Die Microsoft Build 2017 aus IT-Pro-Sicht: Windows 10, Container und jede Menge Cloud


Mitte Mai fand mit der Fachkonferenz Build eine der wichtigsten Technologieveranstaltungen von Microsoft statt. Auch wenn sich die Build primär an Entwickler richtet, lohnt sich auch aus IT-Pro-Sicht ein Blick auf die vielen Ankündigungen des Events. Ob Windows 10, Cloud, Datenbanken, Office oder Windows Server, viele der vorgestellten neuen Möglichkeiten könnten auch für die tägliche Arbeit als IT-Experte oder Administrator relevant sein. In diesem Blogbeitrag finden Interessierte die Highlights der Build 2017 aus IT-Sicht.

Wolkige Aussichten: Viele Neuerungen rund um Microsoft Azure

Ein Schwerpunkt war natürlich das Thema Cloud, daher wurden in der Eröffnungs-Keynote mit Satya Nadella, Scott Guthrie und weiteren Microsoft-Experten insbesondere rund um Microsoft Azure viele Neuerungen verkündet.

Azure Database
Die neuen MySQL und PostgreSQL Managed Services sind ab sofort Bestandteil der Azure SQL Database und bieten mehr Flexibilität sowie zugleich hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Außerdem erleichtern neue Migrationsdienste für Datenbanken darüber hinaus für Oracle– und SQL Server-Kunden die Migration ihrer Daten sowie das Update von Anwendungen. Diese Dienste stehen zunächst als Preview zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zum Azure Database Migration Service:

Weiterführende Informationen zu den Ankündigungen rund um die Azure SQL Database:

 

Azure Cloud Shell
Die neue Azure Cloud Shell ist eine browserbasierte Shell mit sicherer Authentifizierung für das Arbeiten mit Azure von der Kommandozeile aus. Die Cloud Shell ermöglicht den Zugriff auf eine benutzerfreundliche Befehlszeilenumgebung, die extra auf Azure-Verwaltungsaufgaben ausgerichtet ist. Sie kann genutzt werden, um unabhängig von einem lokalen Computer zu arbeiten. In Cloud Shell sind gängige Befehlszeilentools und Sprachunterstützung vorinstalliert.

Weiterführende Informationen:

 

Azure Active Directory
Einer der beiden Neuerungen im Bereich Azure Active Directory betrifft das Angebot Azure Active Directory B2C. Der Cloud-basierte Identitätsdienst für einen sicheren Kundenzugriff ist seit kurzer Zeit weltweit verfügbar. Im Rahmen der Build 2017 wurden zwei Neuerungen bekannt gegeben. Zum einen unterstützt Azure Active Directory B2C nun 37 zusätzliche Sprachen und zum anderen steht er nun in zwei Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung: In der Ausführung “Simple” kommt der Dienst fertig aus der Box und es müssen nahezu keine Anpassungen vorgenommen werden. Für komplexere Szenarien steht die Variante “Custom” zur Verfügung. Diese bietet den Grunddienst von Azure Active Directory B2C plus die Möglichkeit, eine den eigenen Bedürfnissen entsprechende Benutzerführung dafür selbst zu entwickeln.

Weiterführende Informationen:

Zum anderen stehen ab sofort Microsoft Authentication Libraries (MSAL) für JavaScript, iOS und Android als Public Preview zur Verfügung. Außerdem wurde die bereits zur Verfügung stehende MSAL für .NET aktualisiert. Der Einsatz von MSALs ermöglicht es Entwicklern, Anwendungen zu erstellen, die sich bei Microsoft- oder Azure Active Directory-Konten einloggen können und dort ein Zugriffstoken zugewiesen bekommen, um Microsoft Graph aufrufen zu können.

