Kreativ mit Stift und Touch: Warum Creative Cloud Apps wie Photoshop und Illustrator auf Surface mehr können – Ein Gastbeitrag von Stefan von Gagern


Surface vereint nicht nur Tablet und Laptop in einem Gerät. Für Kreative bedeutet das 2in1-Gerät das Beste aus zwei Welten – sprich alle Features aus Desktop-Programmen mit der intuitiven Kreativität der Touch-Bedienung auf einem Device. Dazu noch die Präzision eines druckempfindlichen Stifts. Das ergibt zum Beispiel in Illustrator ein völlig neues Zeichengefühl.

Wenn ein Kreativer am Desktop-PC gestaltet, kann er alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Programme wie Photoshop oder Illustrator bieten. Ein Kompromiss ist hier aber oft die Bedienung mit der Maus. Sie ist beim Zeichnen eigentlich eine unnatürliche Art zu arbeiten – nicht umsonst fangen kreative Ideen meistens mit Bleistift und Papier an. Ein Tablet dagegen ermöglicht die intuitive Bedienung via Touch, jedoch nur in speziellen Mobil-Apps. Diese sind auf die schwächeren Prozessoren der Geräte angepasst und daher oft nur reduzierte Versionen der Desktop-Programme. Zudem ist das Tablet eigentlich dafür gemacht, Medien zu konsumieren, nicht selbst zu gestalten.

Um beide Welten – die Touch-Bedienung vom Tablet und die Rechenpower vom PC – zusammenzubringen, haben die Teams von Adobe und Microsoft zusammengearbeitet. Ziel war es, die volle Power der Kreativprogramme mobil verfügbar zu machen. Geräte wie Surface Pro 4 und Surface Book sind die Brücke zwischen den Welten: So leicht wie ein Tablet, aber so leistungsfähig wie ein Profi-PC. Auf der Microsoft-Hardware laufen die Standard-Werkzeuge der Kreativprofis wie Photoshop, Illustrator und InDesign, sie können aber per Touch und mit dem Stift bedient werden. Damit bietet Microsoft die einzige Hardware auf dem Markt, die für diese Arbeitsweise alles mitbringt.

Kreativ ohne Abstriche, aber mit Touch-Modus
Kreative können auf Surface ihre Creative Cloud-Applikationen wie vom Desktop gewohnt installieren und mit der Maus oder dem Trackpad der Surface-Tastatur bedienen. Für die Touch-Bedienung sind die Programme mit kleinen Bedienelementen und Schiebereglern jedoch nicht ausgelegt. Deswegen kann der Designer zum Beispiel wenn es ans Zeichnen oder Gestalten von Vektorgrafiken geht, in die spezielle Touch-Arbeitsumgebung wechseln, die Creative Cloud-Programme nur auf dem Surface anbieten.

Die Touch-Umgebung macht mit Gesten das Gestalten viel einfacher: In Illustrator ist es einfach Vektorgrafiken mit dem präzisen Stift zu zeichnen. Pfade können einfach mit dem Finger „angefasst“ und „verformt“ werden. Das ergibt eine viel natürlichere Art zu gestalten, wie sie zuvor noch nie möglich war. „Das Schöne an Touch in Illustrator CC ist die Möglichkeit die Artworks viel organischer zu bearbeiten. Zuvor haben wir Dinge entweder sehr starr oder mit Beziér-Kurven gezeichnet (die mit einigen Einschränkungen kommen). Jetzt sieht alles viel mehr handgezeichnet aus“, schreibt dazu Designerin Sue Garibaldi über ihre ersten Erfahrungen mit der neuen Arbeitsweise in den Adobe-Blogs.

 Die Touch-Umgebung von Illustrator erlaubt “Design zum Anfassen” mit dem Touchscreen und Stift.

Auch in Photoshop gelingen Retuschen mit dem Stift so einfach und natürlich wie noch nie. Airbrush-Retuschen, Reparaturpinsel und andere Malwerkzeuge können Nutzer einfach direkt auf die Leinwand oder das Foto auftragen. Die 1024 Druckstufen und der ergonomische Stift liefern ein natürliches Zeichengefühl. Dafür ist auch die Rechenleistung der Surface-Hardware verantwortlich, die Stiftbewegungen ohne Verzögerung in Pinselstriche übersetzen kann. Auch die besonders dünne Glasoberfläche des Surface-Bildschirms, sowie seine hervorragende Qualität bei Farbwiedergabe und Auflösung, tragen dazu bei. Die Farbe scheint direkt aus dem Surface-Stift zu fließen, sodass man schnell vergisst, dass man überhaupt digital zeichnet. Beim flüssigen Arbeiten helfen zum Beispiel auch Fingergesten zum Ein- und Auszoomen im Bild, indem man einfach zwei Finger auseinanderzieht oder das Motiv weiter schiebt. Ein Wischen nach links macht die Aktion rückgängig.

 In Photoshop gelingen Zeichnungen und Bildretuschen so intuitiv wie noch nie.

In InDesign lassen sich Layoutelemente wie Rahmen, Formen und Bildrahmen einfach per Stift oder Geste erzeugen. Zeichnen Anwender freihand einen Kasten, verwandelt InDesign ihn in einen Bildrahmen. Schnell ein paar Textrahmen mit Blindtext dazu – fertig ist der Layoutentwurf. Neben der Stiftbedienung sind in den Touch-Umgebungen die Bedienelemente entsprechend größer, so dass sie mit Stift oder Finger mühelos bedienbar sind. Mit einem Klick aufs Touch-Pad wechselt das Device in den Desktop Modus zum Verfeinern der Groblayouts.

 In InDesign verwandeln sich mit dem Stift gezeichnete Linien in Layoutrahmen.

Die Zukunft der Kreativsoftware heißt Touch und Desktop-Power
Die Kooperation zwischen Adobe und Microsoft hat schon neue Hardware wie das Surface Pro 4, Surface Book und neue Touch-Oberflächen für Photoshop hervorgebracht. Mit Surface kann heute schon jeder das Potenzial von leistungsfähiger PC-Power zusammen mit Stift- und Touch-Bedienung nutzen.

Doch diese Entwicklung wird noch viel mehr Veränderungen in der Art bringen, wie wir Kreativsoftware bedienen. Welches Potenzial in Adobe Software auf der Surface-Hardware steckt, zeigt das Video „The future of Adobe creative applications on Microsoft devices“. Die Zukunft ist, dass Designer bald wieder so natürlich wie in der realen Welt arbeiten können: Indem sie Dinge anfassen, verformen, verschieben, mit den Händen bewegen und Farbe verwischen. Die Verschmelzung von Touch und leistungsfähiger Hardware in Microsoft Surface ist der erste wichtige Schritt in Richtung Zukunft und schon jetzt für jeden verfügbar.

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Über den Autor

Stefan von Gagern (https://stefanvongagern.wordpress.com/) schreibt in Hamburg als freier Journalist über Themen rund um Kreativität, Publishing, Mobile und Gadgets. Unternehmen berät er bei Content und Social Media. Als Experte für Adobe Creative Cloud kennt er Photoshop, Illustrator & Co seit den ersten Versionen. In seiner Freizeit ist er passionierter Musiker und Maler. 

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