IT-Sicherheit: Studie sagt massiven Fachkräftemangel voraus


Eine aktuelle Studie fördert zu Tage, dass aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels bis 2020 1,5 Millionen Experten weltweit in der IT-Sicherheit fehlen könnten. Die Studie “Global Information Security Workforce” von Frost & Sullivan wurde im Auftrag der gemeinnützigen Organisation ISC2 durchgeführt, die IT-Experten weiterbildet. Laut Studie gaben 62 Prozent der Befragten an, dass es ihrem Unternehmen an Fachkräften mangele. 2013 sagten dies 56 Prozent.

Gleichzeitig steigen die Gehälter in dieser Branche und werden weiter steigen. Und immer mehr Budget wird für die Einstellung der IT-Spezialisten zur Verfügung gestellt. Der Fachkräftemangel habe seine tiefere Ursache in den wenigen Bewerbern, die für IT-Jobs in Frage kommen. Und daran ändern steigende Budgets nichts. Frost & Sullivan errechnete einen weltweiten Bedarf von 195 000 IT-Security-Experten im nächsten Jahr, ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2014.

Die größten Schwierigkeiten in der IT-Sicherheit rufen laut der Studie nach wie vor Sicherheitslücken in der Software und Malware hervor. Dazu kommen Themen, wie “Cyber-Terrorismus”, wie das Beispiel TV5 Monde zeige. Der französische Sender wurde Anfang April offenbar von Sympathisanten des “Islamischen Staates” gehackt und lahmgelegt.

Cloud Security und Incident Response Management (Reaktion auf Vorfälle) sind Themen, die bei den Befragten der Studie besonders hoch im Kurs stehen. Doch vor allem beim Incident Response Management sind viele Firmen noch relativ schlecht aufgestellt, weil auch hier das passende IT-Personal, aber auch die nötigen Prozesse fehlen. Auch ist der Schulungsbedarf bei Mitarbeitern in diesem Bereich besonders hoch. Zudem sei das wichtige Thema “Security Awareness” bei vielen Mitarbeitern in Unternehmen immer noch ein Problem. Dies erklärt die hohe Durchschlagskraft von Social Engineering-Angriffen. Auch hier sei eine höhere Sensibilisierung nötig, die durch gezielte Schulungen erreicht werden kann.

Der anhaltende Fachkräftemangel in der IT-Security basiert laut der Studie nicht nur auf der Tatsache, dass es zu wenige qualifizierte IT-Security-Mitarbeiter gibt. Es würden vielmehr auch zu wenig junge Fachkräfte eingestellt. Die Studie zeigt auch: Der Beruf des  “Security Analysten” (Stichworte: Big Data und SIEM) sei ein Job mit viel Zukunft, gleichzeitig werden andere IT-Berufe, wie der des “Security Consultants”, in Zukunft weniger gefragt sein.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates. 

 

 

 

 

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