QuickTip: Windows 10 Deployment-Methoden


Dieser Gastbeitrag wurde uns freundlicherweise vom Education Support Center zur Verfügung gestellt. Autor ist Iris Braselmann.

Wir erinnern uns noch an die mühsame Windows XP Migration nach Windows 7 oder gar 8 bzw. 8.1. Einen direkten Migrationsweg gab es nicht, also durften alle Daten erst gesichert, das neue Betriebssystem aufgesetzt, alle Treiber und Anwendungen neu installiert und die Daten zurückgespielt werden.

Das hat vor allem Zeit und Geld gefressen. Zusätzlich kamen noch Kompatibilitätsprobleme mit Hard- und Software hinzu und die Migration wurde zu einer Zerreißprobe der Nerven. Solch einen beschwerlichen Weg möchten wir zukünftig möglichst vermeiden. Deswegen geht der Trend von dem eben beschriebenen Szenario weg und hin zu neueren Methoden in welchen Windows die Arbeit überlassen wird.

Dabei soll der Arbeits-und Zeitaufwand und damit entstehende Kosten reduziert und Kompatibilitätsprobleme vorher und möglichst automatisiert erkannt werden.

Ich kann euch jedoch jetzt schon mal beruhigen. Der Umstieg von Windows XP auf Windows 7 hat viele Änderungen am Betriebssystem gebracht, weswegen die Migrationspfade auch so begrenzt waren. Der Umstieg von Windows 7, 8 oder 8.1 auf Windows 10 wird deutlich weniger Änderungen am Betriebssystem ausmachen und dadurch mehr Deploymentmöglichkeiten eröffnen.

Welche Möglichkeiten stehen uns also mit Windows 10 offen?

 

Deploymentmöglichkeiten

In Windows 10 stehen uns drei Wege für das Deployment des Betriebssystems zur Verfügung.

  • Wipe-and-Load
  • In-Place Upgrade
  • Provisioning

Wir können den traditionellen Weg über Wipe-and-Load beschreiten, d.h die Daten und Einstellungen sichern, das neue Betriebssystem einspielen, Treiber und Anwendungen installieren und die zuvor gesicherten Daten und Einstellungen wieder zurückspielen. Dieser Vorgang ist sehr arbeits- und zeitintensiv, lässt sich jedoch mit manchen Konfigurationswünschen nicht vermeiden. Beispielsweise muss auf diese Methodik zurückgegriffen werden, wenn von einer 32-bit-Version auf eine 64-bit-Version gewechselt werden soll. Das ist einer der Gründe warum uns dieser traditionelle Weg auch weiterhin in Windows 10 Deployment offen stehen wird.

Weniger Arbeit wird uns das In-Place-Upgrade machen. Es arbeitet vom Prinzip her wie das Wipe-and-Load, jedoch übernimmt Windows die ganze Arbeit. Windows sammelt in diesem Zusammenhang selbst alle Daten, Einstellungen, Treiber und Anwendungen, installiert das Betriebssystem und spielt zuvor gesammelten Daten wieder auf das neue Betriebssystem ein. Auch Überprüfungen am System, wie Kompatibilitätschecks, werden automatisch durchgeführt. Dazu später jedoch mehr.

In-Place-Upgrades hatten wir bereits vom Wechsel von Windows 8 auf Windows 8.1 kennengelernt und wird in Windows 10 mit den Betriebssystemversionen ab Windows 7 unterstützt.

Ein In-Place-Upgrade hört sich prinzipiell erstmal gut an. Es reduziert die Deploymentkosten, läuft automatisiert und hat in Windows 10 erstmalig eine Recovery-Funktion integriert, so dass beispielsweise im Falle eines Installationsabbruchs das alte Betriebssystem wieder eingespielt werden kann. Das Upgrade ist aber wie bereits erwähnt neben dem Wechsel von einer 32-bit-Version auf eine 64-bit-Version auch auf neuen Geräten nicht möglich ohne vorinstalliertes Microsoft Betriebssystem. D.h. es dürfen alle organisationsspezifischen Konfigurationen manuell vorgenommen werden.

Genau hier kommt die neue Methode des Provisioning ins Spiel. Beim Provisioning möchte man möglichst wenig Zeit damit verbringen neue Gerät manuell zu konfigurieren. Dafür wurde ein neues Tool eingeführt, der Windows Imaging und Configuration Designer. Dieser ist über das neue ADK erhältlich. Der Designer erstellt Provisioning Packages, welche beispielsweise Konfigurationen über das Nutzerprofil, der Domänenzugehörigkeit, der Windows Version und anderes vordefinieren kann.

