Die Essenz der Sprache: Sprachentwicklung von Kindern im digitalen Zeitalter


In meinem Blog habe ich es mir unter anderem zur Aufgabe gemacht, Eltern und auch Pädagogen das Grundwissen für eine erfolgreiche Medienerziehung zu vermitteln. Dabei wurde des Öfteren die „Schlaumäuse“-Initiative inhaltlich aufgegriffen. In diesem, von Microsoft und zahlreichen Partnern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft geförderten Projekt, werden mittels digitaler Lösungen seit elf Jahren 50.000 Pädagogen von rund 11.000 Kindergärten und Grundschulen in ganz Deutschland bei der Sprachförderung von 5- bis 7-jährigen Kindern unterstützt.

Liebe Eltern: Hand aufs Herz!

Ich habe nun die tolle Gelegenheit bekommen, in erster Linie aus der Sicht eines Vaters etwas über die Wichtigkeit der Sprachentwicklung von Kindern zu schreiben. Darum will ich hiermit versuchen, die Themen Sprachentwicklung und Medienerziehung miteinander zu verknüpfen. Anlass dafür gab mir bei meinen Recherchen zu diesem Thema ein Artikel in der Westdeutschen Zeitung.

Dort wird beschrieben, dass es tatsächlich zu Fehlentwicklungen in der Sprache bei kleinen Kindern kommen kann, wenn Eltern im digitalen Zeitalter vermehrt nonverbaler Kommunikation nachgehen. Gemeint ist hier, dass Eltern immer öfter via Smartphone, Tablet oder PC ihre sozialen Kanäle beackern. Da schauen die Kinder zu, wie die Eltern permanent kommunizieren, ohne einen (mehr oder weniger artikulierten) Laut von sich zu geben. Durch genau dieses Verhalten werden währenddessen aber die Kinder vernachlässigt, da sich die Eltern ja auf das Schreiben und Lesen konzentrieren, anstatt sich mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen. Und liebe Eltern: Hand aufs Herz! Wer kennt es nicht, dass man mal das Smartphone in die Hand nimmt, während die Kleinen daneben sitzen? Und sei es nur, um auf eine WhatsApp Nachricht zu antworten oder kurz eine geschäftliche E-Mail zu lesen.

Das gesunde Verhältnis ist entscheidend

Ob darin nun eine Gefahr für die Sprachentwicklung von Kindern zu sehen ist, sollte man auf jeden Fall differenziert betrachten. Ich sage immer: Es kommt stets auf die richtige Mischung, das gesunde Verhältnis an. Zu viel ist genauso schlecht wie zu wenig. Wenn es also Eltern gibt, die den Großteil des Tages in den Bildschirm starren, dann ist das zweifellos nicht besonders förderlich für die Entwicklung des Nachwuchses. Weder für die Sprachentwicklung, noch für die Erlangung sozialer Kompetenzen. Aber auch das Gegenteil ist der Fall. Wenn manche Eltern ihrem Nachwuchs so viel Aufmerksamkeit widmen, dass am Ende jeglicher Freiraum zur eigenen Entfaltung der Kinder verloren geht, ist dies ebenso gefährlich.

Doch nicht nur die digitale Kommunikation hält Eltern davon ab, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Auch andere Medien tragen ihren Teil dazu bei. Fernseher, Spielkonsolen, MP3-Player – alle Geräte, die der Unterhaltung dienen, lenken uns nicht nur ab, sondern sorgen auch dafür, dass man weniger untereinander kommuniziert.

Technik schränkt nicht ein, sie fördert

Das einzige, was in diesem Fall wirklich helfen kann, ist, permanent diese Problematik im Hinterkopf zu behalten. Man sollte sich selbst öfter hinterfragen, ob man wirklich in diesem einen Moment das Smartphone zücken oder den Fernseher einschalten muss. Außerdem ist es doch am schönsten, seine Kinder zum Reden zu animieren und ihnen damit etwas beizubringen. Aber Projekte wie die eingangs erwähnten „Schlaumäuse“, die in Kindergärten und Grundschulen spielerisch und unterstützend eingesetzt werden, beweisen auch, dass Technik nicht immer nur einschränkt, sondern auch fördern kann.

 

 


Ein Gastbeitrag von Sven Ademi (@KIDDIN)
Ehemann, Vater und Betreiber des Blogs D@ds finest

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Sven Ademi ist glücklich verheirateter Familienvater mit Kind und regelmäßigem Einkommen. Neben den zwei Hauptsachen in seinem Leben, seiner Frau und seinem Kind, interessiert sich Ademi sehr für Technik, Medien und auch allgemeine gesellschaftliche Themen. Schließlich will er wissen, in was für einer Welt sein Kind einmal aufwachsen wird, damit er es so gut es geht auf diese vorbereiten kann. Sven Ademi bloggt unter http://dads-finest.kiddin.de/ und twittert unter @KIDDIN.

 

 

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