Weiterführende Informationen:

 

Azure Cosmos DB
Mit Azure Cosmos DB wurde der erste global verteilte Datenbank-Service vorgestellt: Azure Cosmos DB wurde von Grund auf für globale Verteilung und horizontale Skalierbarkeit konzipiert. Der Dienst bietet eine schlüsselfertige globale Verteilung über beliebig viele Azure-Regionen hinweg, indem er Daten transparent skaliert und dort repliziert, wo die Nutzer sie benötigen. Die Datenbank ist damit für besonders performante Cloud-Dienste und rechenleistungsintensive Anwendungen geeignet, wie sie beispielsweise beim Internet der Dinge, künstlicher Intelligenz oder mobilen Anwendungen vorkommen.

Weiterführende Informationen:

 

Operations Management Suite & Azure Application Insights
Im Rahmen der Build 2017 wurden auch verschiedene Updates rund um die Bereiche App Insights und Insights & Analytics vorgestellt, die sowohl für Entwickler als auch für IT-Experten interessant sein dürften. Bei Azure Application Insights stehen neue Monitoring- und Verwaltungsfunktionen zur Verfügung:

  • Für das Debugging von Anwendungen steht nun der Snapshot Debugger als Preview zur Verfügung, ebenfalls als Vorabversion kann dafür der Application Insights Profiler für virtuelle Maschinen, VM Scale Sets und Cloud-Dienste getestet werden. Bereits generell verfügbar ist der Application Insights Profiler für die Azure App Services.
  • Ein besseres Verständnis der Anwendungsnutzer bietet die Nutzungsüberwachung (Usage Monitoring), die ebenfalls als Preview bereitsteht.
  • Mit Autoscale der Application Insights Metrics können die App Services skaliert werden. (Preview)
  • Live Metrics Stream wird um neue Anpassungsmöglichkeiten erweitert, sodass sich individuelle KPIs in Echtzeit überwachen lassen.
  • Über die Application Map erhalten Nutzer Informationen über die Verfügbarkeit von Azure-Ressourcen und Unterstützung, wenn ein Azure-Problem eine Anwendung beeinflussen sollte.

Auch an Azure Insights & Analytics wurde weiter gearbeitet: Bisher wurde eine neue Log Analytics-Lösung, die neu hinzugefügt wurde, standardmäßig für alle Windows- und Linux-Agenten, die mit Log Analytics Workspace verbunden waren, bereitgestellt. Als Preview kann hier nun Solution Targeting genutzt werden, um den Einflussbereich eine Lösung festzulegen. Dies kann nicht nur Kosten sparen, sondern reduziert auch die Menge der gesammelten Daten.

Der ITSM Connector, der ab sofort als Public Preview verfügbar ist, ermöglicht die Integration des Azure Log Analytics Workspace mit einem dieser IT Service Management-Produkten: Cherwell, Provance, System Center Service Manager und ServiceNow. So befinden sich Log-Daten und Helpdesk-Daten an einem Ort, sodass man schneller auf Probleme reagieren und zeitnah Lösungen anbieten kann.

Weiterführende Informationen zum IT Service Management Connector:

Weiterführende Informationen zu Azure Application Insights:

 

Und noch jede Menge mehr aus der Cloud …
Neben den näher vorgestellten Cloud-Neuerungen gab es aber noch viele weitere Cloud-Funktionen zu entdecken, u.a. in den Bereichen Internet of Things oder Serverless Programmierung. Sollten Sie Interesse haben, bieten diese Links weiterführende Informationen:

Azure Functions & Serverless

Azure IoT Edge & Azure IoT Hub

Und noch mehr …

 

Kreativer Herbst: Windows 10 Fall Creators Update

Bei Windows drehte sich alles um das nächste große Feature-Update, das Windows 10 Fall Creators Update, welches noch diesen Herbst erscheinen soll. Vorgestellt wurden hier zwar in erster Linie neue Features für Nutzer und Entwickler, aber Funktionen wie eine geräteübergreifende Zwischenablage, OneDrive-Dateien On-Demand oder das Angebot verschiedener Linux-Distributionen über den Windows Store haben das Potenzial, auch für den IT-Alltag interessant zu sein.

