Windows 10 Creators Update: Das ist neu bei Hyper-V


Von Security über Mobile Device Management bis Windows as a Service wurden mit dem Creators Update viele für IT-Experten relevante Bereiche von Windows 10 verbessert und um neue Funktionen ergänzt – eine Übersicht finden Interessierte ebenfalls im TechNet Blog Deutschland. Bei dieser Fülle an Neuerungen wird ein Thema immer nur am Rand erwähnt: Hyper-V. Aber auch Nutzer der Virtualisierungstechnologie unter Windows 10 dürfen sich über verschiedene Updates freuen. Diese sind zwar meist klein, aber dafür sehr hilfreich:

Quick Create – VMs bequem erstellen

Neu ist zum Beispiel die Option „Quick Create“ im Hyper-V Manager, über die schnell und einfach neue virtuelle Maschinen erstellt werden können. Ziel dieser Funktion, die erstmal in Build 15002 getestet werden konnte, ist es, das Gast-System möglichst flott zum Laufen zu bringen – inklusive der Erstellung eines virtuellen Switchs und der Verbindung mit diesem.

Da es bei der ersten Preview der Quick Create-Funktion verschiedene Probleme gab, die sich in erster Linie auf die Grundeinstellungen der virtuellen Maschine konzentrierten, wurden diese noch einmal überarbeitet. Die Default-Einstellungen bei VMs, die über Quick Create erstellt werden, lauten nun:

  • Generation: 2
  • Memory: 2048 MB zu Beginn, Dynamic Memory ist aktiviert
  • Virtuelle Prozessoren: 4
  • VHD: dynamische Größenanpassung bis zu 100 GB

Weitere Informationen zu Quick Create:

 

Neue Möglichkeiten bei „verschachtelten“ Hyper-V Hosts

Bereits im letzten Jahr wurde die Möglichkeit implementiert, Hyper-V innerhalb von Hyper-V laufen zu lassen. Anders ausgedrückt kann damit ein Hyper-V-Host selbst virtualisiert werden. Anwendungsbeispiele hierfür sind beispielsweise das Ausführen eines Hyper-V-Containers auf einem virtualisierten Containerhost oder das Einrichten eines Hyper-V-Labs in einer virtualisierten Umgebung.

Dieses Feature, auch bekannt unter dem Namen „Nested Virtualization“ (geschachtelte Virtualisierung), war allerdings in einigen Bereichen limitiert. Aus diesem Grund wurde weiter daran gearbeitet – zum Beispiel an der Performance und der Kompatibilität. Außerdem sind zwei neue Funktionen hinzugekommen: ab sofort können bei virtuellen Maschinen, die als „Nested Hyper-V Hosts“ fungieren, Checkpoints gesetzt werden und „Saved States“ genutzt werden.

Weitere Informationen zu „Nested Virtualization“:

 

Auf die Größe kommt es an – Neuerungen bei der Anzeige

Kleine aber durchaus hilfreiche Neuerungen bietet der Bereich Anzeige. Zum einen lässt sich bei einer virtuellen Maschine, wenn diese im Enhanced Session Mode genutzt wird, dynamisch die Größe verändern. Bei der Verbindung mit der VM kann wie gewohnt die gewünschte Größe/Auflösung bestimmt werden, allerdings lässt sich diese nun einfach verändern. Denn es ist nun möglich, das VM-Fenster einfach größer oder kleiner zu ziehen.

Eine zweite Neuerung betrifft die bessere Lesbarkeit. VMConnect bietet nun die Möglichkeit, den Zoom-Level ganz bequem über das View-Menü anzupassen.

Weitere Informationen:

 

Den Arbeitsspeicher besser nutzen

In der Vergangenheit wies Hyper-V beim Start einer virtuellen Maschine den verfügbaren Speicher eher konservativ zu. So wurde zum Beispiel, auch wenn 2 Gigabyte Speicher verfügbar waren, nicht der ganze Speicher für das Starten der VM genutzt. Auch hätte Hyper-V nicht bei Anwendungen angefragt, ungenützten Arbeitsspeicher freizugeben. Diese konservative Art der Memory-Zuordnung ist in einer Hosting-Umgebung mit ein paar Anwendungen, die auf Hyper-V laufen und dort die höchste Priorität haben, durchaus sinnvoll.

Bei der Desktop-Virtualisierung unter Windows 10 könnten die Anforderungen allerdings anders aussehen. Vielleicht laufen verschiedene Anwendungen wie Webbrowser, Editoren, Chat-Programme etc. und einige von ihnen reservieren Arbeitsspeicher, den sie im Moment gar nicht benötigen. Mit dem Creators Update gibt Hyper-V dem Betriebssystem die Möglichkeit, Arbeitsspeicher von Anwendungen abzuziehen und den gesamten verfügbaren Arbeitsspeicher zu nutzen. Dies bedeutet zwar nicht, dass es nicht mehr zu Speicherengpässen kommen kann, aber der verfügbare Arbeitsspeicher, der im Task Manager angezeigt wird, ist auch der, der wirklich zum Starten einer virtuellen Maschine genutzt werden kann.

Weitere Informationen zu Memory-Nutzung:

 

Network Address Translation: Multiple Netzwerke und IP-Pinning

Für die Entwicklung von Anwendungen und die Nutzung von Containern sind zwei Neuerungen im Bereich NAT-Netzwerke (Network Address Translation) interessant, die mit dem Creators Update verfügbar wurden:

Entwickler können nun verschiedene NAT-Netzwerke auf einem einzigen Host verwenden. Das bedeutet, dass virtuelle Maschinen, Container, Emulatoren usw. die Vorteile der NAT-Funktionen von einem einzelnen Host nutzen können.

Entwickler sind nun außerdem in der Lage, ihre Anwendungen direkt vom Container Host aus zu erstellen und zu testen – hierfür wird ein übergelagerter Netzwerktreiber (Overlay Network Driver) genutzt, der über die Virtual Filtering Platform-Erweiterung für den Hyper-V Switch zur Verfügung gestellt wird. Außerdem hat man über die Host IP und den offenen Port nun direkten Zugriff auf einen Container.

Weitere Informationen zu NAT-Netzwerken:

 

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