#CoworkingEU – ein Fazit der Gastbeitragsserie: Wer eine Reise macht, hat viel zu erzählen


Tobias Schwarz (Isarmatrose) und Kati Kremkau (Ostseegoere) wollten in diesem Sommer testen, wie gut es sich im grenzenlosen Europa wirklich arbeiten lässt. Für zwei Monate gingen sie unter dem Hashtag #CoworkingEU und mit Office 365 und dem Surface 3 auf #OutofOffice-Trip und stellten sich der Frage, warum wir eher vom Starbucks am Jungfernstieg oder dem Sankt Oberholz am Rosenthaler Platz aus arbeiten, anstatt vom Montmarte in Paris einen Tweet abzuschicken, auf dem Markusplatz in Venedig zu bloggen oder im Schatten der Sagrada Familia eine Präsentation zu bauen. Erste Stationen waren Dresden und Leipzig. Für uns haben sie hier im Blog jede Woche über ihre Erfahrungen berichtet.

Nach Belgien machten wir uns über Amsterdam auf den Weg nach Kopenhagen, von dort ging es dann nach Stockholm und Danzig, denn diese kleine Rundreise um die Ostsee war preiswerter als direkt nach Rostock zu fahren. Und es ermöglichte uns natürlich, weitere Coworking Spaces zu sehen. Außerdem sind Stockholm und Danzig auch zwei wunderschöne Städte. Es sprach also wirklich rein gar nichts dagegen.

In Kopenhagen zählt die Community


In Kopenhagen besuchten wir das Coworking Space Republikken. Es liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs und seit unserem Stopp in Barcelona waren wir ja Mitglieder des Betahauses, die hier aufgrund einer Kooperation zwei Tage im Monat kostenlos arbeiten können. Das Republikken hat dem mehrstöckigen Coworking Space, das nur für Mitglieder zugänglich ist und in einem ehemaligen Tanzstudio untergekommen ist, ein sehr schönes und einladendes Café vorgelagert.


Um im Republikken Mitglied zu sein, muss man zur bestehenden Community passen, denn auf die Harmonie untereinander wird sehr genau geachtet. Diese Exklusivität macht es zugleich interessant und wertvoller, denn neben dem reinen Arbeitsplatz, bekommt man hier als Mitglied auch ein gut funktionierendes, soziales Umfeld mitgeliefert. Hier zu arbeiten, kann einem also ganz neue Möglichkeiten bieten, sowohl privat als auch beruflich.

Stockholm: Coworking samt Café

In Stockholm besuchten wir das Café&Co, denn es schien von der eigenen Website her das einladenste. Seit Gent war uns schon aufgefallen, dass im Gegensatz zu den Coworking Spaces in südlicheren Ländern, im Norden Europas vor allem Coworker gesucht werden, die sich längerfristig einmieten. Der einzelne Tagesbesucher, so wie wir aufgrund der Reise, war nicht die interessanteste Zielgruppe für Betreiber von Coworking Spaces.


Im Café&Co war das zum Glück anders. Der Name verrät es, das Café&Co ist ein Coworking Space mit einem eigenen Café. Im Gegensatz zu Amsterdam, wo wir einen Tag im BounceSpace arbeiten wollten, dann aber nur darunter, in einer Mischung aus Café, Barbier und Fahrradladen Platz fanden, wurden wir im Café&Co willkommen geheißen. An einem schönen Tisch, mit gutem WLAN und leckerem Essen, machten wir es uns bequem.

Neue Wege, neue Kooperationen

Und wir kamen schnell ins Gespräch mit dem Besitzer des Coworking Spaces, der uns zufällig am großen Arbeitstisch gegenübersaß und sich für unsere Reise begeistern konnte. Zwei Stunden später vereinbarten wir eine Kooperation. Zukünftig könnten Mitglieder seines Coworking Spaces kostenlos in der kommenden Netzpiloten Blogger Lounge in Berlin arbeiten und unsere Autoren finden in Stockholm einen kostenlosen Arbeitsplatz vor.

Das war schon die dritte Kooperation, die auf dieser Reise entstand, einfach weil wir uns auf den Weg gemacht haben und woanders neue Leute getroffen haben. In Barcelona trafen wir einen Blogger aus Liverpool, der bald für Netzpiloten.de bloggen wird und in Brüssel einen Blog-Betreiber, der ab nächstem Jahr für uns aus San Francisco berichtet und wir eine deutschsprachige Kolumne für sein belgisches Blog beisteuern.

Ende der Reise – und der Beginn des Themas

In Danzig fanden wir kein Coworking Space vor, was mich persönliches sehr traurig machte. Ich bin gerne in dieser Stadt, mein Großvater stammt von hier und ich würde auch in Zukunft gerne öfters von woanders arbeiten, besonders von hier. Die letzte Woche verbrachten wir also im Home Office mit Blick auf die Weichsel, in einer Wohnung in altem Stadttor, die wir auf Airbnb gefunden haben. Es hätte uns also wesentlich schlechter gehen können.


Unsere Reise hat uns einen unglaublichen Einblick in die europäische Coworking-Szene gegeben und das Ende der Reise stellt erst den Beginn des Themas dar. Denn noch ist Coworking ein Begriff, mit dem viele Menschen (noch) nichts anfangen können. Wir hoffen, dass wir das mit Vorträgen über unsere Reise ändern können. Das nächste Mal werden wir am 9. November auf dem Next Economy Open in Bonn öffentlich über unsere Reise sprechen.

Und es ist noch sehr viel Content unterwegs unbearbeitet liegen geblieben. In den nächsten Wochen werden wir unser Blog aufräumen und unsere Texte und Fotos zu den einzelnen Coworking Spaces veröffentlichen. Das Blog wird dann fortgesetzt, denn inzwischen waren wir bereits in Coworking Spaces in Bad Tölz und San Francisco.

Das Thema Coworking von unterwegs hat uns einfach gepackt.

 

 

 

 

Ein Gastbeitrag von Katharina Kremkau und Tobias Schwarz
http://www.coworking-and-travel.eu/

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Über die Autoren


Kati, die Ostseegoere, arbeitet als freie Social-Media-Alleskönnerin für ein Berliner eLearning-Startup, eine Umweltpolitikerin und die Kiezsauna, der wohl heißeste Ort Friedrichshains. Sie ist aus Rostock und hat Politikwissenschaft in Berlin studiert. Was sie am Internet wirklich liebt, sind Listen auf Foursquare and Yelp von Orten, an denen sie leckere Delikatessen essen möchte.



Tobias leitet das Online-Magazin Netzpiloten.de, das seit 1998 das Internet erforscht. Davor arbeitete er für Tumblr, McKinsey und die Grünen. Er hat eine “Always On”-Mentalität, aber weiß, worauf es im Leben noch ankommt: ein eiskaltes Bier (er bevorzugt einen Russ) und Freizeit im Grünen mit Kati.

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