Malware-Experte unter mysteriösen Umständen verschwunden


Der bulgarische Malware-Forscher Dancho Danchev ist laut dem
US-Online-Medium ZDnet
seit August 2010 verschwunden. Danchev, der unter anderem durch seine
detaillierten Analysen des Social-Media-Wurms Koobface
bekannt wurde und auf dessen Blog-Beiträge wir auch schon beim Verfassen von
Security-Meldungen
zurück griffen, könnte laut ZDnet in seinem Heimatland in Schwierigkeiten geraten sein.

 

Ein Mittler berichtete der Redaktion von ZDnet – für das er
regelmäßig Beiträge zum ZeroDay-Blog beisteuerte – dass Danchev nicht
kontaktiert werden könne, weder per Telefon noch per E-Mail. Ein anderer
Sicherheitsforscher leitete eine aus dem September 2010 stammende Nachricht an
ZDnet weiter, die von Danchev stammen soll. In dieser Nachricht schreibt der
bulgarische Experte, dass seine Wohnung vom bulgarischen Geheimdienst verwanzt
wurde – weil Danchevs pro-westliche Einstellung dem Dienst ein Dorn im Auge
sei.

 

Dem Schreiben zufolge versuchten die Strafverfolger seit
eineinhalb Jahren, Danchevs Reputation zu beschädigen. Unter anderem deswegen,
weil der in Bulgarien stationierte Vertreter des amerikanischen FBI den
Forscher als Quelle empfahl. ZDnet zeigt noch zwei der Fotos, die nach Danchevs
Angaben die Abhörgerätschaften zeigen, die ins einem Badezimmer installiert
wurden.

 

Die Redaktion von ZDnet hat sich zum Veröffentlichen der
Informationen entschlossen, um so Aufmerksamkeit auf das mysteriöse
Verschwinden zu lenken. Man erhofft sich so, an mehr Informationen über den
Verbleib von Dancho Danchev zu gelangen. Ein Beitrag von Threatpost,
der nach dem oben erwähnten Artikel erschienen ist, liefert eine mögliche
Erklärung: Danchev könnte einem Medienbericht zufolge in einem Krankenhaus
liegen.

 

Gastbeitrag von Michael Kranawetter, Chief Security Advisor (CSA) bei Microsoft in Deutschland. In seinem eigenen Blog veröffentlicht
Michael alles Wissenswerte rund um Schwachstellen in
Microsoft-Produkten und die veröffentlichten Softwareupdates.

 

Comments (3)

  1. Araldo L sagt:

    Laut einem Blogeintrag soll er in einem bulgarischen Irrenhaus sitzen:

    blog.fefe.de

  2. Michael Kranawetter - CSA sagt:

    Bye the way, Frank http://frank.geekheim.de/ und FeFe's http://blog.fefe.de/ Blogs sind für Verschwörungstheortiker ein muss ..   Danke für den Hinweis 🙂

  3. Die og. Information ist wohl Schnee von gestern, oder?

    http://www.zdnet.com/…/43877

    PS: Ich bin Bulgare und finde solche Geheimdienst-Märchen unseriös bis irreführend. Zwar kann ich zugeben, dass die dortige Administration nicht glänzt, aber bitte wandelt nicht die Realität in billig-Egoshooterspiel!