Das Windows 10 Upgrade vorbereiten


Noch bis Ende Juli kann man gratis zum neuen Windows wechseln. Wer vorher einige Dinge beachtet, muss keine bösen Überraschungen befürchten. Denn mit der richtigen Vorbereitung lassen sich mögliche Fehlerquellen jedoch von Beginn an minimieren.
Windows 10 UpgradeDas Upgrade selbst verläuft in den allermeisten Fällen reibungslos. Auch die persönlichen Daten bleiben in der Regel erhalten. Schwierig wird es allerdings möglicherweise dann, wenn bereits vorher bestehende Probleme ignoriert werden in der Hoffnung, dass nach dem Umstieg alles wieder in Ordnung ist. Darauf sollte man sich nicht verlassen und Systeme, die nicht regelmäßig gewartet wurden, zuvor einer Grundreinigung zu unterziehen. Die nachstehenden Tipps haben sich insbesondere in solchen Fällen bewährt, wo durch Datenmüll aller Art, fehlerhaft installierte Treiber oder Eingriffe durch „Optimierungssoftware“ von Drittherstellern, bereits unter der alten Windows-Version nicht mehr alles rundgelaufen ist.

Daten sichern
Erster Schritt bei allen tiefgreifenden Änderungen am Betriebssystem sollte eine aktuelle Sicherung sämtlicher Daten sein. Persönliche Dokumente, Fotos und andere unwiederbringliche Inhalte kopiert man idealerweise auf einen externen Datenträger. Alternativ bietet sich eine Datensicherung auf OneDrive an. Nach dem Umstieg kann man alle Dateien ganz einfach wieder aus der Cloud auf die eigene Festplatte holen. Wer gar eine Komplettsicherung seiner Festplatte durchführt, kann im Ernstfall die alte Arbeitsumgebung schnell wiederherstellen. Am zuverlässigsten geht das mit Backup-Programmen wie „DriveImage XML“ oder „HDClone“. Als weitere Absicherung kann man in der Systemsteuerung von Windows 7 oder 8.1 unter „System und Sicherheit“ und „Sichern und Wiederherstellen“ einen Rettungsdatenträger erstellen.

Ordnung schaffen
Als nächstes sollte man das bestehende System so weit wie möglich in Ordnung bringen. Ist das „alte“ Windows vor dem Umstieg gut in Schuss, minimiert man die niemals ganz auszuschließende Möglichkeit, dass es zu unvorhergesehenen Fehlern kommt. Bereits vorhandene Probleme, die man in die neue Windows-Installation mitschleppt, können auch unter Windows 10 für Ärger sorgen. Zum Großreinemachen gehört das Entfernen von Software, die man nicht mehr braucht. Diese Aufgabe kann man in der Systemsteuerung über „Programme“ und „Programme und Features“ erledigen. Unbedingt entfernen sollte man sämtliche „Optimierungssoftware“ sowie Antiviren-Programme. Besitzt ein Virenscanner keine eigene Deinstallationsfunktion, findet man die passenden „Removal-Tools“ auf der Webseite des jeweiligen Herstellers. Wenn man schon einmal dabei ist, kann man auch Programmreste und Datenmüll löschen, wie nicht mehr benötigte Update-Dateien oder vergessene temporäre Dateien. Die „Datenträgerbereinigung“ ruft man auf, indem man im Startmenü „Datenträger“ tippt und dann den entsprechenden Eintrag in den Suchergebnissen antippt.

„Autostart“ bereinigen
Gerade bei älteren Systemen haben sich mit der Zeit viele Programme angesammelt, die beim Hochfahren automatisch gestartet werden. Auch diese können, wenn es dumm läuft, beim Upgrade Konflikte verursachen. Unter Windows 7 sollte man deshalb die „Systemkonfiguration“ aufrufen, indem man „msconfig“ in das Suchfeld der Taskleiste eingibt. Unter „Autostart“ lassen sich dann unnötige Einträge deaktivieren. Unter Windows 8.1 ruft man mit der Tastenkombination Strg + Umschalten +Esc den „Taskmanager“ auf und geht dort zu „Autostart“. Daneben hat es sich als sinnvoll erweisen, die Treiber des aktuellen Systems auf den neuesten Stand zu bringen, indem man neue Treiber-Versionen von der Herstellerseite herunterlädt und installiert. Und schließlich kann man zur Sicherheit mit dem Befehl „Sfc /Scannow“ eine Systemdateiprüfung durchführen. Ist man selbst nicht als Administrator angemeldet, startet man die Anwendung mit einem Rechtsklick und wählt „Als Administrator ausführen“.

