Staatstrojaner: Hacking-Team-Gründer bietet FBI Hilfe gegen Darknet an


Die umstrittene Mailänder Überwachungstechnik-Firma “Hacking Team” verkauft Spyware an Länder wie Äthiopien, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate, die diese gegen Oppositionelle einsetzt. Seit 2012 wird die Software auch von der US-Anti-Drogenpolizei DEA eingesetzt. Nun hat der Hacking-Team-Gründer laut Motherboard dem FBI angeboten, eine Technik zur Verfügung zu stellen, die dem FBI dabei helfen könnte, versteckte Foren im Darknet zu finden und deren Kommunikation zu entschlüsseln. Mit dem Darkweb dürfte hier hauptsächlich Tor gemeint sein, beziehungsweise die darüber betriebenen .onion-Seiten.

“Das Darknet könnte komplett neutralisiert und entschlüsselt werden”, schreibt Gründer Vincenzetti in einer Rund-E-Mail an Kunden, die Motherboard vorliegt. “Die richtige Technik dafür existiert und ist verfügbar, um Terroristen im Cyberspace zu bekämpfen.” Der CEO behauptet, diese Technik könne nicht nur Verschlüsselungen entschlüsseln, sondern auch die Anonymisierung von Tor-Nutzern rückgängig machen.

Weitere Angaben macht Vincenzetti nicht, auch nicht, ob er sich auf ein bereits existierendes Produkt des Hacking Teams bezieht. Motherboard deutet die E-Mail als einen Versuch von Hacking Team, auf dem US-Markt Fuß zu fassen und sich als ein Problemlöser für das FBI anzubieten. Besonders für das Problem, das Kriminelle mit stark verschlüsselter Kommunikation dem FBI das Sammeln von Beweisen immer schwerer machen könnten. Gesetzestreue Nutzer des Internet hätten nach wie vor nicht zu befürchten, erklärte Vincenzetti später. “Doch Terroristen und solche, die es werden wollen, sollten wissen, dass in dem sicheren Hafen, den das Darknet bietet, so langsam das Licht angeht.”

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, National Security Officer (NSO) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates. 

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