#besserlernen mit digitalen Technologien – ein Gastbeitrag von Detlef Steppuhn, Lehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg Köln


„Wie können wir mit digitalen Technologien #besserlernen?“ Unter diesem Motto hatte Stefan Schick zu einer Gastbeitragsserie aufgerufen. Lehrer Detlef Steppuhn erklärt die Vision des Erich-Gutenberg-Berufskollegs Köln: „learning with any device, anywhere, anytime!“


Der Erwerb einer umfassenden Handlungskompetenz findet heute auf der Grundlage der didaktischen Modelle der 21st Century Skills und der Schule 2.0/3.0 statt. Zentrale Strategie dieser Lernmodelle stellt das 1:1-learning dar. Die mediale Umsetzung des 1:1-learning – das heißt jedem Schüler steht in der Schule für den Unterricht ein Computer zur Verfügung – sprengt jedoch die finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Schulträger.

Realisierbar wird diese Vision nur durch „Bring Your Own Device“ (BYOD). Im Zeitalter der Technik, wo jeder Schüler mindestens ein Smartphone mit sich führt, wird sicherlich die nahe Zukunft die Möglichkeit eröffnen, dass jede Familie einen mobilen Computer oder ein Tablet besitzt. Auszubildende in der Berufsschule folgen diesem Trend bereits, das heißt, sie besitzen einen Laptop oder ein Tablet oder sie besitzen die Möglichkeit, ein Leihgerät aus dem Ausbildungsbetrieb zu nutzen.

BYOD wird aber nicht in allen Schulen oder Schulträgern gleich verstanden. Viele Schulen werden vom Schulträger mit Geräten ausgestattet, die im Unterricht nur für die jeweilige Stunde ausgeliehen oder genutzt werden können. Hierbei ergeben sich lange Rüstzeiten für Ausgabe und Einsammeln, inklusive der Überprüfung der Geräte auf Schäden und Vollständigkeit. Die Umsetzung des BYOD-Ansatzes darf nicht in der gleichen Sackgasse enden, wie die damaligen „Notebook-Klassen“. Der Fokus dieses BYOD-Ansatzes (Notebook-Klassen) liegt hier auf der privaten Anschaffung mobiler Geräte, die alle vom gleichen Hersteller stammen. Es ergeben sich aber die gleichen Probleme wie bei den Notebook-Klassen: Auszubildende müssen sich ein Gerät anschaffen, obwohl sie bereits ein anderes Gerät besitzen. Oder aber sie möchten das entsprechende Gerät gar nicht haben, sondern möchten von „ihrem eigenen Geld auch ein Wunschgerät“ kaufen. Bis sich alle Beteiligten auf das Gerät und eine entsprechende Finanzierungsform geeinigt haben, ist das Gerät bereits veraltet. Dieser Ansatz fördert zwar die Homogenität der Infrastruktur im Schulnetzwerk, sie spiegelt aber nicht die reale Situation der wirtschaftlichen Globalisierung bzw. der IT-Infrastruktur in Ausbildungsbetrieben wider.

Die Lösung dieses Problems ist ein plattform-unabhängiges BYOD-Konzept! Egal ob Android, Apple oder Windows als Endgerät genutzt wird – nur mobil muss es sein. Der Auszubildende wählt sich sein Gerät selbst aus und bringt es mit in den Unterricht. Dieser Ansatz bietet viele Vorteile: der Schüler kennt sein Gerät, er arbeitet immer mit demselben Gerät, er nutzt Software, die er kennt. Er behandelt sein Gerät fürsorglich und mit der Zeit lernt er auch, dass sein Gerät einsatzfähig sein muss, um damit in der Schule arbeiten zu können. Die Schule und der Schulträger werden ausstattungstechnisch entlastet. Für die Schüler-Geräte wird kein Support mehr benötigt. Viren, Backup, Einsatzfähigkeit– alle Risiken liegen nicht mehr im Verantwortungsbereich der Schule. Der Unterricht ist nicht mehr raumabhängig, das heißt, man ist nicht mehr abhängig von den klassischen DV-Räumen, um mit Computern oder digitalen Medien im Unterricht zu arbeiten.

