Gastbeitrag von Stefan Probst: Eine Dosis “Open Source” als zentrale Essenz in der neuen Arbeitswelt


Microsoft hält gemeinsam mit Vordenkern und digitalen Pionieren Handlungsempfehlungen für die Arbeitswelt der Zukunft bereit und stellt 33 Regeln für erfolgreiche digitale Pioniere zusammen. Statt starrer Arbeitsstrukturen, künstlicher Hierarchien und Autoritätsdogmen ruft das Manifest zu flexibler und mobiler Zusammenarbeit in virtuellen Teams auf.

Microsoft hat ohne Frage einen wesentlichen Anteil an der modernen Arbeitswelt. Doch längst dreht sich dieser Blick nicht mehr allein um die dabei verwendeten Werkzeuge wie die Benutzeroberfläche oder eine Office Suite. Stattdessen erscheint auch hier eine ordentliche Dosis Open Source als zentrale Essenz in der neuen Arbeitswelt.

Überall dort, wo Wissensarbeiter und kreative Köpfe gefragt sind, zeigt sich der Wandel am deutlichsten. Klassische Statussymbole wie Budget- und Personalverantwortung, hierarchisches Denken, Dienstwagen und Bonuszahlungen locken heute keine Höchstleister mehr aus der Reserve. Stattdessen zählen Open Source Faktoren wie Offenheit, Zusammenarbeit, Unabhängigkeit, Vielfalt, Innovationskraft, Reputation, Exzellenz oder Sinnhaftigkeit.

Unabhängigkeit und Sinnhaftigkeit statt vorgesetzter Hierarchien

In den weniger kreativen Bereichen erledigt die Automatisierung den Rest – was sich automatisieren lässt, wird über kurz oder lang automatisiert werden. RFID Etiketten lösen die Kassierer im Supermarkt ab, selbstfahrende Autos machen die Taxifahrer überflüssig und in der Fabrik der Zukunft melden sich Werkzeugmaschinenteile bei Bedarf selbstständig im Produktionsprozess an und ab.

Die IBM war Vorreiter an vielen Stellen: Das erste Investment von 1 Mrd. USD in Open Source lange bevor die Industrie diesen Schritt verstanden hat. Das frühe Ablösen von klassischen Büroarbeitsplätzen durch mobile Rollcontainer und freie Platzwahl. Zuletzt das Auflösen von klassischen Arbeitsverträgen in dem Wissen, dass sich die kreativsten Köpfe heute besser über knackige Herausforderungen als über starre Arbeitsverhältnisse motivieren und binden lassen. Die Aufträge dazu werden stattdessen flexibel an Innovationsplattformen, Community Projekte oder Creative Spaces vergeben.

Als Microsoft vor ziemlich genau 25 Jahren Word, Excel und PowerPoint zu Office bündelte, war Papier der de facto Standard. Auf DIN A meist in Aktenordnersystemen strukturiert haben wir Informationen gefasst, getauscht und archiviert. Dann folgten die ersten digitalen Formate wie Disketten, DVDs und USB Sticks. Papier blieb dessen ungeachtet das erste Mittel der Wahl, wenn es darum ging, Informationen zu verbreiten oder zu archivieren.

Doch das hat sich mit dem digitalen Zeitalter geändert. Wir sind nicht länger bereit, in ein besseres Druckstudio zu investieren und die eingefahrenen, oft isolierten Arbeitsabläufe mit rudimentär genutzten Schnittstellen hinzunehmen. Vielmehr ist eine Zeit angebrochen, in der der Urgedanke der Open Source Bewegung in unsere Arbeitskultur einfließt. Immer mehr Wissensarbeiter fordern heute transparente Arbeitsprozesse ohne Medienbrüche, Einschränkungen und Stoppschilder. Die Open Source Bewegung hat Microsoft schon einmal zum Wandel verholfen. Jetzt geht es um den Kulturwandel für jeden Wissensarbeiter.

Ein Manifest für neues Arbeiten im digitalen Zeitalter

All das sind Spielregeln, die für viele innovative Start-ups meist fester Teil der Unternehmenskultur sind, aber gleichzeitig für bestehende Unternehmen oft eine enorme Herausforderung. Die im Rahmen des Manifest zusammengestellten Beobachtungen können helfen hier eine Brücke zu bauen und den Weg zu bereiten. Alle 33 Regeln für erfolgreiche digitale Pioniere im Vergleich zwischen früher und heute auf einen Blick.

 


Ein Beitrag von Stefan Probst, Inhaber der Entresol Unternehmensberatung mit Fokus auf Open Source, Open Innovation und Open Business.

Stefan Probst hat langjährige internationale StartUp- und Managementerfahrung im Linux und Open Source Umfeld, ist Mitbegründer des Coworking Space Nürnberg und Mitglied im Vorstand der Open Source Business Foundation.

 

 

 

Posted by Diana Heinrichs
PR-Managerin Vernetztes Arbeiten
  

Mit seinem Manifest fordert Microsoft eine Debatte zum neuen Arbeiten in Deutschland. Starre Büroarbeit soll flexiblen und mobilen Arbeitsverhältnissen weichen, traditionelle Hierarchien müssen sich auflösen und Unternehmen vielmehr wie ein Netzwerk arbeiten. Was Blogger, Wissensarbeiter und Vertreter der digitalen Gesellschaft dazu zu sagen haben, teilen sie uns in Gastbeiträgen mit.

Comments (0)

Skip to main content