„Deutschland braucht ein umfassendes Bündnis für die digitale Arbeit“ – wir sind dabei!


 

Liebe Frau Professor Joost,

Sie fordern in der gestrigen Handelsblatt-Ausgabe ein umfassendes Bündnis für digitale Arbeit in Deutschland. Diesem Bündnis wollen wir uns gerne anschließen und gemeinsam mit Ihnen, mit Bürgern, Gewerkschaften, Wissenschaft, Politik und Industrie darüber diskutieren, was gute Arbeit in der digitalen Gesellschaft bedeutet.

IT revolutioniert die Arbeitswelt. Als führendes IT-Unternehmen treiben wir mit unseren Technologien diese Revolution voran. Und wir sind fest davon überzeugt, dass diese Revolution enorme Chancen birgt – für jeden Einzelnen, für die Unternehmen und für die gesamte Gesellschaft.

Damit die Revolution der Arbeitswelt gelingt, brauchen wir jedoch neue Regeln in der Gesellschaft und in den Unternehmen. Und wir brauchen mehr Vertrauen – nicht nur in neue Technologien, sondern auch in uns selbst. Wir sind davon überzeugt, dass flexibles Arbeiten in Zukunft kein nettes Etikett mehr ist, das sich Unternehmen nach Belieben aufkleben, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Flexibles Arbeiten macht Unternehmen produktiver und innovativer und sorgt für mehr Familienfreundlichkeit und eine gerechtere Arbeitsverteilung zwischen den Geschlechtern. Laut einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) bringen Unternehmen, die auf flexible Arbeitsbedingungen setzen, im Schnitt elf bis 14 Prozent mehr neue oder verbesserte Produkte auf den Markt als Firmen mit starren Arbeitsplatzkonzepten. Laut einer Studie von „The Economist“ sind Unternehmen mit flexiblen Arbeitsformen bis zu dreimal profitabler als ihre Wettbewerber. Und nach Untersuchungen des Centre of Human Resources Information Systems wollen heute 85 Prozent aller Arbeitnehmer am liebsten in Unternehmen arbeiten, die auf flexible Arbeitsmodelle setzen.

Damit flexibles Arbeiten zum Erfolgsmodell wird, bedarf es allerdings eines weitreichenden Wandels der Unternehmens- und Führungskultur. Ein neues Vertrauensverhältnis, neue Kommunikationsstrukturen, neue Bewertungssysteme und klare Regeln für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind unverzichtbar. Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Gallup haben wir deshalb schon 2013 einen „How-to-Guide für flexibles Arbeiten“ entwickelt, der Unternehmen beim Übergang in die Arbeitswelt von Morgen unterstützen soll.

Bei Microsoft selbst nutzen heute schon rund 90 Prozent der Mitarbeiter flexible Arbeitsmodelle. Erst im September haben wir das seit langem bestehende Prinzip der „Vertrauensarbeitszeit“ um eine Gesamtbetriebsvereinbarung zur freien Wahl des Arbeitsplatzes – dem „Vertrauensarbeitsort“ – ergänzt und damit verbindliche Grundlagen für alle Mitarbeiter geschaffen.

In unserem „Manifest für ein neues Arbeiten“, das wir im Frühjahr gemeinsam mit Autoren, Journalisten und Bloggern veröffentlicht und mit Vertretern der digitalen Gesellschaft auf der re:publica diskutiert haben, haben wir unsere Vorstellung von der Arbeitswelt der Zukunft festgehalten und sind damit auf eine breite Resonanz in der Öffentlichkeit gestoßen. Wir sind uns aber auch darüber bewusst, dass alle Diskussionen um ein neues, flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten, die wir heute führen, nur einen relativ kleinen Kreis hochqualifizierter Wissensarbeiter betreffen. Und wir wollen dazu beitragen, dass in Zukunft alle Menschen die Chancen der digitalen Arbeitswelt nutzen können.

Wir möchten Ihren Impuls für ein umfassendes Bündnis für die digitale Arbeit aufgreifen, möchten unsere Erfahrungen teilen, unsere Stärken einbringen und von anderen lernen, um gemeinsam mit anderen Partnern eine moderne, flexible Arbeitswelt zu gestalten.

Sprechen Sie uns an!

 

Dr. Elke Frank, verantwortlich für das Personal-Ressort und
Dr. Thorsten Hübschen, verantwortlich für das Office Geschäft bei Microsoft Deutschland

 

 

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