#CoworkingEU – Worauf es beim Coworking ankommt: die Community


Tobias Schwarz (Isarmatrose) und Kati Kremkau (Ostseegoere) wollen in diesem Sommer testen, wie gut es sich im grenzenlosen Europa wirklich arbeiten lässt. Für zwei Monate gehen sie unter dem Hashtag #CoworkingEU und mit Office 365 und dem Surface 3 auf #OutofOffice-Trip und stellen sich der Frage, warum wir eher vom Starbucks am Jungfernstieg oder dem Sankt Oberholz am Rosenthaler Platz aus arbeiten, anstatt vom Montmarte in Paris einen Tweet abzuschicken, auf dem Markusplatz in Venedig zu bloggen oder im Schatten der Sagrada Familia eine Präsentation zu bauen.


Bericht #2

Auf der ersten Station unserer Coworking-Reise durch Europa konnten wir verschiedene Arten von Coworking Spaces kennenlernen. Dabei stellten wir fest, wie wichtig uns beiden der Gedanke einer funktionierenden und kreativen Community war. In Barcelona fanden wir gleich vier Coworking Spaces vor, die diese Philosophie teilen und in denen die miteinander vernetzte Community den Kern des Coworking Spaces darstellt.


Coworking in Barcelona: Betahaus, MOB, Talent Garden und Pipoca

Betahaus Barcelona

Das Betahaus Barcelona gehört zu dem auch in Deutschland sehr bekannten Netzwerk von Coworking-Clubs gleichen Namens, die es in Hamburg und Berlin gibt. Über die Anfänge sprach Madeleine Gummer von Mohl erst im letzten Jahr mit uns Netzpiloten. Damals war das Betahaus in Barcelona noch eine Baustelle, die trotzdem bereits 100 Mitglieder hatte. Inzwischen sind es über 200 Mitglieder, wie uns der Space Manager Edu Forte erklärte, die nicht nur miteinander arbeiten, sondern auch miteinander kochen, essen, spielen und in der Werkstatt "El Taller" basteln.

 Makers Of Barcelona (MOB)

Forte empfahl uns für unseren zweiten Tag das legendäre "Makers Of Barcelona", kurz MOB: eines der ersten Coworking Spaces überhaupt in Europa. In einer ehemaligen Textilfabrik gelegen, ist es wahr gewordenes Symbol der neuen Arbeitswelt. Auf mehreren Etagen arbeiten hier die unterschiedlichsten Menschen. Im dem vorgelagerten FabCafe trifft man sich, isst vielleicht einen Bagel oder arbeitet an dem 3D-Drucker. Hier trafen wir Albert Cañigueral, einen der führenden Vordenker der Sharing Economy in Spanien. Er erklärte uns, dass das Land geradezu nach einer neuen Form des Wirtschaftens dürstet. Das Makers Of Barcelona ist einer der Orte in Spanien, in denen die ersten Schritte gemacht werden.

Talent Garden

Das wir Cañigueral treffen sollten und vor allem, wo wir ihn finden können, erzählte man uns im Talent Garden, einem weiteren Coworking Space in Barcelona. Hier arbeitet Jaume Suñol, spanischer Country Manager des Carsharing-Startups Drivy, den wir für die Netzpiloten interviewten. Er erklärte uns auch, warum sogar Startups die Räume eines Coworking Space dem eigenen Büro vorziehen: Es ist die innovative Atmosphäre. Damit meint Suñol auch den Austausch untereinander, beispielsweise beim gemeinsamen Mittagsessen. Der Austausch mit Menschen eines anderen Fachgebiets kann unglaublich inspirierend sein für die eigene Arbeit. Und nach dem Essen ist der Weg zum Tisch des anderen in einem Coworking Space meist angenehm kurz.

Pipoca

Genau wie im Pipoca, dem letzten Coworking Space, das wir in Barcelona besucht haben. Es liegt mitten in der Altstadt, gleich neben Barcelonas berühmter Promenade La Rambla, und weiß durch einen ganz besonderen Trick, der zugleich namensstiftend war, die Community bei Laune zu halten: Popcorn. Coworking-Space-Betreiber Alfonso Portugal, der jeden der ungefähr 50 Coworker hier persönlich kennt, hat es nach dem portugiesischen Wort für Popcorn benannt. Eine in der Lobby stehende Popcorn-Maschine, die am Vormittag süßes und am Nachmittag salziges Popcorn zubereitet, ist der Mittelpunkt des Coworking Spaces, in dem es auch eine riesige, von der Sonne verwöhnte Terrasse, eine Tischtennis-Platte und eine Sofa-Ecke mit Schallplattenspieler gibt. Von diesen, die Community verwöhnenden und miteinander vernetzenden Utensilien, konnten wir uns in den kurzen Phasen, in denen das WLAN nicht ging, ausgiebig überzeugen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, im Pipoca zu arbeiten.


Lesson learned: die Community kommt zuerst

Anhand dieser vier Coworking Spaces, deren Besuch wir als persönliche Bereicherung empfanden, lässt sich gut erkennen wie wichtig die Community für ein Coworking sein kann. Sie haucht dem Ort zum Arbeiten erst das Leben ein, das den Ort reizvoll macht und an dem man gerne arbeitet. Außerdem gibt es produktive Nebeneffekte durch die Vernetzung mit anderen Menschen, die ebenfalls gute Idee haben, und der Möglichkeit, einfach mal zusammen etwas Popcorn zu essen oder gemeinsam etwas zu basteln. Eine Community kann gemischt sein, was die Berufe ihrer einzelnen Mitglieder angeht, alle sollten aber gemeinsam an einem Strang ziehen können. Davon profitiert dann jeder Einzelne.

 

 

 

Ein Gastbeitrag von Katharina Kremkau und Tobias Schwarz
http://www.coworking-and-travel.eu/

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Über die Autoren


Kati, die Ostseegoere, arbeitet als freie Social-Media-Alleskönnerin für ein Berliner eLearning-Startup, eine Umweltpolitikerin und die Kiezsauna, der wohl heißeste Ort Friedrichshains. Sie ist aus Rostock und hat Politikwissenschaft in Berlin studiert. Was sie am Internet wirklich liebt, sind Listen auf Foursquare and Yelp von Orten, an denen sie leckere Delikatessen essen möchte.



Tobias leitet das Online-Magazin Netzpiloten.de, das seit 1998 das Internet erforscht. Davor arbeitete er für Tumblr, McKinsey und die Grünen. Er hat eine “Always On”-Mentalität, aber weiß, worauf es im Leben noch ankommt: ein eiskaltes Bier (er bevorzugt einen Russ) und Freizeit im Grünen mit Kati.

Comments (2)

  1. Anonymous sagt:

    Tobias Schwarz ( Isarmatrose ) und Kati Kremkau ( Ostseegoere ) wollen in diesem Sommer testen, wie gut

  2. Anonymous sagt:

    Tobias Schwarz ( Isarmatrose ) und Kati Kremkau ( Ostseegoere ) wollten in diesem Sommer testen, wie

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