Diese Features sollen u.a. mit dem Fall Creators Update kommen:

Microsoft Fluent Design System: Eine modernisierte Designsprache soll zukünftig eine intuitivere Bedienung über Windows 10-Geräte und Anwendungen hinweg erlauben.

Microsoft Graph: Die intelligente Schnittstelle, welche Daten von Kontakten, Gesprächen, Projekten und Inhalten über die Microsoft Cloud in Verbindung setzen kann, kann Nutzern plattformübergreifend eine einheitliche Nutzererfahrung ermöglichen. So erlaubt Microsoft Graph eine nahtlose Verwendung von Anwendungen über alle Geräte mit den Betriebssystemen Windows, iOS und Android hinweg.

Timeline: Über eine Zeitleiste können Anwender ganz einfach auf Dateien, Anwendungen oder Webseiten aus der Vergangenheit zugreifen. Hierfür visualisiert die Leiste Nutzern unterschiedliche Stadien von Dateien, die erstellt oder bearbeitet wurden, sowie genutzte Anwendungen und besuchte Webseiten, und erlaubt eine einfache Rückkehr zu den jeweiligen Elementen.

Cortana: Auch die digitale Assistentin funktioniert plattformübergreifend über Windows, iOS sowie Android und bleibt geräteunabhängig auf dem aktuellsten Stand. So können Anwender mit ihrer Arbeit auf einem Gerät starten und diese auf einem anderen Device einfach weiterführen.

Clipboard: Die neue Funktion erlaubt Inhalte durch „Kopieren und Einfügen“ zwischen verbundenen Geräten auszutauschen. So ist es durch Clipboard zum Beispiel möglich, eine Datei auf dem PC zu kopieren und diese anschließend auf einem Smartphone einzufügen.

OneDrive Files on Demand: Über diese neue Option wird der plattformübergreifenden Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Dateien ermöglicht, ohne diese herunterzuladen und Speicherplatz auf einem spezifischen Gerät belegen zu müssen.

Weiterführende Informationen rund um Windows 10:

 

Linux-Distributionen aus dem Windows Store
Nach der Einführung des Windows Subsystem für Linux hat Microsoft einen weiteren Schritt bei der Zusammenarbeit mit Linux unternommen. Um die Installation von Ubuntu zu erleichtern, wird die Distribution über den Windows Store verfügbar gemacht. Zudem arbeitet Microsoft mit SUSE Linux und Fedora Linux zusammen, um diese ebenfalls in den Windows Store zu bringen.

Weiterführende Informationen zu Linux auf Windows:

 

Windows Server: Willkommen in der Welt der Container

Auch Windows Server war inhaltlich auf der Build vertreten. So wird das Server-Betriebssystem ab Sommer Teil des Windows Insider-Programms, sodass Vorabversionen und kommende Funktionen sich einfacher testen lassen. Geplant sind diverse Verbesserungen, dazu gehören u.a.:

  • Die Deployment-Größe von Nano Server wird um die Hälfte gegenüber der ersten Version reduziert.
  • Nano Server erhält eine komplette Ausrichtung an .NET Standard 2.0
  • Verbesserte Startzeit
  • Verbesserungen im Bereich Container, wie Support für SMB Storage oder bessere Performance, Anwendungskompatibilität und Stabilität
  • Das Windows Subsystem für Linux (WSL) kommt auch auf Windows Server, was den Einsatz von Bash und anderen Linux-Tools ermöglicht.

Weiterführende Informationen:

 

War das alles?

Nein natürlich gab es noch jede Menge mehr: Angefangen bei vielen Neuerungen rund um die Entwicklungsplattform von Microsoft über Artificial Intelligence und Bots bis hin zur Entwicklung für Office. Für einen kleinen Blick über den Tellerrand sind folgende Links zu empfehlen:

Artificial Intelligence, Bot Framework, Cognitive Services & Co.

Office

Viele weitere Informationen rund um die Build 2017 finden Interessierte auf der Sonderseite auf Microsoft TechWiese. Außerdem gibt es alle Aufzeichnungen und viele technische Videos auf Channel 9.

 

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