Die Revolution am Arbeitsplatz


Wie wollen wir in Zukunft arbeiten, damit sich Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen lassen? Wie stellen wir uns unser Büro in den kommenden 25 Jahren vor? Und was ist eigentlich gute Arbeit? Diese Fragen diskutierten wir (Thorsten Hübschen, Diana Heinrichs und Anna-Lena Müller) zusammen mit BloggerInnen und JournalistInnen am 27. September bei einem Workshop bei Microsoft Berlin.


So sehr sich Arbeitgeber das überstrapazierte Wort Flexibilität nämlich auf die eigenen Fahnen schreiben, so stark hapert es bei den meisten – noch – an der Umsetzung: Acht-Stunden-Tage mit festgelegtem Arbeitsbeginn und -ende, klare Pausenzeit und festgesetzte Meetings sind nicht nur hierzulande noch weit verbreiteter Alltag. Dabei entspricht dieses starre System schon lange nicht mehr den Bedürfnissen der Arbeitnehmer – insbesondere die Generation der 20-35 Jährigen fordert mehr Flexibilität. An mangelnder Technik jedenfalls kann es nicht liegen. Sie macht es schon längst möglich, sich vom klassischen Schreibtisch im Großraumbüro zu verabschieden: Wir können Präsentationen vorbereiten, während das Kind auf dem Spielplatz im Sand buddelt, Mails in der Warteschlange an der Supermarktkasse lesen oder Videokonferenzen aus dem Home Office führen.

Richard Gutjahr

In drei Teams, jeweils geführt von den Experten Richard Gutjahr,Thorsten Hübschen und Diana Heinrichs, setzten sich die Teilnehmer im Microsoft Atrium Berlin intensiv mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arbeit auseinander. Und schnell war allen klar, wir wollen dem Arbeitsalltag und dem Arbeitsort einen neuen Anstrich verpassen! Viele Unternehmen machen diesem Anstrich aber einen Strich durch die Rechnung, indem sie noch auf Präsenzpflicht, starre Arbeitszeiten und -strukturen setzen. Die einzelnen Teams kamen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass ihnen in der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt vor allem zwei Dinge wichtig sind:

  • Sicherheit und
  • Kreativität

Beide Bedürfnisse schließen sich nicht aus und fordern sowohl den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer. Dazu braucht es Vertrauen und Selbstverpflichtung, keine Kontrolle und feste Zeiten.

Vertrauen der Arbeitgeber, dass flexibles Arbeiten eben nicht bedeutet, wenig bis gar nicht am Schreibtisch zu sitzen, zugespitzter: wenig bis gar nicht zu arbeiten, im Gegenteil. Hier kommt die Selbstverpflichtung der Mitarbeiter ins Spiel. Denn auch wenn das „Nine-to-five-Korsett“ längst überholt ist, bedeutet flexibles Arbeiten nicht, seinen Zielen nicht nachzukommen. Beide Parteien müssen sich allerdings auch darüber im Klaren sein, dass der immer-und-überall-Arbeiter nicht immer und überall arbeiten muss und soll.

Thorsten Hübschen und Ninia Binias

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer umdenken müssen. Wie dieses Umdenken konkret stattfinden kann, dazu gab es zahlreiche inspirierende Ideen, an denen wir gemeinsam weiter arbeiten werden. Einen Auszug wollen wir euch an dieser Stelle aber freilich nicht vorenthalten:

  • Taufen wir doch das „Bewerbungsgespräch“ „Kennenlerngespräch“. Schließlich müssen sich beide Seiten kennenlernen.

  • Vergessen wir nicht, dass die Probezeit nicht für den neuen Mitarbeiter gilt, sondern auch für das Unternehmen. Beide müssen sich sympathisch sein.

  • Hören wir auf mit den klassischen Stärke-Schwäche-Fragen und den pseudo psychologischen à la „Welches Tier wären Sie, wenn Sie ein Tier wären?“

  • Und sprechen wir über die wirklich interessanten Dinge:

    – Was bringe ich als potentieller neuer Kollege zur Erfüllung der Unternehmensziele mit?

    – Welche Projekte haben mir im letzten Job besonders Spaß gemacht und welche Kenntnisse 
      kann ich daraus in die neue Stelle einbringen?

    – Was bietet mir das Unternehmen, damit ich jeden Morgen gerne für meine Arbeit und Aufgabe
      aufstehe?

Selbst in der Pause in der Digital Eatery drehten sich die Gespräche weiter ums neue Arbeiten. Nach inspirierenden Ideen und spannenden Stunden ließen wir den Herbsttag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Ninia Binias, Kathrin Kaufmann, Johanna Emge, Anna Nike Sohrauer, Daniela Klütsch, Ralf Junge, Tilo Hensel, Christian Riedel, Tamara Gülcü, Jessica Wagener, Mark Heywinkel, Jörg Lehmann und Christina Goldmann für eure aktive und produktive Teilnahme!

 

 

Ein Beitrag von Thorsten Hübschen (@ThorHuebschen)
Business Group Lead Microsoft Office Division bei Microsoft Deutschland

Comments (1)

  1. Anonymous sagt:

    Die Antwort auf die Frage, was gute Arbeit ist, ist alles andere als einfach. Eine Annäherung anhand

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