Home Office Day 2014: Klare Regeln und bewusste Führung sind gefragt


Seit 2001 messen wir mit unserem jährlichen „Engagement Index“ die emotionale Bindung der Arbeitnehmer an ihre Arbeitgeber. Auch in diesem Jahr sind die Ergebnisse wenig ermutigend: 17 Prozent der Beschäftigten in Deutschland haben bereits die innere Kündigung vollzogen, 67 Prozent der deutschen Arbeitnehmer machen Dienst nach Vorschrift und spulen lediglich das Pflichtprogramm ab. Nur 16 Prozent der Angestellten sind emotional an ihren Arbeitgeber gebunden und engagieren sich freiwillig für dessen Ziele.

Häufig werde ich in der täglichen Beratungspraxis gefragt: Was ist die Ursache für diese ernüchternden Zahlen? Einer der Gründe: Die altmodische Präsenzpflicht in deutschen Bürogebäuden. Unsere weltweiten Studien zeigen: Bei Arbeitnehmern, die regelmäßig im Home Office arbeiten, ist der Anteil der emotional gebundenen Arbeitnehmer höher als bei denjenigen, die ausschließlich im Büro arbeiten. Home Office hat also einen positiven Effekt auf das Verhalten der Mitarbeiter, die Präsenzpflicht hingegen kann demotivierend wirken.



Aber: Die Gefahr, dass die emotionalen Bedürfnisse – wie zum Beispiel regelmäßiges Feedback – vernachlässigt werden, wächst, je mobiler und dezentraler wir arbeiten. Je stärker traditionelle Strukturen aufbrechen, je häufiger Teams nur noch virtuell zusammenarbeiten und je weniger Zeit wir gemeinsam im Büro verbringen, desto weniger Gelegenheit haben wir zur direkten Ansprache, zur spontanen Kommunikation und zum informellen Austausch. Flexible Arbeitsmodelle benötigen daher klare Regeln für die Kommunikation und bewusstes Performance Management. Regeln, an denen sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer orientieren können. Diese müssen im Unternehmen verankert und gelebt werden. Gemeinsam mit Microsoft haben wir hierfür den
How to Guide entwickelt.

Flexible Arbeitsmodelle wie das Home Office erfordern in erster Linie klare Vereinbarungen. Gerade Mitarbeiter im Home Office wissen häufig nicht genau, was ihre Führungskraft von ihnen erwartet. Deshalb müssen Vorgesetzte ihre Erwartungen und die Aufgaben an den Mitarbeiter besonders deutlich formulieren – statt dem sogenannten „Accidental Management“. Dabei ist es nicht mit einer Rundmail mit Teamaufgaben getan, sondern es muss ein individueller Weg gefunden werden, der garantiert, dass alle Mitarbeiter erreicht werden.

Schon hier zeigt sich: Auch bzw. gerade Mitarbeiter ohne permanente Anwesenheit brauchen Führung. Viele Rückmeldungen von Vorgesetzten ergeben sich „zwischendurch“ auf dem Weg von einem Meeting, in der Kantine oder auch in der Teeküche – bei Mitarbeitern im Home Office muss Feedback deshalb bewusster und regelmäßiger erfolgen als bei den Kollegen im Büro. Führungskräfte sollten dabei ein ehrliches Interesse an ihren Mitarbeitern zeigen, deren Arbeit regelmäßig bewerten und über die persönliche Weiterentwicklung sprechen. So können sie die Mitarbeiter auch über große Distanzen hinweg an das Unternehmen binden.

#HomeOfficeDay

 

Ein Gastbeitrag von Hilary Klassen
Senior Consultant bei Gallup Deutschland

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Autoren-Information


Hilary Klassen ist seit zehn Jahren beim Beratungsunternehmen Gallup tätig. Als Senior Berater implementiert sie Strategien in führenden Unternehmen, um nachhaltiges, organisches Wachstum zu gewährleisten. Sie berät FTSE 500, MDax- und DAX 30-Firmen in den Bereichen Performance Management, talentbasierte Personalauswahl und -entwicklung, Führungskräfteauswahl und -entwicklung, Talent Management sowie Employee- und Customer Engagement.

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#HomeOfficeDay

Bereits zum vierten Mal findet am 13. November 2014 der Home Office Day in Deutschland statt. Ziel der unabhängigen und überparteilichen Non-Profit-Initiative ist es, das Home Office als Teil der Arbeitswelt zu etablieren. Dafür sind Privatpersonen, Einzelunternehmer, einzelne Unternehmensbereiche und gesamte Unternehmen sowie öffentliche Träger und Institutionen dazu aufgerufen, an diesem Tag von zu Hause aus zu arbeiten. Mit Gastbeiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven begleitet Microsoft Deutschland den diesjährigen Home Office Day.

Weitere Beiträge zu dieser Reihe:

Home Office Day 2014: Vertrauen schlägt Anwesenheit

Comments (6)

  1. Anonymous sagt:

    Spätestens seitdem Yahoo-Chefin Marissa Mayer im Frühjahr 2013 mit der Ankündigung „Alle

  2. Anonymous sagt:

    Ob im Home Office, unterwegs beim Kunden, am Flughafen, im Café oder natürlich auch im Büro

  3. Anonymous sagt:

    Ob im Home Office, unterwegs beim Kunden, am Flughafen, im Café oder natürlich auch im Büro

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    Ob im Home Office, unterwegs beim Kunden, am Flughafen, im Café oder natürlich auch im Büro

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