Windows-Laufwerk optimieren
Schließlich empfiehlt sich eine Optimierung des Systemdatenträgers, also des Festplattenbereichs, auf dem Windows installiert werden soll. Typischerweise handelt es sich dabei um das mit dem Buchstaben C: gekennzeichnete Laufwerk. Dazu klickt man im Windows Explorer mit rechts auf den Eintrag „Lokaler Datenträger (C:) in der linken Spalte und wählt im Kontextmenü „Eigenschaften“. Falls man die oben beschriebene Datenträgerbereinigung noch nicht vorgenommen hat, kann man das nun nachholen, indem man im Tab „Allgemein“ auf „Bereinigen“ klickt. Danach kann man eine so genannte Defragmentierung durchführen. Dabei werden die auf dem Datenträger verstreuten Programmteile optimal angeordnet, was zusätzlich Platz und Ordnung schafft. Unter Windows 8 öffnet man dazu wie beschrieben das Kontextmenü im Explorer und klickt unter „Tools“ auf „Optimieren“. Unter Windows 7 geht man über das Startmenü auf „Zubehör“, „Systemprogramme“ und „Defragmentierung“.

Und wenn das Upgrade doch mal hakt?
Bisweilen kommt es vor, dass sich das Upgrade auf Windows 10 nicht durchführen lässt oder abgebrochen wird. In diesem Fall sollte man sich zuerst vergewissern, dass tatsächlich alle Voraussetzungen für das Upgrade erfüllt sind. Für das Upgrade auf Windows 10 müssen auf der Festplatte mindestens 8 Gigabyte freier Speicherplatz vorhanden sein. Im Zweifel klickt man im Windows Explorer mit rechts auf das entsprechende Laufwerk und dann im Kontextmenü auf „Eigenschaften“.

Unter Windows 7 müssen außerdem das „Service Pack 1“ und alle bis Oktober 2015 erschienenen Updates installiert sein. Unter Windows 8 wird das Upgrade auf Windows 10 erst dann angeboten, wenn Windows 8.1 sowie alle Updates, auch optionale, installiert sind. Das Upgrade auf Windows 8.1 kann seinerseits scheitern, wenn das Desktop-Design „Aero Glass“ ausgeführt wird. Deshalb sollte man zunächst auf ein Standard-Design umstellen. Gehört der PC zu einer Domäne, wird das Windows 10 Upgrade-Symbol in der Task-Leiste erst gar nicht angezeigt. In diesem Fall kann das Upgrade mit dem von Microsoft unter https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10 gratis angebotenen „Media Creation Tool“ manuell gestartet werden. Es kann auch hilfreich sein, einige der beim Hochfahren automatisch gestarteten Programme zu deaktivieren – falls man diese nicht wie oben beschrieben schon bei der Vorbereitung deaktiviert hat. Dazu öffnet man mit der Tastenkombination Windows-Taste + R das „Ausführen“-Fenster und gibt „msconfig“ ein. Im nun erscheinenden Fenster lassen sich mutmaßliche Störenfriede ausschalten. Im Anschluss muss man den Rechner nochmals neustarten.

Nach dem Upgrade: Treiber überprüfen
Wenn nach dem Upgrade bestimmte Hardwarekomponenten oder Peripheriegeräte wie etwa der Drucker nicht mehr richtig funktionieren, sind in der Regel Treiberprobleme die Ursache. Erste Maßnahme sollte sein, auf der Webseite des Gerätherstellers nach einem aktualisierten Treiber zu suchen. Falls kein Windows-10-Treiber zu finden ist, sollte man es mit der aktuellsten Variante für die neueste Windows-Version versuchen. Um einen Treiber manuell zu installieren, geht man über den Startbutton oder die Systemsteuerung zum „Geräte-Manager“. Dort sucht man das betroffene Gerät, klickt mit rechts darauf und wählt „Gerätetreiber aktualisieren“. Dann gibt man den Ort an, wo der Treiber gespeichert wurde. Unter der Adresse http://windows.microsoft.com/de-de/windows-10/update-drivers-in-windows-10 finden sich weiter Hinweise zum Aktualisieren von Treibern unter Windows 10.

Ein Beitrag von Steffen Haubner
Journalist und Autor

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Über den Autor

Steffen Haubner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steffen Haubner (50) ist seit vielen Jahren als freier Journalist und Autor mit den Schwerpunkten Technik, mobiles Arbeiten und digitale Unterhaltung für zahlreiche Tageszeitungen, Magazine und Verlage tätig. Darüber hinaus arbeitet er als Autor, Lektor, Übersetzer und Textbearbeiter. Er hat mehrere Bücher zu Windows und zu anderen Technikthemen verfasst. Jüngste Publikation: „Windows 10 für Einsteiger“ (VKI, Wien, 2. Auflage 2016).

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