Als normaler User kann ich Windows 10 voraussichtlich ab 29. Juli 2015 über Microsoft Update kostenlos beziehen. Dieses Angebot soll 1 Jahr zur Verfügung stehen. Ob Sie die Voraussetzungen zum Erhalt des kostenlosen Upgrades erfüllen, können Sie unter [1] nachlesen. Von diesem Angebot ausgeschlossen sind beispielsweise Nutzer der Windows 7/8/8.1 Enterprise Edition.

Einen tieferen Einblick über die Deploymentmöglichkeiten werde ich im weiteren Verlauf geben. Zunächst möchte ich mich mit den Herausforderungen eines neuen Betriebssystems widmen.
Typischerweise sind dies die Kompatibilitätsfragen der Hardware und Software.

 

Kompatibilität

Apps laufen weiterhin über den Windows App Store. Microsoft kann automatisch testen ob diese Apps im Store auch unter Windows 10 laufen. Deswegen sollte es kein Problem darstellen die gewohnten Apps in Windows 10 zu nutzen. Microsoft behebt dadurch auftretende Fehler auf dieser Seite bevor der Nutzer die Fehler überhaupt sieht.

Der IE11 wurde mit in das Windows 10 Betriebssystem integriert. Eine Migration kann hier also Problemlos erfolgen. Allerdings sollten Nutzer einer älteren IE Version erst auf IE11 upgraden, da zum einen IE11, wie auch der neue Browser Microsoft Edge, direkt in das Betriebssystem integriert sind. Zum anderen läuft der Support älterer IE Versionen im Januar 2016 aus, d.h. Security Updates werden nicht mehr erhältlich sein. Die meisten Unternehmen werden vermutlich nicht bis Januar 2016 auf Windows 10 umgezogen sein, weswegen man diese Sicherheitslücke beachten sollte.

Bei den Hardwareanforderungen hat Microsoft kräftig runtergeschraubt. Ist Windows 7 mit der angegebenen Hardware funktionsfähig, wird mit ziemlicher Sicherheit auch Windows 10 darauf laufen. Es gibt vereinzelte Ausnahmen, wo dies nicht der Fall ist.
Generell kann für Kompatibilitätschecks der Windows Upgrade Advisor verwendet werden. Wäre beim Wipe-and-Load Vorgehen eine mögliche Herangehensweise. Mit dem In-Place-Upgrade wird dies überflüssig. In dem Upgradeprozess selbst werden Kompatibilitätschecks direkt durchgeführt und bei einem Kompatibilitätscheck-Fehlers wird automatisch auf das alte Betriebssystem gewechselt.

Schauen wir uns die Systemanforderungen einmal genauer an.

 

Systemanforderungen

  • 1 GHz Prozessor
  • 2 GB (64-bit) oder 1GB(32-bit) RAM
  • 20 GB (64-Bit) oder 16 GB (32-Bit) Festplattenspeicher
  • DirectX-9-fähige Grafikkarte

Dies entspricht den Systemanforderungen, welche an Windows 7 gerichtet sind. Bezüglich der Hardwareanforderungen bzw. der Systemvoraussetzungen muss man sich als potentieller Nutzer also keine großen Sorgen machen. Möchte man das neue Betriebssystem benutzen wird das mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf dem aktuellen Rechner funktionieren. Eine vollständige Liste der Systemanforderungen steht unter [2] zur Verfügung.

Im zweiten Teil des Blogeintrags betrachten wir die Deploymentmöglichkeiten genauer.
Ich gehe davon aus, dass die Benutzer mit dem traditionellen Wipe-and-Load vertraut sind, weswegen ich direkt auf das In-Place Upgrade eingehen und anschließend auf das Provisioning eingehen werde.

Außerdem gibt es zum Thema Windows 10 Deployment in der Microsoft Virtual Academy den Kurs Einführung in Windows 10 Deployment [3].

Das erste Modul gibt ebenfalls eine Einführung in das Thema:

[1] https://www.microsoft.com/de-de/windows/windows-10-faq
[2] http://windows.microsoft.com/de-de/windows/preview-faq-system-requirements-pc
[3] http://www.microsoftvirtualacademy.com/training-courses/einf-hrung-in-windows-10-deployment

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