Happy Birthday, Office: Textverarbeitung manuell


Während meines Studiums war ich noch gezwungen, Studienarbeiten auf einer einfachen mechanischen Schreibmaschine zu erstellen. Auch damit gab es schon etwas wie eine Textverarbeitung. Cut und Paste erfolgte allerdings mit Papier, Schere und Klebstoff oder Tesafilm. Auch das Löschen von Text war an der Tagesordnung, als Hilfsmittel dienten hier Tippex oder Korrekturband. Sogar Formatierungen (wenn auch in sehr rudimentärer Form) waren möglich. Fettdruck entstand durch heftiges Betätigen der Schreibmaschinen-Tasten und / oder durch mehrmaliges Überschreiben eines Textteils. Gesperrter Text entstand durch das Einfügen von Leerzeichen zwischen Buchstaben, und für Unterstreichungen mussten die Rück- und Unterstrichtaste (Underscore) herhalten. Die Nummerierung von Seiten erfolgte am Ende des Erstellungsprozesses manuell durch nochmaliges Einspannen der fertiggestellten Seiten. Glücklich konnte sich schätzen, wer zu diesem Zweck über einen Paginierstempel verfügte.

Am Anfang meines Berufslebens in den achtziger Jahren konnte ich die Schreibarbeit Sekretärinnen oder Mitgliedern des Schreibbüros überlassen. Dies hatte allerdings den Nachteil, dass die handgeschriebenen Texte in der Regel sehr früh vor dem Abgabetermin eines Dokuments abzuliefern waren, damit sie rechtzeitig zu Verfügung standen.

Textverarbeitung elektronisch

Als sich meine damalige Firma einen Laserdrucker als Ausgabemedium für einen Großrechner leistete, schrieb ich mir ein kleines FORTRAN–Programm, das mit einem Text-Editor erstellte Texte mehr oder weniger gleichmäßig auf die einzelnen Zeilen verteilte. Auch ließen sich mittels im Text vorhandener Zeichensequenzen die Schriftgröße sowie die Schriftstile fett und kursiv einstellen. Das war vom Funktionsumfang her recht wenig – aber immerhin mehr, als die damaligen Schreibmaschinen leisten konnten. Vor allem aber verschaffte es mir mehr Zeit für die eigentliche Erstellung von Dokumenten.

Büroalltag elektronisch

Meine ersten Erfahrungen mit Word und Excel machte ich dann Ende der achtziger Jahre auf einem Macintosh Plus, ausgestattet mit 1 MB Arbeitsspeicher und einer 20 MB Festplatte. Beide Programme passten damals auf jeweils zwei 800 kB Disketten (oder reichte am Anfang doch jeweils eine einzige?). Die letzte Disketten-Ausgabe für Gesamt-Office war dann auf nahezu vierzig Disketten untergebracht, die Arbeit bei der Installation kam der eines Disk-Jockeys recht nahe.

Word vereinfachte und beschleunigte das Anfertigen von Berichten oder Angeboten und Excel gestattete erstmals die Durchführung von Berechnungen – und zwar ohne die Erfordernis, dafür erst ein Programm erstellen zu müssen. PowerPoint wurde anfangs nur genutzt, weil es zum Office-Paket dazugehörte.

Gegenwart und Zukunft

Inzwischen hat sich die Leistung nicht nur von PowerPoint deutlich gesteigert, darüber hinaus ist das Paket um zusätzliche Komponenten wie Outlook oder OneNote ergänzt. Und es läuft inzwischen auch auf Tablets. Aus dem heutigen Büroalltag ist es nicht mehr wegzudenken. Ich bin gespannt, wie und in welche Richtung sich Microsoft Office weiterentwickelt. Zunächst aber herzlichen Glückwunsch zum 25. Geburtstag!

 

Ein Gastbeitrag von Horst Grossmann
Posted by Diana Heinrichs

#officeparty

25 Jahre: das entspricht einer Silberhochzeit, der Reifezeit eines sehr edlen Single-Malt-Whiskeys, zwei bis drei „Goldenen Generationen“ im Weltfußball, drei bis vier Bausparverträgen – und eben der Karriere eines der meistgenutzten Bürosoftwarepakete des Globus. Mit 25 Gastbeiträgen feiert Microsoft auf dem offiziellen Presseblog den großen Office-Geburtstag.

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Autoren-Information


Dipl. Ing. Dipl. Wirtsch. Ing. Horst Grossmann studierte elektrische Nachrichtentechnik und Wirtschaftswissenschaften an der RWTH Aachen. Zuletzt war er in der IT-Sparte eines internationalen Konzerns beschäftigt. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem auch die Unterstützung von Nutzern bei Problemen mit Office-Programmen. Der Autor hat u.a. das Buch „Microsoft Office auf dem iPad – Word, Excel, PowerPoint, OneDrive“ verfasst, welches unter der ISBN 978-3-944519-43-2 im Mandl & Schwarz-Verlag, Husum, erschienen ist. Das vierfarbige Buch enthält zahlreiche Praxisbeispiele, die 224 Seiten kosten € 19,90 (D). Auf der Verlagsseite lässt sich das Buch und eBook auch als Bundle erwerben, laden und lesen.

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