Coworking & Travel: Auf der Suche nach einer Antwort, wie gut es sich im grenzenlosen Europa wirklich arbeiten lässt – Eine #CoworkingEU Gastbeitragsserie


Tobias Schwarz (Isarmatrose) und Kati Kremkau (Ostseegoere) wollen in diesem Sommer testen, wie gut es sich im grenzenlosen Europa wirklich arbeiten lässt. Für zwei Monate gehen sie unter dem Hashtag #CoworkingEU und mit Office 365 und dem Surface 3 auf #OutofOffice-Trip und stellen sich der Frage, warum wir eher vom Starbucks am Jungfernstieg oder dem Sankt Oberholz am Rosenthaler Platz aus arbeiten, anstatt vom Montmarte in Paris einen Tweet abzuschicken, auf dem Markusplatz in Venedig zu bloggen oder im Schatten der Sagrada Familia eine Präsentation zu bauen. Erste Stationen waren Dresden und Leipzig. Für uns berichten sie hier im Blog jede Woche über ihre Erfahrungen.



#1 Bericht
- Was ist eigentlich Coworking?

Vorletztes Jahr besuchte mich mein inzwischen 80-jähriger Opa in Berlin. Ich zeigte ihm meinen Arbeitsplatz in einem Coworking Space. Er hörte sich an, was ich hier mache, wer noch in diesem Raum arbeitet und wie es so ist, in einem Coworking Space zu arbeiten. Dann schaute er sich schweigend noch einmal um, ging an meinen leeren Arbeitsplatz und erklärte mir in einem Satz, dass er an dieser Stelle des Tisches seinen Telefonapparat hinstellen würde. In diesem Moment war mir vollkommen bewusst, wie enorm die Auswirkungen des Internets auf die Arbeitswelt sind.

Neue Arbeitswelt

Mein Telefonapparat habe ich jeden Moment bei mir, er passt in meine Hosentasche und verbindet mich mit der ganzen Welt. Nahezu meine komplette Arbeit als Leiter des Blogs Netzpiloten.de kann über das Smartphone erledigt werden. Den Rest erledige ich mit meinem Notebook, das ich nach getaner Arbeit wieder in meine Tasche stecke und so den leeren Arbeitsplatz hinterlasse. Die heutige Technik ermöglicht es in meinem Beruf als Blogger, nahezu grenzenlos arbeiten zu können. Trotzdem sitze ich die meiste Zeit in einem Berliner Coworking Space.

Diesen Sommer ändere ich das und versuche nicht nur meine Möglichkeiten auszutesten, sondern auch herauszufinden, wie mobil es sich in einem grenzenlosen Europa arbeiten lässt. Zusammen mit meiner Freundin, die eigentlich von zu Hause aus, im sogenannten Home Office, für ein Startup und eine Berliner Landespolitikerin arbeitet, bin ich diesen Sommer acht Wochen lang unterwegs in Europa. Unsere Arbeit erledigen wir in dieser Zeit in Coworking Spaces, also Räumen zum Coworking.

Coworking ist nicht gleich Coworking

Was Coworking ist, konnten wir uns auf unseren ersten beiden Station in Dresden und Leipzig noch einmal gut in Erinnerung rufen. In beiden Städten fanden wir je ein Beispiel für das, was Coworking sein kann und das, was sich ebenfalls Coworking nennt. Für uns beide ist Coworking die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und zu schauen, wohin sich eine Zusammenarbeit oder auch nur ein Gespräch entwickeln kann. Es ist der Reiz der Serendipität, das zu finden, nachdem man gar nicht gesucht hat.


Das Dresdner Coworking Space Cloudsters und die Raumstation in Leipzig sind zwei solcher Orte, die unserer Meinung nach dem Begriff Coworking eine Bedeutung verleihen. Hier fanden wir eine kreative und vor allem kommunikative Arbeitsumgebung vor, in der sich Gespräche mit Fremden als ungemein wertvoll erwiesen. Wir bekamen hier Ratschläge, von denen wir nicht einmal ahnten, dass wir nach ihnen fragen sollten. Allein hier gewesen zu sein, unsere tägliche Arbeit erledigt zu haben und sich auch Zeit für eine Frage, ein Gespräch und das gemeinsame Mittagsessen genommen zu haben, hat sich gelohnt.

Mittagspause in der Raumstation

Mit dem CoFab und dem Studio Delta haben wir auch zwei Spaces besucht, die sich ebenfalls Coworking auf die Fahne geschrieben haben, dies aber unserer Meinung nach nicht sind. Viel mehr sind es ganz klassische Bürogemeinschaften, in denen Coworking in erster Linie ein Geschäftsmodell und keine Philosophie ist. Auch Cloudsters und Raumstation leben von der Vermietung der freien Arbeitsplätze, aber hier steht das Miteinander im Vordergrund, während es in den anderen beiden Spaces der Service ist. Manchem mag das reichen, auch ich brauche von Zeit zu Zeit nicht mehr als einen ruhigen und gepflegten Arbeitsplatz, aber Coworking ist das für mich nicht.

Es geht weiter…

Inzwischen sind wir in Barcelona angekommen und haben hier bereits vier Coworking Spaces in der Stadt besucht. Morgen geht es weiter nach Toulouse. Auf Twitter und Instagram berichten wir von unserer Reise, im Blog coworking-and-travel.eu kann man unsere Berichte aus den verschiedenen Coworking Spaces lesen. Nächste Woche berichte ich dann im Microsoft-Blog von unseren in Spanien gemachten Erfahrungen. Adiós!

 

 

Ein Gastbeitrag von Katharina Kremkau und Tobias Schwarz
www.coworking-and-travel.eu

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Über die Autoren


Kati, die Ostseegoere, arbeitet als freie Social-Media-Alleskönnerin für ein Berliner eLearning-Startup, eine Umweltpolitikerin und die Kiezsauna, der wohl heißeste Ort Friedrichshains. Sie ist aus Rostock und hat Politikwissenschaft in Berlin studiert. Was sie am Internet wirklich liebt, sind Listen auf Foursquare and Yelp von Orten, an denen sie leckere Delikatessen essen möchte.



Tobias leitet das Online-Magazin Netzpiloten.de, das seit 1998 das Internet erforscht. Davor arbeitete er für Tumblr, McKinsey und die Grünen. Er hat eine “Always On”-Mentalität, aber weiß, worauf es im Leben noch ankommt: ein eiskaltes Bier (er bevorzugt einen Russ) und Freizeit im Grünen mit Kati.

Comments (2)

  1. Anonymous sagt:

    Tobias Schwarz ( Isarmatrose ) und Kati Kremkau ( Ostseegoere ) wollen in diesem Sommer testen, wie gut

  2. Anonymous sagt:

    Tobias Schwarz ( Isarmatrose ) und Kati Kremkau ( Ostseegoere ) wollen in diesem Sommer testen, wie gut

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