Googles Android-Betriebssystem bleibt im Trojaner- und Malware-Fokus


Android bleibt im Fokus: Ständig werden neue Trojaner, Spyware und Malware für das mobile Betriebssystem entdeckt. Einmal mehr meldet Trend Micro neue Android-Malware und -Trojaner: ANDROIDOS_NICKISPY.A und sein minimal veränderter Abkömmling ANDROIDOS_NICKISPY.B sind beispielsweise Spionage-Tools, die die infizierte Android-Geräte ausspionieren und Anrufe verdeckt mitschneiden können.

Eine Woche später wurde dann schon ANDROIDOS_NICKISPY.C entdeckt, das sich und all seine Services unter dem Google+-Logo versteckt. Die App selbst installiert sich unter dem Namen Google++. Die Services dieser Spyware können SMS-Verkehr, Anruf-Logs und GPS-Informationen überwachen und weiterleiten. Auf infizierten Geräten können von der Spyware zudem auch Anrufe aufgenommen und sogar automatisch und verdeckt beantwortet werden. Zwar funktioniert das Ganze nur auf Geräten mit Android 2.2 oder niedriger, aber wer noch ein älteres Android-Smartphone nutzt, ist dennoch gefährdet. Zumal viele Anwender noch gar nicht auf die neue Version 2.3 umsteigen können, da die Netzbetreiber und Gerätehersteller diese Variante noch nicht freigegeben haben.

Wieder eine Woche später berichtete Trend Micro dann über die Art und Weise, wie Cyberkriminelle aus Malware generell und aus Spyware wie den NICKISPY-Varianten im Besonderen Geld machen. Die Sicherheitsexperten entdeckten eine chinesische Webseite, die Überwachungsdienste für Mobiltelefone anbot. Für 2.000 bis 3.600 chinesische Renminbi (zirka 230 bis 410 Euro) konnten Kunden die angebotenen Spionagedienste für Symbian- oder Windows-Mobile-Telefone buchen. Angesichts von NICKISPY & Co. dürfte es kaum überraschen, wenn solche Webseiten ihre Dienste in Kürze auch für die Android-Plattform anbieten würden.

Trend Micro hat den Malware-Trend auch einmal grafisch dargestellt. Die Infografik A Snapshot of Android Threats fasst die wichtigsten Fakten und Daten rund um Android-Malware und trojanisierte Android-Apps auf einen Blick zusammen. Und diese Zahlen können schon nachdenklich stimmen: Allein von Januar bis Juli diesen Jahres stieg die Anzahl der von Trend Micro registrierten Android-Bedrohungen um 1.410 Prozent an. Viel hat natürlich auch damit zu tun, dass das Betriebssystem selbst rasant Verbreitung findet und Cyberkriminelle die neue Spielwiese für sich entdecken. Aber das ändert nichts daran, dass sich die Bedrohungslage für Besitzer von Android-Geräten rapide verschärft hat und wahrscheinlich weiterhin verschärfen wird.

Neben interessanten Fakten und Daten listet die Infografik aber auch fünf grundlegende Sicherheitstipps auf, mit denen sich Android-User vor Malware und anderen Bedrohungen schützen können.

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.

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