Deutschland braucht einen digitalen Bildungspakt - ein Gastbeitrag von Mario Ohoven


Am 2. Dezember haben wir in Berlin unsere Idee eines Digitalen Bildungspakts vorgestellt. Mit dabei war auch Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft. In seinem Gastbeitrag erklärt er, warum die Digitalisierung vor allem auch Mittelständler betrifft und wie Schule die Fachkräfte von morgen darauf vorbereiten muss.


Die Digitalisierung verändert ganze Berufsbilder und stellt neue Anforderungen an das gesamte Bildungssystem. Deshalb muss digitale Kompetenz integraler Bestandteil der Lehrpläne werden. Gemeint sind damit nicht allein der Umgang und die Nutzung digitaler Medien, sondern vielmehr das Verstehen und Anwenden, ebenso wie Datenschutz und IT-Sicherheit.

Dabei spreche ich nicht von einem neuen Schulfach Digitalisierung, sondern von der Integration in bestehende Fächer. Ich wünsche mir ein Schul- und Ausbildungssystem, das den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt gerecht wird. Es ist höchste Zeit für einen digitalen Bildungspakt in unserem Land. Microsoft geht hier mit gutem Beispiel voran; beispielsweise mit der Initiative #besserlernen oder #Codeyourlife sowie dem Projekt Schlaumäuse.

Wir dürfen die Schulen nicht alleine lassen. Sie brauchen finanzielle Unterstützung, um den Sprung von der „Kreidezeit“  hin zu einem digitalen Klassenzimmer zu schaffen. Ich schlage vor, einen Prozentpunkt aus dem Mehrwertsteueraufkommen in digitale Bildung zu investieren. Das wären rund zehn Milliarden Euro pro Jahr. Viel Geld, aber ein digitaler Analphabetismus käme uns weitaus teurer zu stehen. Denn der einzige Rohstoff, über den Deutschland verfügt, ist Bildung.

Die Digitalisierung betrifft mittlerweile jeden Lebens- und Arbeitsbereich. So haben Jugendliche von heute ein vollkommen anderes Lern- und Kommunikationsverhalten, zum Beispiel über das Internet, Social Media oder WhatsApp auf dem Smartphone.  Umso mehr müssen Unternehmen darüber nachdenken, wie man die neuen Technologien in der Ausbildung integrieren kann.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es für Mittelständler unerlässlich, digital gut aufgestellt zu sein. Die Digital Natives von heute sind die Fachkräfte von morgen. Nur wenn wir diese auf die betriebliche Praxis vorbereiten, werden wir im weltweiten Wettbewerb bestehen. Das haben 40 Prozent der Mittelständler Umfragen zufolge noch nicht verstanden. Hier sind Politik und Wirtschaft gleichermaßen gefordert.

Wir fördern die digitale (Weiter)Bildung unserer Mitglieder. Deshalb arbeitet unser Verband bei der Plattform Digitalisierung und Bildung des Nationalen IT-Gipfels mit. Und der BVMW baut im Auftrag des Bundeswirtschaftsministers das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Berlin-Brandenburg auf. Mittelständler brauchen aktive Begleitung bei der Digitalisierung. Wir packen es an. Auf ein digitales Wirtschaftswunder!

 

 

 

 

Ein Gastbeitrag von Mario Ohoven
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und
des europäischen Mittelstandsdachverbandes

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Über den Autor


Mario Ohoven ist Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und des europäischen Mittelstandsdachverbandes (CEA-PME / European Entrepreneurs). Er ist Co-Vorsitzender der AG Nachwuchskräfte im IKT-Bereich beim Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung.

 

 

 

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