Am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln wird das BYOD-Konzept integriert in unsere Schulplattform, die wir mit Office 365 realisiert haben. Kommunikation und Kollaboration zwischen Schülern und Lehrern erfolgt über Mail, Kalender und Klassen-Teamsites. Web-Office steht für alle Plattformen zur Bearbeitung von Dokumenten zur Verfügung. OneDrive dient allen Beteiligten als privater Ablageort für Schuldokumente. Stunden-Protokolle werden mit OneNote geschrieben. Didaktische Jahresplanungen können durch die Einbindung des didaktischen Wizards in Office 365 hinterlegt und von Auszubildenden und deren Betrieben eingesehen werden. Der Lernprozess in seiner Gesamtheit wird dadurch transparenter.

Die eingesetzte Software (Office365, OneNote, Skype) steht allen Schulen, Schülern und Lehrern plattform-unabhängig kostenlos zur Verfügung!

Ergänzt wird dieser mobile, mediale Ansatz durch mobile, interaktive Tafeln (eBeam/Edge von Legamaster), die dort eingesetzt werden wo sie benötigt werden (unser Projekt Mobile School). Durch Videokonferenzen (mit Lync beziehungsweise Skype for Businesss) können erkrankte Schüler am Unterricht teilnehmen, die Mobilität wird hiermit auch in den Privatbereich der Schüler verlagert (unser Projekt School@Home). Um die Lerntransparenz im Unterricht für Schüler und Lehrer zu verbessern, besteht auf Wunsch auch die Möglichkeit, die Desktops/Bildschirme der mobilen Schüler-Geräte (plattform-unabhängig) auf den Lehrer-PC zu übertragen und somit Arbeits- bzw. Lernergebnisse schneller präsentieren zu können (Mirroring 360).

Technische Voraussetzungen dieses Konzeptes sind ein schulweites WLAN, Whiteboards in jedem Klassenzimmer sowie ein Lehrer-PC mit angeschlossenem Deckenbeamer.

Bei einer konsequenten Umsetzung dieses Ansatzes kann dadurch die Anzahl der klassischen Desktop-PCs in der Schule dramatisch gesenkt werden, dadurch kann man Unterrichtsräume wieder flexibler gestalten und sie zukünftig mit mobilen Möbeln konzeptionell zu Selbstlernzentren umwandeln.

Unsere Vision: „learning with any device, anywhere, anytime!“

 

 

 

Ein Gastbeitrag von Detlef Steppuhn
Lehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg Köln

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Über den Autor


Detlef Steppuhn ist Lehrer am Erich-Gutenberg-Berufskolleg in Köln und unterrichtet schwerpunktmäßig in den beruflichen Bildungsgängen Kaufleute für Büromanagement, IT-Systemkaufleute und Informatikkaufleute.

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„Besser lernen. Für alle!“ – Microsofts Engagement im Bildungswesen

Bildung ist der Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Erfolg im Beruf. Microsoft engagiert sich mit zahlreichen Bildungsprojekten, Förderprogrammen für Schulen, IT-Plattformen zur Vernetzung von Forschung und Lehre und gezielter Nachwuchsförderung im Technologiebereich seit Jahren für Bildung. Mit der Plattform „Besser lernen. Für alle.“ bündelt Microsoft sein breites Bildungsangebot. Von der frühkindlichen Erziehung im Kindergarten, über die Grundschule bis hin zur Hochschule und beruflichen Weiterbildung: Hier finden Sie Informationen zu allen Stationen des lebenslangen Lernens sowie neuen Medien und modernen Lernkonzepten. Weiterführende Informationen zu Microsofts Engagement im Bildungswesen sind unter aka.ms/besserlernen zu finden.

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Comments (11)

  1. Anonymous sagt:

    In einer Welt, die immer stärker durch digitale Technologien geprägt wird, ist digitale Kompetenz

  2. Anonymous sagt:

    „Wie können wir mit digitalen Technologien #besserlernen?“ Unter diesem Motto hatte

  3. Anonymous sagt:

    Wenn wir – und damit sind diejenigen Teilnehmer an der Bildung gemeint, die digitale Medien als

  4. Anonymous sagt:

    „Wie können wir mit digitalen Technologien #besserlernen?“ Unter diesem Motto hatte

  5. Anonymous sagt:

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  6. Anonymous sagt:

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  10. Anonymous sagt:

    Wir haben Anfang Oktober Lehrer, Hochschulprofessoren, Medienpädagogen und Eltern aufgerufen, uns

  11. Anonymous sagt:

    „Wie können wir mit digitalen Technologien #besserlernen?“ Unter diesem Motto hatte

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