Fluch oder Segen: Väter diskutieren „Familization of IT“ und definieren Digitale Schaffenskraft neu


Moderne Technik ist faszinierend und eröffnet Vätern eine Reihe toller Möglichkeiten: Schon beim Frühstück werden auf dem Tablet erste Mails gecheckt, in der U-Bahn auf dem Smartphone neueste Nachrichten quergelesen, mittags dann per Skype eine kurze Wasserstandsmeldung an Frau und Kind durchgegeben und wenn abends alle schlafen, kann Daddy in der Cloud noch ein bisschen weiter an seinem privaten Projekt, also zum Beispiel seinem Blog, feilen und die Ergebnisse auch von der Couch mit den Kollegen teilen.

Aber diese tollen Möglichkeiten können auch schnell in Stress ausarten. Genau über diese Herausforderung des Alltags diskutierten 15 kernige Kerle im Januar auf Einladung von Microsoft in Hamburg. Crossboccia, Burger, exotische Biersorten und hanseatischer Gin gehörten ebenso zu diesem Männerabend wie der Austausch über Digitale Schaffenskraft und die (tägliche) Herausforderung, vor der Väter heute stehen.

Digitale Stresskiller auf dem Vormarsch!

Wie ordnet man eigentlich seinen Alltag, um sowohl dem Job als auch der Familie gerecht zu werden? Welche Devices und welche Apps können helfen, den Überblick zu behalten und mit welchen Hilfsmitteln erleichtert man(n) sich den Spagat zwischen Job und Leben? Und nicht zuletzt: Wie familienfreundlich sind Unternehmen von heute in Sachen flexible Arbeitszeiten, Home Office und Elternzeit bei Vätern? Wie digitalisiert ist unser Familienleben eigentlich?

Wir von Daddylicious waren Co-Host dieser Veranstaltung. Und das passte ganz prima, denn zum einen beschäftigen wir uns jeden Tag mit der Vaterrolle in jeglichen Ausprägungen. Darüber hinaus versuchen wir selbst, unseren Arbeitsalltag möglichst stressfrei zu gestalten. Denn wir betreiben unser Väter-Magazin ausschließlich in der Freizeit – und das auch noch von zwei unterschiedlichen Standorten, Münster und Hamburg.

Gemeinsam mit uns diskutierten Journalisten wie Justus von Daniels (Zeit Online) oder David Schumacher (Nido), Unternehmer wie Daniel Krauss von FlixBus oder Volker Baisch von der Väter gGmbH sowie Blogger wie beispielsweise Markus Hermann. Überwiegend Leute, die nicht dem klassischen 9to5-Arbeitsmodell folgen. Die meisten greifen auch abends noch dienstlich zum Notebook oder Tablet und sehen eher die Frau oder Freundin als limitierenden Faktor. Die Herausforderung besteht also in der Disziplin, das Smartphone auch mal bewusst liegen zu lassen und die knappe Zeit ganz bewusst mit den Kindern und der Familie zu verbringen. Die E-Mail, die um 22:30 Uhr noch quergelesen wird, könnte auch am nächsten Morgen beantwortet werden. Und Technologie ermöglicht es uns, diese Entscheidung problemlos zu treffen.


Arbeit, Familie und eine kreative Freizeitbeschäftigung unter einen Hut bekommen

Problematisch wird es da, wo Arbeit auch noch Spaß bringt. Abends mal eben noch einen Blogbeitrag schreiben, eine Keyword-Recherche durchführen oder stöbern, was die Konkurrenz so treibt, ist für das eigene Geschäft meist hilfreich, zieht einen aber ganz hinterhältig in diesen 24/7 always-on-Strudel, aus dem man sich immer schwerer befreien kann.

Einig waren sich fast alle Teilnehmer unserer Männerrunde darin, dass Kinder möglichst lange von Medien ferngehalten werden sollten und ein solides Baumhaus jeder App vorzuziehen ist. Allerdings ist auch die Grundsatzdiskussion zum Fernsehkonsum mit dem Nachwuchs eine spannende Aufgabe, denn Dank der verschiedenen Video-on-demand-Angebote gewöhnen sich Kinder nicht mehr an Sendezeiten. Vielmehr erwarten sie, dass es Sendungen eben dann gibt, wenn sie sie sehen möchten. Der Spruch „Kommt rein, es ist 18 Uhr, die Sesamstraße fängt an“ hat ausgedient.

Und trotzdem fällt das Resümee am langen Tisch zwischen Burger und Bier positiv aus: Familienfreundliche Jobmodelle sind im Kommen, aktuelle Technologie im Hard- und Software-Bereich bieten viel Flexibilität – und auch wenn die Geburt des ersten Kindes das Leben auf den Kopf stellt ist es möglich, ein engagierter Vater zu sein und trotzdem beruflich voranzukommen. Mit Disziplin, Organisation durch Technik und intensiver Familienzeit. Das könnte man(n) und frau fast Digitale Schaffenskraft nennen.

[View:~/cfs-file.ashx/__key/communityserver-blogs-components-weblogfiles/00-00-00-87-18/0434.Superdaddy_2D00_Klein.mp4:0:0]

 

  #einfachmachen

 

Ein Gastbeitrag von Kai Bösel
Blogger bei daddylicious.de

- - - -

Über den Autor


Kai Bösel ist dot.com-Mann der ersten Stunde und hat bereits zwei Startups erfolgreich auf die Schienen gesetzt. Er ist Läufer, aber auch leidenschaftlicher Autofahrer mit einem Faible für Rennstrecken, Youngtimer und US-Cars. Seine Tochter Mika ist im April 2012 geboren und seitdem gibt es viel zu recherchieren, zusammenzubauen und zu erzählen.

Comments (1)

  1. Anonymous sagt:

    Ein Dossier zu Produktivität in der digitalen Welt
    Was verbinden Sie mit dem Begriff „Produktivität“

Skip to main content