommen wir zu dieser These? Zunächst erleben wir derzeit den wohl größten Wandel in der Arbeitswelt seit der industriellen Revolution – und er wird angestoßen vor allem durch moderne Technologien. Denn ohne Notebooks, Smartphones und Tablets und ohne die Software, die uns das Arbeiten von überall möglich macht und uns trotzdem mit unseren Kollegen und Teams eng vernetzt, wären die beschriebenen Szenarien bloße Utopien. So aber sind sie Teil unserer Wirklichkeit.

Wir Wissensarbeiter zeigen, dass die viel diskutierte digitale Transformation funktioniert. Die Revolution im Büro ist nicht nur nötig, weil Wissensarbeiter flexibles und vernetztes Arbeiten einfordern, um Berufs- und Privatleben besser vereinen zu können. Sie ist Voraussetzung und zugleich Teil der digitalen Transformation und des Digitalen Wirtschaftswunders.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Technologie ist einer der wichtigsten Treiber des menschlichen Fortschritts. Unzufriedenheit mit Bestehendem, der Wunsch nach demokratischer Teilhabe oder die Neugier auf Unbekanntes sind weitere. Immer steht der Mensch beim Streben nach Neuem im Mittelpunkt.

All diese Faktoren spielen auch in der Debatte um die Büroarbeit der Zukunft eine wichtige Rolle: Es waren die Menschen im Büro – Wissensarbeiter –, die eine andere Arbeit forderten, weil sie mit der bisherigen unzufrieden waren. Technik unterstützt sie dabei, ihre Vorstellungen in die Wirklichkeit umzusetzen. 

Wissensarbeiter sind hochmotivierte Kopfarbeiter

Was genau sind eigentlich diese Wissensarbeiter? Es sind Mitarbeiter, deren Arbeitsleistung darauf beruht, ihr Wissen und nicht ihre Körperkraft in das Unternehmen einzubringen.

In unserem „Manifest für ein neues Arbeiten“ haben wir die Definition etwas ausgeführt: Wissensarbeiter sind „Spezialisten mit technischem, natur-, geisteswissenschaftlichem oder kaufmännischem Hintergrund. Wir sind zum Beispiel Maschinenbau-Ingenieure, Verfahrenstechniker oder IT-Spezialisten. Wir arbeiten als Experten für Rechnungswesen, Personalmanagement oder im Marketing. Und wir tragen mit unserem Wissen wesentlich zur Wertschöpfung der Unternehmen bei. Wir arbeiten gerne, motiviert und engagiert, stoßen aber täglich an Grenzen, die wir nicht länger akzeptieren.“

Wenn schon Büros, dann Open Spaces

Die bisherigen Teilnehmer der Blogparade von The New Worker wünschen sich flexibles, hierarchiefreies Arbeiten in einer angenehmen Atmosphäre. Das wünschen wir uns auch. Das Büro spielt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle, aber für uns ist das „Büro“ eher zu einer Metapher für den Ort geworden, an dem wir Wissensarbeiter tätig sind. Eine vernünftige Arbeitsumgebung unterstützt Wissensarbeiter bei ihrer Tätigkeit. Das kann, muss aber nicht ein Büro sein. Wir haben bei Microsoft Deutschland das Konzept der Open Spaces eingeführt. Das sind bei uns offene Büroräume, die den Austausch der Mitarbeiter vor Ort erleichtern. In unserer neuen Unternehmenszentrale in München-Schwabing entsteht gerade auf sieben Etagen ein Umfeld, das eine optimale Mischung aus individueller und kooperativer Arbeit unterstützt – mit innovativer Architektur, modernster Technik und Räumlichkeiten, die einerseits Gespräch, Begegnung und Vernetzung zulassen und andererseits Rückzug und Konzentration ermöglichen. Wir wissen, dass der Unternehmenszentrale als Ort zum reinen Abarbeiten von Aufgaben eine immer geringere Rolle zukommt – als „Ankerpunkt“ für die Mitarbeiter und als Platz zum Austausch und der gegenseitigen Inspiration wird sie jedoch nicht an Bedeutung verlieren.

Der Wandel der Arbeitswelt muss auch in den Köpfen stattfinden

Damit flexibles Arbeiten zum Erfolgsmodell wird, bedarf es eines weitreichenden Wandels der Unternehmens- und Führungskultur. Dazu gehören neben einem gestärkten Vertrauensverhältnis auch neue Kommunikationsstrukturen, neue Bewertungssysteme sowie klare Regeln für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Damit die Freiheit der Mitarbeiter nicht in Stress ausartet, haben wir gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Gallup dafür einen „How-to-Guide“ aufgelegt, in dem wir die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtigsten Regeln für flexibles Arbeiten definieren.

Überkommende Hierarchien mit starren Führungsstrukturen sind nicht mehr zeitgemäß. Modern sind flexible und temporäre Projektteams, in denen führt, wer Verantwortung übernimmt. Wer heute Teams führt, muss vor allem Netzwerke lenken können. Fachkompetenz ist die Grundlage, aber noch bedeutender ist die Fähigkeit, strategisch mit anderen Menschen zu kommunizieren. Zu einer modernen Arbeitswelt gehören für uns auch Regelungen zu Vertrauensarbeitszeit und Vertrauensarbeitsort, so wie wir sie bei Microsoft haben. Damit haben wir verbindliche Grundlagen für alle Mitarbeiter geschaffen und überlassen ihnen die individuelle Entscheidung über den persönlichen Arbeitsort und damit für ihre individuelle, perfekte Arbeitsumgebung.#OutofOffice

Über die Autoren:

Dr. Elke Frank ist Personalchefin bei Microsoft Deutschland, Dr. Thorsten Hübschen verantwortet das Office Geschäft bei Microsoft Deutschland. Ihr Buch „Out of Office“ ist am 30.04. im Redline-Verlag erschienen und ist ab sofort im Handel erhältlich.

 


Comments (2)

  1. Anonymous sagt:

    Nicht erst seit dem Manifest für das Neue Arbeiten oder der Einführung des Vertrauensarbeitsortes

  2. Helmut sagt:

    Ganz wesentlicher Beitrag. #mustread