KFW-Gründungsmonitor 2016: Deutschlands Gründer innovativ und digital


  • Steigende Zahl innovativer Gründer
  • Erstmals Zahlen zu digitalen Gründungen
  • Insgesamt weniger Gründungen wegen guter Beschäftigungslage

Nach dem Rekordjahr für Existenzgründungen 2014 ist die deutsche Gründungslust im Folgejahr wieder etwas gesunken. Waren es vor zwei Jahren noch 915.000 Existenzgründungen, verzeichnet der KfW-Gründungsmonitor für das vergangene Jahr nur noch 763.000 Gründungen und damit einen Rückgang von 17 Prozent. Die leise Hoffnung auf eine Kehrtwende bei der Gründungstätigkeit in Deutschland hat sich damit nicht erfüllt. Doch kein Grund zur Sorge, die Beschäftigungslage in Deutschland ist einfach zu gut; es wird weniger aus der Not gegründet als jemals zuvor. Entsprechend ging die Zahl derer, die als Alternative zur Erwerbslosigkeit gründeten, von 288.000 auf 207.000 um 28 Prozent überproportional zurück. Auf Rekordniveau befindet sich dagegen das dritte Jahr in Folge die Gründungstätigkeit von Frauen. 43 Prozent der Existenzgründer in Deutschland im Jahr 2015 sind weiblich und rund ein Drittel der Gründer verfügt über einen Universitäts- oder Hochschulabschluss.

Gründungsgeschehen gewinnt strukturell an Qualität
Leicht gestiegen ist die Zahl der innovativen Gründer, also derer, die Forschung und Entwicklung durchführen, um technologische Innovationen zur Marktreife zu bringen. Den innovativen Gründern wird volkswirtschaftlich eine große Rolle zugewiesen. Indem sie zum technologischen Fortschritt beitragen und den strukturellen Wandel vorantreiben, wirken sie im Sinne des Nationalökonom Josef Schumpeter „schöpferisch zerstörend“. „Steigt ihr Anteil, fällt der volkswirtschaftlich positive Effekt des Gründungsgeschehens größer aus“, heißt es dazu im Gründungsmonitor.

Jeder fünfte Gründer setzt auf digitale Technologien
Besonders gefreut hat mich am diesjährigen Gründungsmonitor die neue Zahl zu digitalen Gründungen; jeder fünfte Gründer (21 Prozent) gab an, dass sein Produkt oder seine Dienstleistung ein digitales Angebot umfasst und Kunden digitale Technologien einsetzen müssen, um das Angebot nutzen zu können. Die Geschäftsmodelle dabei sind vielfältig und können rein digital sein, wie bei App-Entwicklern oder zumindest eine wesentliche digitale Komponente beinhalten, wie etwa bei Onlinehändlern. Ebenfalls gehören diejenigen zu den digitalen Gründern, die für Arbeit vor allem digitale Technologien nutzen, wie etwa Softwareentwickler, Webdesigner oder Online-Marketing-Berater. Der Gründungsmonitor hat außerdem festgestellt, dass digitale Gründer häufiger im Nebenerwerb als im Vollerwerb tätig sind, laut KfW ein Indiz dafür, dass digitale Technologien den Marktzutritt erleichtern, weil sich Geschäftsmodelle kostengünstiger umsetzen lassen. Das deckt sich auch mit unserer Erfahrung; gerade junge Start-ups in der Gründungsphase setzen auf Cloud-Technologien und neue Formen digitaler Zusammenarbeit. Oft lohnt es sich nicht, eine eigene Infrastruktur aufzubauen, die kurz darauf technologisch ohnehin überholt wäre und hohe Fixkosten für Anfangsinvestitionen mit sich bringen würde. Deshalb ist jungen Gründern Flexibilität besonders wichtig.

Eine weitere interessante Zahl im Zusammenhang mit innovativen und digitalen Gründungen: jeder fünfte zielt auf den Weltmarkt und muss sich deshalb häufiger gegen internationale Konkurrenz behaupten. Gelingt es ihnen sich durchzusetzen, stärken sie allerdings Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit umso mehr. In diesem Sinne hoffen wir für dieses Jahr auf eine neue Welle (digitaler) Gründungen und freuen uns gleichzeitig über Bewerber für das Ventures Accelerator Programm. Ausgewählte Gründungsteams können für vier Monate bei Microsoft Berlin einziehen und erhalten vor Ort ein umfassendes Mentoring in Sachen Technologie, Design, Business Development, Marketing und HR.

Ein Beitrag von Marina Treude
Strategy SMB Lead Office 365 bei Microsoft Deutschland

 

Marina Treude

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