Digitale Teilhabe mit Senioren für Senioren


Das Internet ist die Grundlage für die Digitalisierung der heutigen Zeit. Die Nutzung des Internets nimmt seit Jahren stetig zu. Weltweit gehört es für die Hälfte der privaten Haushalte zum Alltag, komfortabel mit einem Klick einzukaufen oder eine schnelle Wissensrecherche durchzuführen. Besonders bei den „Silver Surfern“ steigt die Anzahl in den letzten Jahren deutlich schneller als in den anderen Altersgruppen. Deshalb muss die Frage gestellt werden, wie nicht nur eine altersgerechte, sondern eine alternsgerechte Technikgestaltung aussehen soll, um digitale Teilhabe für alle Menschen in der Gesellschaft sicherzustellen.

Ich bin Techniksoziologin und habe zwei Jahre als wissenschaftliche Leiterin der Senior Research Group (SRG Berlin) gearbeitet. Die SRG ging im Jahre 2001 am Fachgebiet Arbeitswissenschaft und Produktergonomie der TU Berlin und aus dem Seniorenbeirat des SENTHA-Projektes (Seniorengerechte Technik im häuslichen Alltag) hervor. Meine Erfahrung ist, dass Senioren gegenüber neuen Techniken recht aufgeschlossen sind – aber auch zurecht frustriert, wenn eine zu komplexe Gestaltung einfache Bedienung nicht ermöglicht. Damit werden nicht nur sie von der Nutzung ausgeschlossen, sondern auch andere gesellschaftliche Gruppen.

Um ihre lebensweltliche Erfahrung und ihre reflektierten Erkenntnisse mit verschiedensten Techniken in neue Technologien und Produkte einfließen zu lassen, beteiligen sich die Senioren bis heute mit großem Erfolg an Produktentwicklungs-, Forschungs- und Lehrprojekten. Wenn die digitale Teilhabe als qualitativ hochwertig für alle Technikgenerationen gestaltet werden soll, ist ein intensiver Austausch mit Senioren über ihre Nutzungspraktiken und Denkgewohnheiten bezüglich Technik und Internet unabdingbar.

Ein Gastbeitrag von Mandy Töppel
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin

 


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