Sicherheitsrisiken hemmen Industrie 4.0


Das Marktforschungsunternehmen IDC hat 201 deutsche Unternehmen zur aktuellen Entwicklung von Industrie 4.0 befragt. Das Ergebnis war, dass die Unternehmen bei der Umsetzung von entsprechenden Initiativen größtenteils noch am Anfang stehen. Warum das so ist, erfährt man einige Seiten weiter in der Studie: Die Firmen, allesamt aus dem verarbeitenden Gewerbe, sehen den Schutz vor Fremdzugriffen auf die zusätzlichen Datenströme als große Herausforderung an.

Bereits heute haben sie genug damit zu tun, sich vor Angriffen krimineller Hacker zu schützen und Sicherheitslecks zu stopfen. 54 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr mindestens einen Sicherheitsvorfall in ihren Fertigungsbetrieben. Am häufigsten kam es dadurch zu Manipulationen der Fertigung, 32 Prozent der Befragten kreuzten diese Kategorie an. Dahinter folgten Unterbrechungen in der Produktion (25 Prozent), Verstöße gegen Gesetze und Vorschriften (21 Prozent), Diebstahl geistigen Eigentums (17 Prozent) und Personenschäden (15 Prozent).

Das wirft ein Schlaglicht auf ein häufig unterschätztes Problem auf dem Weg zur neuen Industrie-Generation: Ebenso wie beim Internet of Things wird der Erfolg sehr stark davon abhängen, ob es gelingt, den benötigten, hohen Sicherheitslevel zu erreichen.

Dabei sind jedoch nicht nur die Anbieter von Sicherheitsprodukten gefordert, sondern auch die Fertigungsunternehmen selbst. Mit der Allianz für Cybersicherheit haben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Branchenverband BITKOM bereits 2012 eine zentrale Anlaufstelle auch für Informationen rund um die Sicherheit von Industrie-4.0-Konzepten gegründet, die jedoch laut einer Studie des VDMA den meisten Unternehmen unbekannt ist. Die gleiche Studie ergab, dass zwar rund der Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer die bereits definierten Standards zur  IT-Sicherheit in der Fabrikautomation bekannt sind, aber nur von etwa einem Drittel der Unternehmen auch umgesetzt werden.

IT-Sicherheit wird in der Zukunft für immer mehr Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor für ihren Erfolg werden. Die Aufgabe der IT-Hersteller, aber auch der Behörden und nicht-staatlichen Organisationen ist es dabei, über bereits vorhandene Angebote, Dienste und Best Practices noch besser aufzuklären, als es in der Vergangenheit bereits der Fall war.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, National Security Officer (NSO) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.

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