Preise für gestohlene Identitäten steigen wieder


Ein Jahr, nachdem die Preise für gestohlene Identitäten um gut ein Drittel gefallen waren, steigen sie jetzt offenbar wieder. Das berichtet Dark Reading mit Bezug auf den jüngsten Report von Dell SecureWorks über kriminelle Hacker-Märkte.

Gefälschte Identitäten wie Pässe, US-Sozialversicherungsnummern oder Führerscheine sind bei Betrügern demnach nach wie vor sehr begehrt. Eine neue Identität inklusive Name und Adresse kostet 250 Dollar, für 100 Dollar extra werden echte Gas- Wasser- oder Stromrechnungen angeboten, die zur Identitätsüberprüfung dienen. Gestohlene Identitäten sind dabei billiger als gefälschte, auch wenn die Preise auf dem Schwarzmarkt steigen. So kostet ein “Fullz”, also eine gestohlener, echter Ausweis jetzt 30 Dollar, letztes Jahr war er für 25 Dollar zu haben. In Großbritannien, Australien, Kanada, Asien und der EU kostet er 35 bis 45 Dollar, im Vorjahr waren es noch 30 bis 35 Dollar.

Die Zahl der gestohlenen Kreditkarten, die zum Verkauf angeboten werden, steigt ebenfalls – genau wie die Anzahl der Verkäufer, so Dell SecureWorks. Diese bieten zum Teil Garantien an und ersetzen Kartendaten, die nicht mehr funktionieren. Die kriminellen Hacker verstärken auch die “Dienstleistungen” in ihrem Bereich, zum Beispiel Anleitungen, wie man Betrug begeht, Geldautomaten knackt oder Online betrügt. Die Tutorials werden laut Dell zwischen einem Dollar und 30 Dollar angeboten.

Goldene und Platin-Kreditkarten werden häufig in Bündeln verkauft: Ein Anbieter offeriert zehn Karten für 13 Dollar das Stück und bis zu 2000 Kartendaten für 9 Dollar pro Stück. Einzelne Premium-Karten kosten bis zu 35 Dollar. Einige Webseiten geben an, dass auf ihnen bis zu 14 Millionen US-Kreditkarten angeboten werden.

Die Preise für ferngesteuerte Trojaner sind dagegen deutlich gefallen, von 25 bis 250 Dollar auf 20 bis 50 Dollar in diesem Jahr. Warum? Er liegt offenbar an der großen Anzahl der verfügbaren Trojaner und ausnutzbaren Schwachstellen. Die Anzahl der “Doxing Services” war dagegen rückläufig, berichtet Dell, ebenso die Preise dafür: Diese Dienste wurden 2014 zwischen 25 bis 100 Dollar angeboten. “Doxing” beschreibt das Vorgehen krimineller Hacker, alle on- und offline verfügbaren Informationen über bestimmte Menschen zu sammeln.

Die Preisentwicklungen auf dem Daten-Schwarzmarkt lassen sich hier im Detail nachlesen.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.   

 

 

 

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